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19 neue Stadtführer : Vermittler der Schönheiten Husums

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Monatelang drückten 19 neue Stadt- und Gästeführer – darunter Hans Jörg Hartmann – die Schulbank, um sich alles Wissenswerte über Husum anzueignen. Ausgewiesene Experten trichterten ihnen die entsprechenden Daten und Fakten ein.

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erstellt am 08.Jan.2014 | 17:00 Uhr

Husum ist schön – und will sich auch so präsentieren. „Dafür soll die Anzahl der Stadt- und Gästeführer erhöht werden – um den Tourismus zu stärken und den Bekanntheitsgrad zu steigern“, sagt Hans Jörg Hartmann. Er ist einer von 19 Teilnehmern des entsprechenden Lehrgangs an der Volkshochschule (VHS), die seit August 2012 eine Ausbildung mit rund 60 Unterrichtsstunden durchliefen.
Jeden Mittwoch von 18.30 bis 21.45 Uhr wurden die zwölf Frauen und sieben Männer mit Wissen über die Storm-Stadt und ihre Umgebung vollgestopft – „von ausgewiesenen Experten“, so der pensionierte Deutsch-, Erdkunde- und Geschichtslehrer Hartmann, der selbst als Honorarmitarbeiter des Museumsverbunds Nordfriesland auch einmal als Dozent vor seine Klasse trat und im Nordsee-Museum/Nissenhaus über Deichbau- und Sturmfluten referierte. Am selben Ort gab es von Geschäftsführer Dr. Uwe Haupenthal und Mitarbeiterin Franziska Horschig zudem Einzelheiten über Ludwig Nissen und Hausformen in Nordfriesland zu erfahren.
Überhaupt hatte VHS-Leiter Hans-Peter Schweger eine stolze Riege von ausgewiesenen Fachleuten aufgefahren: „Hintergrund-Informationen und Döntjes über das Schloss lieferte als Experte Dr. Ulf von Hielmcrone, Politik und Wirtschaft waren Themen von Bürgervorsteher Peter Empen und Dr. Matthias Hüppauff und den Nationalpark brachte uns der durch seine Wattenmeer-Fotos bekannte Martin Stock nahe“, zählt Hartmann auf. Die Schifffahrt war Sache von Karin Cohrs und Burkhard Kantel, über Theodor Storm und seine Häuser wussten Dr. Christian Demandt und Holger Borzikowsky Bescheid. Jutta Albert stellte ihre Tourismus- und Stadtmarketing GmbH vor – immerhin die Stelle, bei der die Führungen von Hotels oder anderen Einrichtungen angefordert werden und die die Rundgänge auch an die einzelnen Stadtführer vergibt. Besonders beeindruckt war Hartmann von Fiete Pingel vom Nordfriisk Instituut: „Eine Kapazität – was der an Wissen über die Friesen hat, ist wirklich enorm.“
Hausaufgaben gab es auch: Horst Köchling, einer der altgedienten Stadtführer, der wie seine Kollegen Volker Springer und Uwe Knudsen die „Lehrlinge“ unterrichtete und auch auf eine seiner Führungen mitnahm, vergab einzelne Themen zum Vortrag durch die Teilnehmer – „das hat mir richtig Spaß gemacht“, erinnert sich Hartmann. Spaß hat es wohl allen gemacht, denn die Abschlussarbeit – 55 „nicht leichte“ Fragen, die in vier Stunden bearbeitet werden mussten – wurde ohne Ausfall gemeistert.
„Es war eine sehr interessante Gruppe – die Jüngste war etwa 30, ich mit 67 der Älteste“, erzählt Hartmann, der auch als Kurssprecher fungierte. „Viele Kursteilnehmer waren berufstätig und arbeiteten in den verschiedensten Branchen, aber es waren zum Beispiel auch pensionierte Lehrer und frühere Bundeswehr-Angehörige dabei.“ Einige seien zudem schon als Wattführer tätig und wollten so ihren Tätigkeitsbereich erweitern. Sicherlich habe bei vielen die Tatsache eine Rolle gespielt, dass man sich mit den Führungen auch ein Zubrot verdient, mutmaßt Hartmann. Und was hat ihn selbst bewogen, bei dem Lehrgang mitzumachen? „Ich liebe die Stadt, bin schon hier zur Schule gegangen und habe als kleiner Junge die 350-Jahr-Feier gesehen“, sagt der gebürtige Friedrichstädter, der seit 1999 in Husum lebt. „Zudem bin ich an Geschichte interessiert und mag nicht nur zu Hause vor dem Fernseher hocken.“ Jetzt freut sich Hartmann auf den Sommer – und auf viele Gruppen, denen er die Schönheit der Storm-Stadt vermitteln kann.

 

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