St. Peter-Ording : Vereine kämpfen um Neuzugänge

Die Jungen und Mädchen der Jugendfeuerwehr übernahmen die Absicherung beim Osterfeuer 2017.
Die Jungen und Mädchen der Jugendfeuerwehr übernahmen die Absicherung beim Osterfeuer 2017.

Die Jugendarbeit – auch bei den Boßlern und in der Feuerwehr – leidet unter dem schwindenden Interesse junger Menschen.

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22. März 2018, 08:00 Uhr

Sind es die Anforderungen in Schule und Beruf, die veränderten familiären Strukturen, die individuellen Interessenslagen oder ganz allgemein die gesellschaftlichen Gegebenheiten? – Sowohl die Freiwillige Feuerwehr St. Peter-Ording als auch der Boßelverein würden sich über eine größere Anzahl Jugendlicher in ihren Reihen freuen.

An den Möglichkeiten und der Bereitschaft zur Betreuung jedenfalls liegt es nicht. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Jugend, Kultur, Bildung und Sport (AJKBS) der Gemeinde St. Peter-Ording, zu der sich dessen Mitglieder im Feuerwehrgerätehaus eingefunden hatten, deutlich. Es ist guter Brauch des AJKBS, sich direkt an den Orten von Einrichtungen und Vereinen zu informieren und dort auch zu tagen. So waren die Gremiums-Mitglieder im „Jos“ von Gemeinde und Schulverband auf dem Gelände der Nordseeschule zusammengekommen.

Toni Thurm stellte vor dem Hintergrund einer laufenden Diaschau die Arbeit der Jugendfeuerwehr in St. Peter-Ording vor. Die Jugendabteilung existiert seit 1995 und hat zurzeit nur 23 Mitglieder. Etwa 30 Kinder beziehungsweise Jugendliche hätte man sehr gerne wieder. Jeweils freitags von 18.15 bis 19.45 Uhr haben die zehn Mädchen und 13 Jungen – Alter von zehn bis 18 Jahre – „Dienst“. Beim Erlernen feuerwehrtechnischer Aufgaben mit Spiel und Spaß wird vor allem in der Gruppe gearbeitet. Mit dem Erreichen der Volljährigkeit erfolgt der Übergang in die „Abteilung der Aktiven“. Aus schulischen oder beruflichen Gründen ist das heute nicht mehr für jedes Mitglied machbar. Von Anfang an bringen sich die Mitglieder der Jugendwehr bei Veranstaltungen wie Biike und Osterfeuer – beispielsweise bei der Absicherung – ein und beteiligen sich beim Feuerfest im Westküstenpark und bei den Grillfesten.

Boßeln sei eine aussterbende Sportart. „Aber wir wirken diesem Aussterben seit Jahren entgegen“, eröffnete Jürgen Niehus sein Plädoyer für diesen Heimatsport, der insbesondere auf Eiderstedt zuhause ist. Mit den Voraussetzungen in St. Peter-Ording am Böhler Deich ist man sehr zufrieden. Dort wird trainiert und finden auch die Wettkämpfe statt. Ab sechs Jahre können Kinder mitmachen. Werfen sie vielleicht erst nur zehn, sind es bei Fünfzehnjährigen dann schon 60 Meter. Für Kinder von sechs bis neun Jahre findet jährlich in Kating ein Unterverbandsfest mit 80 bis 200 Teilnehmern statt. St. Peter-Ording gehört zu den erfolgreichen Vereinen, aber kämpft um den Nachwuchs. Waren es vor 20 Jahren 25 bis 30 Aktive, so sind es heute nur noch 15 junge Boßler, davon maximal fünf Kinder und zehn Jugendliche. Für sie ist das Boßeln kostenlos. Der Boßelverein St. Peter-Ording wurde 1906 gegründet. Im April werde man auf dem TSV-Sportplatz einen Schnuppernachmittag durchführen.

Sowohl Jugendfeuerwehr als auch Boßelverein und weitere sportlich ausgerichtete Gruppen erfahren seitens der Gemeinde eine begrenzte Förderung ihrer Jugendarbeit. Die Ausschuss-Vorsitzende Wiltrud Kraas (FDP) wünschte, dass die Breite des sportlichen Angebotes am Ort möglichst erhalten bliebe.

Dann stellte Peter Bothe die für den Sommer geplante siebente Kunstausstellung in der Strandkorbhalle Hungerhamm vom 1. Juli bis 9. September zum Thema „Aktivitäten am Strand“ in „Streetart“ in Form eines Projektes mit Hamburger Kunststudenten (wir berichteten) vor. Bürgermeister Rainer Balsmeier wies auf die geübte Kooperation von Gemeinde und Tourismus-Zentrale hin, die auch in der kostenlosen Bereitstellung der Halle zum Ausdruck kommt.

In Sachen Kunst konnte er mitteilen, dass das „Kunsthaus“ an der Wittendüner Geest am 28. April mit einer Ausstellung der Galerie Tobien und der Präsentation von neun Künstlern in Werken aus der Gemeinde-Galerie eröffnet werden wird. „Ich bin glücklich, unserem Ort und seinen Gästen dann so etwas anbieten zu können.“

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