Einsatz im Auftrag Europas : Unter Schutz

Blick in die Zukunft: Am Galgenberg, der jetzt vom Naturschutzverein Südtondern betreut wird, und Megelbarg soll es in Zukunft so aussehen – auch, um dem Goldenen Scheckenfalter eine neue Heimat zu bieten.
Blick in die Zukunft: Am Galgenberg, der jetzt vom Naturschutzverein Südtondern betreut wird, und Megelbarg soll es in Zukunft so aussehen – auch, um dem Goldenen Scheckenfalter eine neue Heimat zu bieten.

Fünf Naturschützer starten 2015 mit ihrer Arbeit in verschiedenen europaweit bedeutenden Schutzgebieten Nordfrieslands. Es sind: „Leckfeld“ und eine Teilfläche der „Bargumer und Lütjenholmer Heide“.

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29. Dezember 2014, 08:00 Uhr

Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) hat die naturschutzfachliche Betreuung für die Flora-Fauna-Habitat-Gebiete (FFH) „Leckfeld“ und eine Teilfläche der „Bargumer und Lütjenholmer Heide“ auf nordfriesische Naturschützer übertragen. FFH- und die EU-Vogelschutzgebiete sind Bestandteil des europaweiten Schutzgebietsnetzes „Natura 2000“. In Schleswig-Holsteins gehören 46 Vogelschutz- und 271 FFH-Bereiche dazu.

Das Unabhängige Kuratorium „Landschaft Schleswig-Holstein“ wird sich künftig um „Leckfeld“ kümmern: Betreuer vor Ort werden Hartmut Pietsch, Dr. Georg Hofmann und Dr. Johann Christian Nissen sein. Für den südöstlich von Lütjenholm gelegenen Galgenberg sind es Erich Scholz und Jürgen Lorenzen vom Naturschutzverein Südtondern. Alle kennen die Gebiete bereits seit Jahren durch zahlreiche Pflegeeinsätze. Zu ihren Aufgaben gehört es, die Entwicklungen im Schutzgebiet für die Behörde zu dokumentieren sowie notwendige Maßnahmen vorzuschlagen.

Die Vereinsvorsitzenden – Gerd Oldigs vom Naturschutzverein Südtondern und Dr. Kuno Brehm vom Unabhängigen Kuratorium „Landschaft Schleswig-Holstein“ – sowie Dr. Thomas Holzhüter (LLUR) haben bei der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Nordfriesland in Husum die Betreuungsverträge unterzeichnet. Sie beginnen 2015, gelten zunächst für drei Jahre und können jeweils um weitere sechs verlängert werden.

Das 111 Hektar große FFH-Gebiet „Leckfeld“ liegt etwa zwei Kilometer nördlich von Leck. Es umfasst den noch erhaltenen südlichen Teil einer früher großflächigen Heidelandschaft zwischen Leckfeld-Nord und Leck. Das Gebiet ist insbesondere aufgrund des Vorkommens von landesweit bedeutenden Magerlebensräumen von herausragender Bedeutung für den Pflanzen- und Tierartenschutz. Hierzu gehören besonders schutzwürdige, auf Feuchtigkeit angewiesene Lebensraumtypen, wie kalkreiche Niedermoore und Feuchtheiden sowie trockene Sandheiden und Trockenrasen. Insgesamt handelt es sich um ein bedeutendes Relikt der historischen Kulturlandschaft, in der zusätzlich früher vorhandene oder eingewanderte standorttypische Pflanzen durch besondere Umstände überdauert haben.

Das gesamte FFH-Gebiet „Lütjenholmer und Bargumer Heide“ ist 313 Hektar groß, liegt etwa neun Kilometer nordöstlich von Bredstedt und besteht aus den vier Teilflächen Bargumer Heide, den Lütjenholmer Heidedünen, der Lütjenholmer Süderheide sowie einer kleinen Düne südlich von Lütjenholm. Der jetzt vom Naturschutzverein Südtondern betreute Galgenberg gehört mit der namengebenden Düne mit zur Lütjenholmer Süderheide.

Die Heideflächen nördlich des Galgenbergs und auf dem Standortübungsplatz Lütjenholm bilden die Reste einer einstmals großen zusammenhängenden Heidelandschaft im Naturraum Schleswiger Vorgeest im Landesteil Schleswig und haben eine europaweite Bedeutung.

Hand in Hand

Seit 2009 überträgt das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume die Betreuung auch für Gebiete, die Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzes „Natura 2000“ sind. Insgesamt werden aktuell 161 Naturschutzgebiete, 39 „Natura 2000“-Gebiete und der Nationalpark „Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer“ von 36
Naturschutzvereinen, fünf einzelnen Kräften, den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten und der öffentlichen Hand (Kreise, Städte, Gemeinden) sowie der Integrierten Station Eider-Treene-Sorge und Westküste betreut.

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