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Müllsammeln in St. Peter-Ording : Urlauber erwarten sauberen Strand

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

80 St. Peteraner und Gäste sammelten in mehr als zwei Stunden viel Müll von der Badbrücke bis zur Wassersportstation. Die Tourismus-Zentrale und viele Unternehmen beteiligten sich an der Aktion.

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erstellt am 08.Sep.2014 | 13:00 Uhr

Achtzig Teilnehmer, darunter viele Familien mit Kindern, waren zu „Bocu – Big Ocean Clean Up – wir halten den Strand sauber” am Sonnabend, 6. September, in St. Peter-Ording gekommen. Aufgerufen hatte unter anderem die Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording und viele Unternehmen beteiligten sich an der Aktion der weltweit tätigen Surfrider Foundation.

Olaf Hörstmann, Surfrider Foundation, und Constanze Höfinghoff, stellvertretende Tourismus-Direktorin der TZ, wiesen die vielen Freiwilligen ein: „Toll, dass alle dabei sind!“ Damit meinten sie auch den Hauptveranstalter Beach Motel, für den Katrin Behrsing von Season Events weitere Partner nach dem Motto gewonnen hatte, so viele Leute wie möglich mit ins Boot zu holen. Nur so könne auch ein Bewusstsein dafür gewonnen werden, dass etwas für den Schutz der Meere getan werden muss.

Denn Ziel der 1984 gegründeten Surfrider Foundation ist der Schutz von Küsten und Gewässern. Zusätzliche Müllsammelaktionen mit großem Personaleinsatz sind erforderlich. Der Strandnutzer erwartet einen sauberen Strand. Aber er kann selbst seinen Beitrag dazu leisten. Constanze Höfinghoff sagte: „ Wir alle müssen uns ins Bewusstsein rücken, dass wir uns mitten im Weltnaturerbe Nationalpark Wattenmeer befinden und hier Gast sind. Wir alle haben aus eigenem Interesse die Verpflichtung, mit diesem Geschenk der Natur verantwortungsvoll umzugehen.“ Nils Stauch, Mitarbeiter der TZ und zugleich für die DLRG unterwegs, ergänzte mit Zahlen, Daten und Fakten, was seitens der Tourismus-Zentrale schon für die Strandreinigung getan wird. Im Jahr 2013 waren es 1260 Kubikmeter gesammelter Müll. Mit einem Trecker werden die Strände laufend abgeharkt. 2012 ist für 70 000 Euro extra eine Strandreinigungsmaschine angeschafft worden. Sie reinigt den Strandboden bis in eine Tiefe von 30 Zentimetern und befreit ihn so von Kronkorken und Glasscherben, die Ursache für viele Verletzungen sind. Der Strand werde aber nie ganz sauber sein, weil Strandnutzern aus Unachtsamkeit oder Nachlässigkeit manches liegen lassen.

Eingestimmt auf die Strandmüllsammelaktion gingen die Teilnehmer, darunter auch jeweils viele von den unterstützenden Hotels und den Kooperationspartnern, über die Badbrücke Richtung Strand. An deren Ende warteten Johannes Mahnsen und Nils Trußner vom Strandteam der TZ und verteilten die stabilen Restmülltüten. Jeweils etwa zur Hälfte wurden die Müllsammler über den Strand in Richtung Spülsaum oder Dünenrand geschickt. Plastik von Styropor bis Deckel-oder Behälterresten fand sich überall, ebenso Taureste in Orange, Blau und Grün verheddert in trockenem Seetang, aber auch Glasflaschen, Getränkedosen, Bretter mit Nägeln, Kinderschuhe, Riesentaue oder Netzreste bis in den Schlicksandboden, Blechdosen, Tetrapacks und vieles mehr. Sogar ein Gebissteil für den Unterkiefer war unter dem Sammelgut. Für die Kinder war es ein Erlebnis. Sandra und Florian Bötticher aus Jesteburg waren mit ihren drei Jungs Finn, Mika und Levi im Seebereich unterwegs. „Wir fanden das letztes Jahr schon so toll, da sind wir gleich wieder gekommen. Wir sind gerne in St. Peter .“

Zielort war die Wassersportstation von Sonja Behrendt und Hein Jeve. Dort kamen die Sammler dann mit ihren Säcken nach etwas mehr als zwei Stunden an und zeigten sich überrascht von so viel Müll. Dann gab es Steaks und Bratwurst vom Grill sowie Getränke. Wer Lust hatte, konnte abends noch an der Party im Beach Motel teilnehmen.

Jasmin Müller von der Schutzstation Wattenmeer schärfte während der Sammlung und beim Verteilen der Säcke das Bewusstsein der Teilnehmer für den Sinn der Aktion. Derzeit befänden sich 100 bis 150 Millionen Tonnen Abfälle in den Ozeanen. 15 Prozent finden sich am Spülsam, 15 Prozent an der Wasseroberfläche und 70 Proznet am Meeresboden. Von den jährlich 20 000 Tonnen Müll in der Nordsee sind drei Viertel Plastik. Damit lenkte sie die Aufmerksamkeit besonders auf den Plastikmüll. 98 Prozent der untersuchten verendeten Eissturmvögel wiesen in ihren Mägen Kleinplastik auf. Der Abbau zu Mikroplastik ist ein ganz großes Problem, denn an ihr befinden sich vor allem haftende Schadstoffe, die über die Nahrungskette letztlich auch uns Menschen schaden.



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