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Feuerwehren in Nordfriesland : Vermehrt Probleme am Tag

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

5375 Aktive zählen die 132 Feuerwehren in Nordfriesland - ein starker Kreisverband. Allerdings gibt es immer häufiger Probleme bei der Tagesverfügbarkeit von Einsatzkräften.

Viel Zeit mitbringen mussten die Teilnehmer der Jahrestagung des Kreisfeuerwehrverbandes Nordfriesland – trotz straffer Versammlungsführung. Bei der vierstündigen Zusammenkunft in der vollbesetzten Süderlügumer Mehrzweckhalle benötigte der stellvertretende Kreiswehrführer Wolfgang Clasen allein schon 20 Minuten, um alle Ehrengäste zu begrüßen. Mit Bedauern vermerkte Nordfrieslands Vize-Feuerwehrchef allerdings, „dass weder ein Vertreter von der Landesregierung oder aus dem Innenministerium noch von der Landes-Jugendfeuerwehr hier ist“.

Kreisjugendfeuerwehrwart Björn Hufsky, der bei der Tagung einstimmig für weitere sechs Jahre wiedergewählt wurde, erklärte: „Seit Dezember 2015 wurde das Schiff Kreisfeuerwehrverband von Steuermann Wolfgang Clasen sicher gelenkt. Wir hoffen, dass unser Kapitän Christian Albertsen nach fünf Monaten Erkrankung im Mai wieder an Bord ist“.

In seinem 40-minütigen Jahresbericht listete Wolfgang Clasen auf, dass die 132 nordfriesischen Feuerwehren im vergangenen Jahr 1690 Einsätze zu bewältigen hatten. Dabei konnten 205 Menschen gerettet werden. Leider wurden 198 Personen verletzt und für 31 Menschen kam jede Hilfe zu spät.

Ein großes Problem stellt laut Clasen die Tagesverfügbarkeit dar: Zunehmend müssen bei Einsätzen zwischen 6 und 17 Uhr weitere Wehren zusätzlich alarmiert werden. Diese Schwierigkeit werde sich auch in den nächsten Jahren weiter verschärfen, erwartet er, obwohl die Mitgliederzahlen im Vergleich zu 2014 nicht rückläufig sind. Zum Stichtag am 31. Dezember 2015 zählte der Kreisfeuerwehrverband Nordfriesland 5316 Mitglieder; zur jetzigen Jahresversammlung sind 5375 in den Einsatzabteilungen aktiv. Dringend benötigt werden Kreisausbilder. Bei allen anerkannten Institutionen sei die Erste-Hilfe-Ausbildung auf neun Einzelstunden herabgesetzt worden. Die schleswig-holsteinischen Wehren sollen hingegen weiterhin bei acht Doppelstunden bleiben. „Eine erhöhte Mehrbelastung“, signalisierte Clasen, „und das trotz regelmäßiger Nachschulungen.“

Nordfrieslands Jugendfeuerwehrwart Björn Hufsky erläuterte in seinem ausführlichen Bericht, das die Jugendfeuerwehren im Kreisgebiet zum Jahreswechsel 371 Mädchen und 933 Jungen zählten.

Seitens der Feuerwehr-Seelsorge erinnerte Carsten Brinkmann an 27 Einsätze seines Teams, dass die Einsatzkräfte bei schweren Ereignissen betreut. Für den „Löschzug Gefahrgut“ verwies dessen Leiter Markus Knoblauch auf einen traurigen Umstand: Bei 26 Ereignissen kam es vermehrt zu Einsätzen im Zusammenhang mit Suiziden – „hier reichte das vorgefundene Szenario von Einsätzen mit Blausäure bis hin zu Kohlenmonoxid“. Diese wichtige Einheit, die in ganz Nordfriesland aktiv ist, erreicht die geforderte Personalstärke von 108 Mitgliedern nicht. Derzeit zählt sie 95 Aktive.

Frank Martens wurde zum Leiter des „Fachbereichs Technische Hilfeausbildung“ gewählt; neuer Kassenprüfer ist Markus Sälz. Mit dem „Ehrenkreuz in Silber“ wurden Hauptbrandmeister Kurt Viertel (Bredstedt) und Andreas Knauer (Norddorf) ausgezeichnet. Mit Pokal belohnt wurde die Feuerwehr Bohmstedt – sie hatte den Westküstenmarsch 2015 in Schwabstedt als bestes Team bewältigt. Verabschiedet wurde Kreisausbilder Peter Lesch (Witzwort).

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