Nordfriesland : Vernetzung hilft den Jugendlichen

Vereinbarten eine effiziente Zusammenarbeit: Karin Kretzschmar, Olaf Schulz, Dieter Harrsen, Dr. Antje Petersen (v. l.). Foto: hn
Vereinbarten eine effiziente Zusammenarbeit: Karin Kretzschmar, Olaf Schulz, Dieter Harrsen, Dr. Antje Petersen (v. l.). Foto: hn

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19. April 2009, 07:32 Uhr

Husum | Die Polizeidirektion Husum und der Kreis Nordfriesland haben gemeinsam "Leitlinien zur Kooperation bei Inobhutnahmen von Kindern und Jugendlichen" erarbeitet. Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten Polizeioberrat Olaf Schulz und Landrat Dieter Harrsen im Husumer Kreishaus.

Die Leitlinien umschreiben die partnerschaftliche Vernetzung örtlicher Organisationen zur Verbesserung der öffentlichen Sicherheit im Rahmen ihrer Aufgaben. Die Zuständigkeiten werden nicht aufgelöst, sondern aufeinander abgestimmt, um sich zu ergänzen. So sollen eine Verzahnung der Arbeitsfelder verstärkt und gemeinsame Maßnahmen aufeinander abgestimmt werden.
Jugendamt legt die nächsten Schritte fest
"Es geht um die Fälle, in denen die Polizei Minderjährige in Gewahrsam nehmen muss", erläutert Schulz. Manche kommen zu ihrem eigenen Schutz oder weil Gefahren von ihnen ausgehen in polizeilichen Gewahrsam, andere zur Verhinderung von Straftaten oder um sie zu ihren Eltern oder dem Jugendamt zu bringen. In solchen Fällen informiert die Polizei das Jugendamt. Auch nachts sowie an Wochenenden ist die Behörde per Bereitschaftsdienst erreichbar. Nach Gesprächen mit den Jugendlichen, deren Eltern und der Polizei legt das Jugendamt die nächsten Schritte fest.

"Wenn möglich, bringen wir den Minderjährigen sofort zu seinen Eltern", erläutert Karin Kretzschmar. Sie leitet den Fachbereich Jugend und Familie. "Geht das nicht, bringen wir ihn in einer betreuten Einrichtung unter. Danach holen wir alle Beteiligten an einen Tisch, um Probleme möglichst schnell zu lösen."

Zeigt der Minderjährige vor Ort Anzeichen einer psychischen Erkrankung, ziehen Polizei und Jugendamt umgehend den sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamtes zu Rate. Auch dieser ist rund um die Uhr erreichbar.
"Sollte ein psychisch erkrankter Jugendlicher sich selbst oder andere gefährden, bitten wir die Sorgeberechtigten, die Einweisung in eine jugendpsychiatrische Klinik zu beantragen", berichtet die Leiterin des Gesundheitsamtes, Dr. Antje Petersen. Sind die Sorgeberechtigten nicht erreichbar oder nicht in der Lage, eine Entscheidung zu treffen, entscheidet das Gesundheitsamt.

Doch die Dienststellen des Kreises dürfen nur erste Maßnahmen zur Abwehr unmittelbarer Gefahren veranlassen. Sie müssen sie sofort dem Familiengericht mitteilen, das dann entscheidet.

"Ich freue mich, dass alle beteiligten Stellen einschließlich des Familiengerichts die komplizierte Rechtslage einmal aufgearbeitet haben. Das wird helfen, künftige Fälle noch schneller zu bearbeiten", sagte Harrsen bei der Unterzeichnung.

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