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Sorgen auf Nordstrand : Unterstützung für Schule und Heim

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Landeschef und der Kreisvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft besuchten Einrichtungen auf Nordstrand. Interesse gilt Projekten „Deutsch als Zweitsprache“ und Nachmittagsunterricht.

Der Landesvorsitzender, Matthias Heidn, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fuhr die vergangenen Tage bereits von einer Schule zur nächsten Bildungseinrichtung im Land. Donnerstag, 26. Februar, fuhr er direkt von seinem Informationsbesuch in der Husumer Bürgerschule zur Herrendeichschule auf Nordstrand. Sein Interesse galt den Projekten „Deutsch als Zweitsprache“ (DAZ) an der Grund- und Gemeinschaftsschule sowie Nachmittagsunterricht. Auch auf der Halbinsel bekam er ein vielfältiges Sorgenpaket präsentiert. Denn: die Schließung des Kinderhauses St. Franziskus steht im direkten Zusammenhang mit den Schülerzahlen. Daher schloss sich ein Besuch des Heims an.

Doch zunächst ging es um Herausforderungen an der Schule. Die Rektorin, Dörte Woydack, erklärte, dass sich bislang nachmittags noch nichts verändert habe. Unterricht in Hauptfächern ist derzeit nur vormittags. Ausschließlich die Wahlpflichtkurse (WPK) der Klassen 7 bis 10 finden an der Gemeinschaftsschule nachmittags statt. Als Fächer im Angebot sind: Darstellendes Spiel und Theater, fremde Länder und fremde Küche, Technik sowie die USA – musikalisch und gesellschaftspolitisch. Laut dem Landesvorsitzender werden dort keine Inhalte der Haupt- und Nebenfächer vertieft, sondern weitere Aspekte vermittelt. Wie exemplarisch im WPK „Fremde Länder“ beim Rundgang durch die Bildungseinrichtung gezeigt wurde. Auch andere WPK-Teilnehmer präsentierten Matthias Heidn und dem GEW-Kreisvorsitzenden, Edgar Pusch, ihre Arbeiten, die die Mädchen und Jungen im Werkraum gefertigt hatten.

Für die Rektorin und ihre Stellvertreterin Gina Zerbe-Paulsen ist der Unterricht an der Schule aber ein erheblicher Spagat. Denn der Krankenstand zwingt die Lehrer, kreative Lösungen zu finden. Nicht nur, dass in der Grundschule häufig die erste und zweite Klasse gemeinsam unterrichtet werden, was bildungspolitisch gewollt ist, sondern auch, dass ein Sportunterricht mit drei oder vier Jahrgängen stattfinden muss. Besser als ein Unterrichtsausfall ist es in jedem Fall, sind sich die Beteiligten einig. „Wir haben 157 Schüler. Davon 57 in der Grundschule“, rechnet Doris Woydack vor, was auf dem Festland in Eigenständigkeit schon nicht mehr funktionieren könne. Auf Nordstrand hingegen schon. Eine Inselschule hat andere Regeln, die durch das Landesministerium vorgegeben wurden. Der Gemeinschaftsschule auf Nordstrand, die den Zusammenschluss von vier Schulen – Förder-, Real-, Haupt- sowie Grundschule– darstellt, gelingt die individuelle Förderung im gemeinsamen Unterricht. „Wir haben eine Gymnasial-Lehrkraft“, betonte Woydack und erklärt, dass so erfolgreich Weichen für ein späteres Abitur gestellt werden können. „Wir haben eine Kooperation mit der Beruflichen Schule in Husum“, erklärt die Rektorin den Vertretern der GEW. Ihr sei der Blick auf das Kind wichtig. Die Schulleiterin spricht von respektvollem Umgang, der gerade bei einem Flüchlings-Mädchen gelebt wird. Die Libanesin konnte kein Wort Deutsch und durchläuft den Unterricht ohne Probleme. „Sie will Ärztin werden“, sagt die Kon-Rektorin.

Eine Kooperation besteht zudem mit dem Kindergarten, der ursprünglich künftig im Bereich der Schule untergebracht werden sollte. Nur die Mädchen und Jungen des St. Franziskus-Hauses werden fehlen, bezweifelt Dörte Woydack abschließend, dass es zu einer räumlichen Veränderung der Kita kommen wird.

Der Landevorsitzende hofft insgesamt, dass die 1300 unbesetzten Lehrerstellen minimiert werden, sodass alle Schulen und Kinder davon profitieren können. Am Abend informierten sich Heidn und Pusch auch über die Entwicklung des Kinderhauses St. Franziskus. Sie fuhren zum Heim, auch um moralische Unterstützung zu leisten. Heidn zeigte sich überrascht, dass eine Einrichtung unter Trägerschaft einer kirchlichen Organisation offenbar kurz vor einer Schließung stehe. Er erwarte, dass die Verantwortlichen alles versuchen, um eine Lösung im Sinne der Kinder und Jugendlichen sowie der Beschäftigten zu finden. Die GEW werde ihre Mitglieder umfassend juristisch unterstützen und beraten. Ziel sei der Erhalt der Arbeitsplätze und der Fortbestand des Hauses, das Heimat für viele Kinder und Jugendliche geworden sei. „Der Fortbestand hat auch eine positive Auswirkung auf die Belegungszahlen der Kita und ein Wegfall von Schülern ist für die Herrendeichschule problematisch“, ergänzte der Kreisvorsitzende Pusch.

Zu der Versammlung des Ortsverbandes kamen am Abend zwei Drittel der GEW-Mitglieder, die Dörte Woydack als Nachfolgerin von Johannes Schlüter zur Vorsitzenden gewählt haben. Stellvertreter wurde der ehemalige Konrektor Wolfgang Jahn. Für die Kasse zeichnet künftig Maike Andresen, Mitarbeiterin im Kinderhaus St. Franziskus, verantwortlich. Auch in diesem Kreis erhielten die anwesenden Mitarbeiter der Einrichtung viel Zuspruch und Unterstützung.

 

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erstellt am 01.Mär.2015 | 10:00 Uhr

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