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Protest der Gewerbevereine : Unternehmer für Klinik-Erhalt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der HGV-Verbund im Amt Nordsee-Treene spricht sich freimütig für einen Erhalt der Klinik Tönning aus. Kurzfristig wollen die Vorstände Anfang Februar zusammenkommen, um eine Resolution zu verabschieden.

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erstellt am 14.Jan.2016 | 10:00 Uhr

Mut, Entschlossenheit und ein „starkes Auftreten: Innerhalb der jüngsten Zusammenkunft beschlossen die Vorstände der sieben Handels- und Gewerbevereine des Amtes Nordsee-Treene, „in die Diskussion über die Schließung des Tönninger Krankenhauses einzugreifen.“ Die im amtsweiten HGV-Verbund organisierten Unternehmer sind sich dabei der Tatsache sehr bewusst, dass sie mit den von ihnen gezahlten Steuern und Abgaben einen beträchtlichen Teil zur Finanzierung öffentlicher Aufgaben beitragen. „Und da kann es nicht sein, dass man uns mit in der Diskussion stehenden Entscheidungen ein Bein stellt“, gab Lars-Oliver Reichard (Mitglied im Vorstand des HGV Mildstedt-Simonsberg-Südermarsch) zu verstehen. Gestartet hatte die Diskussion Vorstandsmitglied Peter Koch vom diesmal gastgebenden „HGV Mildstedt-Simonsberg-Südermarsch“.

Dabei nahm er Bezug auf Berichte in unserer Zeitung zum Thema Krankenhausschließung. Koch führte dazu unter anderem aus: „Zur Unterstützung der auf Eiderstedt und im nördlichen Nordfriesland lebenden Tagesgäste, Urlauber und Einwohner, würde ich aufgrund der aktuellen Situation bitten, kurzfristig eine Resolution zu diesem Thema zu verfassen. Wie der Landrat richtig formuliert, haben die Krankenhäuser die Daseinsvorsorge im Kreisgebiet sicherzustellen. Wir befinden uns in einem Kreis, der stark von Urlaubern frequentiert wird. Diese verlangen zu Recht eine funktionierende Infrastruktur. Die nordfriesischen Politiker sind gefordert, sich gegen ein Spar-Diktat der Bundes- und Landespolitik zu stellen, bei der die Region – in diesem Falle das Gesundheitssystem – zugunsten großer Einheiten kaputt gespart werden soll. “ Es reiche, dass es bereits zu einem Landarzt-Praxissterben in der Region komme. Gerade vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft, sollten die nordfriesischen Politiker zugunsten derer entscheiden, die sie gewählt haben und die sie vielleicht wieder wählen sollen.


Politiker müssen für ihre Wähler da sein


„Wir fordern daher unsere Bundestagsabgeordneten auf, sich für die Krankenhäuser in der Region einzusetzen, um langfristig den Bürgern Sicherheit und qualifizierte Versorgung vor Ort zu ermöglichen.“ Keiner sollte vergessen, dass künftig weitere 3000 bis 5000 Patienten – in den kommenden Jahren sogar noch mehr – mit versorgt werden müssen. Wie solle das mit nur einem verbleibenden Haus und verkleinerten Häusern in Niebüll und Tönning funktionieren? fragte der HGV-Vertreter.

Verbundsprecher Bernd Häring räumte den Firmenchefs hinreichend Redezeit ein. Vehement forderte Lars-Oliver Reichard: „Ich finde, Krankenhäuser dürften keine GmbH & Co.KG sein, sondern Einrichtungen der Daseinsvorsorge innerhalb unseres sozialen Gefüges.“ Peter Koch: „Der Protest muss von unten nach oben gehen. Das heißt, letztlich muss der Landrat dem Ministerpräsidenten mal vors Schienbein treten.“ Vorstandsmitglied Wolfgang Diehl: „Es geht um eine gute Versorgung der betreffenden Bewohner in diesem Kreis.“ Häring veranlasste nach sehr reger und längerer Diskussion eine Abstimmung. Einstimmig votierten die Unternehmer für eine Resolution. Dazu wurde beschlossen: Sehr kurzfristig – noch Anfang Februar – wollen sich die HGV-Vorstände des Verbundes erneut treffen, um sich ausschließlich mit diesem Thema zu befassen.

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