Hilfe für Vierbeiner in Not : Verein kämpft gegen das Katzenelend

Von Parasiten und Krankheiten sind verwilderte Katzen besonders bedroht.
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Von Parasiten und Krankheiten sind verwilderte Katzen besonders bedroht.

Kostenlose Kastrationsaktion für verwilderte Katzen startet am 2. Februar auch auf Eiderstedt. Der Verein Stubentiger aus Oldenswort hilft beim Einfangen und Transport zum Tierarzt.

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31. Januar 2015, 12:00 Uhr

Bianca Tedsen aus Oldenswort hat schon viel Tierelend gesehen. Verwilderte Katzen, die von Würmern, Flöhen und anderen Parasiten völlig geschwächt waren, unter Krankheiten wie Katzenschnupfen oder -Aids litten, oder Katzen, die ausgesetzt wurden und sich völlig verängstigt und fast verhungert in einer fremden Umgebung zurechtzufinden versuchten. Dieses Elend zu lindern und einzudämmen, hat sich Bianca Tedsen zur Aufgabe gemacht und 2012 mit ihrer Freundin Alexandra Dietrich den Verein „Stubentiger-Eiderstedt, Hilfe für Kitten (und Katzen) in Not“ gegründet.

Und mit ihrem Verein unterstützt sie daher wieder aktiv die zweite Runde des Pilotprojekts gegen Katzenelend, das am 2. Februar startet. Dann wird die Kastration von Katzen in Schleswig-Holstein erneut finanziell unterstützt. Katzenbesitzer werden mit 25 Euro pro Tier entlastet, für wilde Katzen werden die Kosten voll übernommen, sofern sie über einen Tierschutzverein angemeldet werden, ebenso für Tiere, deren Herrchen oder Frauchen existenzsichernde Leistungen vom Staat erhalten. Diese müssen eine entsprechende Bescheinigung beim Tierarzt vorlegen.

Ziel ist es, die Vermehrung von Katzen, besonders von wildlebenden einzuschränken. Denn eine Katze kann in einem Jahr mit ihren Jungen, die nach sechs Monaten bereits geschlechtsreif sind, für bis zu 35 neue Vierbeiner sorgen. Gerade die Lebensbedingungen der Wildlinge sind hart, und viele von ihnen gehen elendiglich Zugrunde. Doch auch für Vögel, kleine Säugetiere wie Hasen, Eichhörnchen oder Haselmäuse, für Frösche und Eidechsen bedeuten freilebende Katzen eine Bedrohung, Millionen fallen ihnen bundesweit jedes Jahr zum Opfer.

Eindringlich bittet Bianca Tedsen jeden, der eine unkastrierte freilebende Katze besitzt oder Wildlinge füttert, bei der Aktion gegen Katzenelend mitzumachen. Und der Verein Stubentiger-Eiderstedt hilft beim Einfangen der wilden Gesellen. „Wir bringen Käfige, übernehmen den Transport zum Tierarzt in Tönning und liefern die Tiere abends, wenn sie aus der Narkose aufgewacht sind, wieder ab.“ Sie bittet die Teilnehmer, die Wildlinge an einem bestimmten Platz morgens anzufüttern, das erleichtere die Angelegenheit ungemein.

Bereits im vergangenen Herbst war der Verein in der Testphase der Aktion aktiv. „Zwischen Mitte Oktober und Mitte November haben wir 100 Tiere zur Kastration gebracht, davon waren 88 wildlebende Katzen“, macht Bianca Tedsen den Bedarf deutlich. Das bedeutet hochgerechnet auf Eiderstedt 1540 verwilderte Katzen im kommenden Jahr weniger, geht man davon aus, dass die Hälfte der 88 kastrierten Vierbeiner weiblich ist und diese nun nicht mehr für bis zu 35 Junge sorgen können.

Wo kommen die verwilderten Katzen her? Zum einen wird bei manchen freilebenden Tieren bei der Vermehrung nicht so genau aufgepasst, zum anderen werden gerade in den Ferienzeiten Katzen ausgesetzt, hat Bianca Tedsen beobachtet, recht häufig auch am Eidersperrwerk oder in der Nähe von Bauernhöfen. „Die Leute denken, da wird unsere Mieze das schon gut haben.“

Aber es gibt noch ein anderes Problem mit den verwilderten Katzen: Sie lassen sich nicht mehr zähmen, wenn sie älter als fünf oder sechs Wochen sind, wie Bianca Tedsen erklärt. „Deswegen können sie auch nicht vermittelt oder in einem Tierheim aufgenommen werden. Sie gehen ein, weil sie das Drinnensein nicht gewohnt sind.“ Doch man könne sie auch nicht sich selbst überlassen, deswegen sucht der Verein Stubentiger Menschen, die eine Futterstelle für Wildlinge betreuen. In St. Peter-Ording gibt es derzeit einen Notfall. Dort soll ein Haus abgerissen werden, wo vier wilde Katzen leben. Weitere Informationen zum Pilotprojekt gegen Katzenelend gibt es unter www.gegenkatzenelend.schleswig-holstein.de. Der Verein Stubentiger-Eiderstedt ist unter Telefon 04864/2719434, 0152/21691727 und im Internet unter www.stubentiger-eiderstedt.de zu erreichen.

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