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Deich- und Sielverband im Visier : Verdacht der Untreue

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt gegen leitende Mitarbeiter des Deich- und Hauptsielverbands Eiderstedt. Es geht um Lohnsteuerhinterziehung, Vorenthaltung von Arbeitsentgelt und unberechtigte Abrechnungen über das Verbandskonto.

shz.de von
erstellt am 30.Aug.2013 | 08:00 Uhr

Der Deich- und Hauptsielverband Eiderstedt ist im Visier der Staatsanwaltschaft Kiel. Der DHSV war angezeigt worden. Daraufhin rückte am Mittwoch die Staatsanwaltschaft an und beschlagnahmte Unterlagen. Außerdem wurden die Privatwohnungen zweier leitender Angestellter durchsucht. Dem Geschäftsführer und der Deichrentmeisterin des DHSV, die derzeit suspendiert sind, wird Lohnsteuerhinterziehung sowie die Abrechnung von privat genutzten Baumaschinen und -material über das Geschäftskonto des Deich- und Hauptsielverbands vorgeworfen, so Oberstaatsanwältin Birgit Heß. Ferner geht es um die Vorenthaltung von Arbeitsentgelt. Es besteht der Verdacht, dass Minijobs fingiert und Schwarzlohn an sich selbst und andere Angestellte gezahlt worden seien. Die Ermittlungen werden einige Monate in Anspruch nehmen.

„Ich bin mir sicher, das die meisten Vorwürfe im Sande verlaufen, allerdings ist die Lohnabrechnung über Minijobs nach meinen Erkenntnissen falsch abgewickelt worden und wird Konsequenzen nach sich ziehen“, sagte Oberdeichgraf Jan Rabeler gestern auf Anfrage. „Die Arbeit ist aber tatsächlich geleistet worden.“ Als erster Schritt wurde die Lohnbuchhaltung jetzt an eine externe Stelle vergeben. Außerdem werde im einzelnen geprüft, welche Minijobs falsch abgerechnet worden seien, so Rabeler. Er sei immer davon ausgegangen, dass das rechtens sei, schließlich habe der Landesverband der Wasser- und Bodenverbände das geprüft. Er könne die Motivation der Beschuldigten, die Kosten zu senken, verstehen, sagte er. „Ich werfe der Geschäftsführung aber vor, dass sie sich nicht versichert hat, dass das Vorgehen rechtmäßig ist.“

Rabeler betont, dass die beiden Mitarbeiter nicht wegen der Anzeige seit zwei Wochen beurlaubt seien, sondern wegen einer Prüfung durch den Landesverband. Seit rund sechs Wochen werde der DHSV der jährlichen Kontrolle unterzogen. Dabei sei festgestellt worden, dass bei der Abrechnung der Minijobs Nachbesserungsbedarf bestehe. Daher habe der Landesverband eine große Prüfung angeordnet, die seit dem 13. August laufe. „Ich habe die beiden beurlaubt, damit nicht der Verdacht entsteht, dass die Prüfung beeinflusst werden könnte“, so Rabeler. „Sie bleiben auch bis auf weiteres beurlaubt.“

 

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