zur Navigation springen

Husumer Lehrerin auf See : Unter vollen Segeln ins Sabbatjahr

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Im Sabbatjahr die Hände in den Schoß legen, das wollte die Husumer Lehrerin Petra Pavlisin nicht: Die 47-Jährige segelte stattdessen lieber in exotischen Gewässern auf mehreren Booten mit.

Was mache ich mit einem Sabbatjahr, wie fülle ich es sinnvoll aus? Petra Pavlisin, Lehrerin an der Kreisberufsschule in Husum, hatte sich zu der Auszeit entschlossen – und gründlich nachgedacht. „Ich habe mich lange mit dieser Idee beschäftigt und wurde dabei von meinem Mann immer wieder ermutigt und unterstützt“, sagt die Rantrumerin. Aufhören und Innehalten, das ist der eigentliche Sinn eines Sabbatjahres. Pavlisin begann ihres im August 2013 – und stellte im Nachhinein noch fest, dass sie zufällig ein langes Schuljahr erwischt hatte. Doch einfach nur dasitzen und warten, bis die Sonne am Abend untergeht, das wollte sie denn auch nicht. Und bei ihren Überlegungen, wie dieser einjährige Lebensabschnitt kreativ und sinnvoll ausgefüllt werden kann, kam sie auf ihr altes Hobby – das Segeln.

Es ist zwar schon gut 20 Jahre her, dass sie auf kleinen Gewässern und in der Ostsee mit dem Segelboot schipperte, doch die Erinnerungen daran gaben ihr den Anstoß, an diese Erlebnisse wieder anknüpfen zu wollen. So recherchierte sie im Internet nach günstigen Segel-Möglichkeiten. Und wurde beim Internetportal „Hand gegen Koje“ fündig: Hier werden Mitsegelmöglichkeiten in alle Himmelsrichtungen angeboten. Was sich zunächst einfach anhörte, war jedoch mit einigen Schwierigkeiten verbunden. „Ich musste mehrere Anläufe machen, bis ich endlich ein Angebot fand, das auch hielt, was es versprach.“ Das Flugzeug brachte sie nach Málaga, eine Busfahrt nach Cadiz folgte. Und hier traf sie auf den ersten Skipper, mit dem sie es in der nächsten Zeit zu tun haben sollte. Zum ersten Mal nach mehr als 20 Jahren tauchte sie wieder ein in die Segelwelt, die ein ganz anderes und spannendes Leben zu bieten hat.

Die Grenzen des Möglichen sind klar festgelegt, zwischen Backbord und Steuerbord, Bug und Heck spielt sich das Leben ab und dazu gibt die Natur auf See unmissverständlich den Takt an. Und bei den Törns, die sie in den folgenden Wochen erlebte, war eines klar: „All den Problemen, die da und dort auftraten, konnte man nicht ausweichen, man musste sich ihnen stellen“, so die 47-Jährige. Die soziale Komponente auf engsten Raum sei sehr wichtig, sie im Gleichgewicht zu halten aber auch sehr schwierig. Das erlebte sie unter anderem auf einer dreiwöchigen Tour entlang der kanarischen Inseln, auf der die Crew aus vier Erwachsenen sowie einer Mutter mit ihrem Baby bestand. Bei einer derart zusammengewürfelten Mannschaft muss es klare Regeln und Anweisungen geben. Doch auch die Hygiene und Sicherheit an Bord haben oberste Priorität – eigentlich: „Auf manchem Segelschiff waren wir meilenweit davon entfernt, mal gab es Kakerlaken an Bord, mal funktionierten die einfachsten Regeln nicht, wie beispielsweise der Küchendienst.“ Und irgendwann wurde ihr das zu bunt. Im nächsten Hafen packte sie ihre Sachen und wechselte kurzerhand das Schiff. Eine Entscheidung, die sich im Nachhinein als goldrichtig herausstellte. Denn hier traf sie auf einen 70-jährigen Skipper aus Finnland, der sein Segelboot fest im Griff hatte. „In den folgenden zehn Tagen habe ich sehr viel gelernt.“ Ziel dieser Segelfahrt, auf der die Aufgaben endlich klar verteilt waren, war Tobago Cays, von wo es zurück nach Saint Lucia ging.

Seit Jahresende ist sie wieder zu Hause, doch das Segelfieber hat sie neu gepackt. Inzwischen konnte sie ihre Erlebnisse auch bei der Bootsmesse in Düsseldorf vorstellen. Und sie hat sich viel vorgenommen. „Ich werde den Segelschein machen und mir noch mehr Segelpraxis aneignen.“ Zu den Bahamas und nach Bermuda sowie über Portugal und Spanien sollen die nächsten Touren verlaufen. Außerdem möchte sie im Rahmen der „Atlantic Rally for Cruisers“ 2017 mit einem Frauen-Team über den Großen Teich segeln. Und auf der Liste steht noch ein ganz großes Vorhaben: eine Weltumseglung.

zur Startseite

von
erstellt am 21.Jan.2014 | 13:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen