Wechsel von Husum nach Rendsburg : „Verkehrsüberwachung ist mein Ding“

Ein symbolisches Bild: Uli Kropp wechselt von Nordfriesland zum Polizei-Bezirksrevier nach Rendsburg.
Ein symbolisches Bild: Uli Kropp wechselt von Nordfriesland zum Polizei-Bezirksrevier nach Rendsburg.

Acht Jahre bis zum Ruhestand: Uli Kropp wechselt vom Polizei-Autobahn- und Bezirksrevier Nord nach Rendsburg.

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01. Dezember 2017, 10:00 Uhr

„Für Geld würde ich nicht weggehen. Es müsste schon eine Arbeit sein, die mir gefällt“, sagt Uli Kropp. Diese Arbeit hat sich offenbar gefunden: Zum 1. Dezember kehrt der Polizeihauptkommissar seinem langjährigen Wahl-Amtssitz Husum den Rücken und wechselt als dessen Leiter zum Polizei-Bezirksrevier nach Rendsburg. „Es ist wichtig, dass sich das gut anfühlt“, sagt Kropp. Und das scheint hier der Fall zu sein. Die Fahrerei scheut der 53-jährige Vater von vier Kindern nicht. „Ich komm’ ja auch jetzt schon viel rum.“

Es sei die Lust auf neue Leute und neue Strukturen, die ihn antreibe, berichtet der Ordnungshüter, macht aber auch deutlich, „dass mein Wechsel nichts mit dem zu tun hat, was hier passiert“. Das klingt verdächtig, ist es aber nicht, wenn man ihn kennt. Kropp ist ein Freund des offenen Wortes, verabscheut Fraktur und redet Tacheles.

Nach dem Abitur 1983 an der Theodor-Storm-Schule machte er 1986 seinen Diplom-Verwaltungswirt im Fachbereich Polizei. Danach war er in verschiedenen Führungspositionen für die Landespolizei Schleswig-Holstein tätig. Und er kennt die andere Seite der Medaille, war zwölf Jahre lang Personalratsvorsitzender. Seit 2013 ist er zudem als Dozent an der Fachhochschule für Verwaltung in Altenholz tätig. Viel Holz, aber gerade diese Vielfalt macht für Kropp den Reiz seiner Arbeit aus.

„Noch acht Jahre bis zum Ruhestand – da kommt man zwangsläufig ins Grübeln“, sagt er unvermittelt. Als stellvertretender Dienststellenleiter im Polizei-Autobahn- und Bezirksrevier Nord habe er sich in den vergangenen sieben Jahren sehr wohl gefühlt. Auch die Zusammenlegung mit Schuby und Schleswig sei super über die Bühne gegangen. Danach hätten ihm Kollegen geraten, „doch einfach mal zu genießen, was Du geschafft hast. Das habe ich jetzt zwei Jahre getan“, sagt Kropp und beendet den Satz mit einem vielsagenden Lächeln: Man soll gehen, wenn’s am schönsten ist.

„Verkehrsüberwachung ist mein Ding“, kommt Kropp auf sein neues, altes Betätigungsfeld zurück. „Früher war ich sogar als Verkehrslehrer in Schulen unterwegs.“ In Rendsburg erwarten ihn fast doppelt so viele Kollegen wie in Husum. Mit ihnen ist er neben dem Kreis Rendsburg-Eckernförde auch für die Stadt Neumünster zuständig. Neben der Schwerlast- und Gefahrgutüberwachung fallen Geschwindigkeitskontrollen, aber auch Aggressionsdelikte, Fahrzeug-Tuning sowie der land- und forstwirtschaftliche Verkehr in seinen Arbeitsbereich. Auch Schwertransporte sind zu begleiten, wobei ein Viertel dieser Transporte im Land von der Polizeidirektion Flensburg übernommen wird.

„Die Verkehrsüberwachung begleitet mich schon mein ganzes Schutzmanns-Dasein“, erklärt Uli Kropp. Ihm geht es um Menschenleben. „Ich weiß nicht, wie vielen Leuten wir das Leben gerettet haben“, sagt er und zieht zum Beweis eine Erkenntnis aus seinem Berufsleben heran: Wer sich nicht angurtet, stirbt. Deshalb legt er auch größten Wert darauf, dass die Kollegen „mit den Menschen sprechen“ – in Husum wie in Rendsburg.

Bleibt eigentlich nur eine Frage: Ist sein Wechsel auch mit einem „Karriere-Sprung“ verbunden? Der „Schutzmann“ lacht: Ja, 2018 stehe wohl eine Beförderung an, gesteht er, und schickt einen typischen Kropp hinterher: „Die Rente ist sicher.“ So schließt sich der Kreis.

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