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Trächtige Tiere auf der Schlachtbank : Verbotene Transporte

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Transport von hochtragenden Tieren ist in der EU verboten. Das Kreisveterinäramt registrierte dennoch allein im vergangenen Halbjahr 100 Verstöße. Bußgelder bis 25.000 Euro drohen.

Der Transport von hochtragenden Tieren ist in der Europäischen Union verboten. „Das ist noch immer nicht allen Landwirten und Transporteuren bekannt“, stellt der nordfriesische Kreisveterinär Dr. Dieter Schulze fest. Das müsste es aber, denn nach der entsprechenden Verordnung aus dem Jahr 2005 besteht beispielsweise für Rinder in den letzten vier Wochen der Tracht ein Transportverbot.

Dagegen wird offenkundig immer wieder verstoßen: Allein im Husumer Schlachthof sind im vergangenen Halbjahr nach Auskunft des Kreises Nordfriesland rund 28.800 weiblichen Rinder geschlachtet worden. Dabei wurde immerhin bei rund 100 Tieren entdeckt, dass sie sich im letzten Stadium der Trächtigkeit befanden.

Der Transport bedeutet für ein hochtragendes Tier eine extreme Stresssituation und verursacht somit Leiden. Schlimmstenfalls wird die Geburt ausgelöst, und das Tier kommt während des Transports nieder. Sowohl der Landwirt als auch der Transporteur sind dem Tierwohl verpflichtet, so der Kreisveterinär.

Der Transporteur hat sich demnach vor der Fahrt beim Landwirt zu versichern, dass sich keines der Tiere im letzten Zehntel der Tracht oder in den ersten sieben Tagen nach der Niederkunft befindet. Holt er diese Auskunft nicht ein, macht er sich strafbar – ebenso wie der Landwirt, der den Transportauftrag erteilt hat.

„Spätestens am Schlachtband wird jedes Fehlverhalten dieser Art aufgedeckt und anschließend geahndet“, betont Schulze. Der Gesetzgeber sieht Bußgelder bis zur Höhe von 25.000 Euro vor.

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erstellt am 02.Okt.2014 | 16:00 Uhr

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