Großangelegte Polizei-Kontrolle : Verkehrssicherheit im Fokus

„Die Papiere, bitte!“: An der Bundesstraße 5 hielten die Beamten Last- und Personenwagen an.
„Die Papiere, bitte!“: An der Bundesstraße 5 hielten die Beamten Last- und Personenwagen an.

Erst ging es um die Räder der Husumer Schüler, an der Bundesstraße 5 dann um die Fahrzeuge der Erwachsenen.

shz.de von
19. Januar 2018, 09:00 Uhr

Gerade in der dunklen Jahreszeit sollte man im Straßenverkehr sowohl mit dem Fahrrad als auch mit dem Auto gut gesehen werden. Das gilt besonders für Schülerinnen und Schüler, die morgens im Berufsverkehr mit dem Rad unterwegs sind. Daher führt die Husumer Polizei regelmäßig umfangreiche Kontrollen an den Schulen durch – so auch gestern.

„In Husum gibt es 13 Schulen an 15 verschiedenen Standorten“, rechnete Polizeioberkommissarin Andrea Jensen bei der morgendlichen Dienstbesprechung vor. „Dann sind mehr als 4.000 Schüler unterwegs – mit dem Bus, der Bahn oder dem Fahrrad.“ Bei der Fahrradkontrolle, die von gut 30 Polizeibeamten mit Unterstützung von Mitarbeitern des Zolls durchgeführt wurde, wollten die Beamten insbesondere die Beleuchtung unter die Lupe nehmen. „Mangelhaftes oder fehlendes Licht führt oft zu Unfällen“, erläuterte Jensen. Aber auch das Verhalten der „Mama-PapaTaxis“ sollte beobachtet werden. „Immer wieder melden sich Schulen bei uns und beschweren sich darüber, dass die Autos des Privat-Bringservice auf Gehwegen oder im absoluten Halteverbot anhalten, um die Kinder so nah wie möglich an der Schule aussteigen zu lassen.“

Es war wohl Zufall, dass sich genau zum Tag der geplanten Kontrolle das Tief „Friederike“ mit Schnee, Eis und Sturm angemeldet hatte. Auf vielen Straßen hatte sich eine dünne, rutschige Schneematsch-Schicht gebildet. „Es sieht aber so aus, als ob sich Schüler und Eltern auf die winterliche Situation eingestellt haben“, stellte eine Polizeibeamtin fest, die mit einem Kollegen den Kontrollpunkt an der Iven-Agßen-Schule übernommen hatte. Deutlich weniger Radfahrer waren unterwegs, dafür waren die Schulbusse voll besetzt. Dennoch wurden im gesamten Bereich 100 Radfahrer angehalten. „An einem Viertel der Fahrräder haben wir zum Teil erhebliche Mängel feststellen müssen“, berichtete Jensen. „Die betroffenen Radfahrer müssen nun anhand eines Kontrollzettels ihr Gefährt in Ordnung bringen und dann bei der Polizei vorführen.“

An der Ferdinand-Tönnies-Schule waren die Polizeibeamten genau zum richtigen Zeitpunkt vor Ort. „Kurz nachdem wir ankamen, gab es vor unseren Augen einen Verkehrsunfall mit einer elfjährigen Radfahrerin, die von einem Auto erfasst wurde. Obwohl das Fahrrad der Schülerin vorbildlich ausgestattet war und sie einen Schutzhelm trug, übersah sie der Autofahrer“, sagte Jensen. Es sei jedoch noch einmal glimpflich ausgegangen. Doch was die Beamten an der Iven-Agßen-Schule in Rödemis erlebten, verschlug ihnen die Sprache: „Hier wurden zwei Kinder unter sieben Jahren auf dem Gepäckträger eines Fahrrads transportiert. Der Radler muss in diesem Fall mit einer Geldstrafe rechnen“, so Jensen weiter.

Wenige Stunden später wechselten die Beamten den Standort und nahmen sich diesmal die „großen“ Verkehrsteilnehmer vor. Auf dem Parkplatz Platenhörn entlang der Bundesstraße 5 winkten sie Last- und Personenwagen aus dem Verkehrsfluss. Auch hier kontrollierten die Beamten die Fahrzeuge auf ihren technischen Zustand. „Dabei werden wir ein besonderes Augenmerk auf die Reifen legen“, hatte Jensen während der Dienstbesprechung angekündigt. Aber auch das Mitführen von Warnweste, Warndreieck und Verbandskasten sollte überprüft werden. „Und bei Lkw-Fahrern lassen wir uns den Fahrtenschreiber geben und kontrollieren die Lenk- und Ruhezeiten“, gab sie ihren Kolleginnen und Kollegen mit auf den Weg.

Einen schönen Erfolg gab es übrigens bei dieser Kontrolle für den Zoll: „Wir haben einen Fahrer aus Mazedonien angehalten, der bei der Zollstation die fälligen Abgaben nicht bezahlt hat“, sagte ein Beamter.

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