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Tanz auf den Wellen : Unter den besten Kitesurfern der Welt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Christian Brill und Marcel Kraas aus St. Peter-Ording testen ihr Können beim World Cup, der noch bis Sonntag in ihrem Heimatrevier stattfindet. Brill will an den Erfolg von vor zwei Jahren anknüpfen.

In St. Peter-Ording hängt wieder alles am Drachen. Beim Think Blue Kitesurf Word Cup treten die besten Kitesurfer der Welt an. Als einzige deutsche Station der PKRA Weltserie (Professional Kiteboard Riders Association, internationaler Verband der Kitesurfer) ist das Wassersport-Spektakel in den vergangenen Jahren zum größten Kitesurf-Event der Welt aufgestiegen. Vor allem die deutschen Teilnehmer fiebern ihrem Einsatz vor den heimischen Fans entgegen.

Zahlreiche Welt- und Europameister sind bei dem Großevent am Start, das bereits zum neunten Mal am Ordinger Strand veranstaltet wird. Unter ihnen sind auch zwei St. Peteraner: der 24-jährige Christian Brill und der 17-jährige Marcel Kraas.

Noch hat Brill, der in Kiel Mathematik und Geographie studiert, für sein Hobby viel Zeit. Er konnte sich auf den Wettbewerb unter den besten Voraussetzungen vorbereiten, nämlich in seinem heimischen Revier, das er wie seine Westentasche kennt, und das nun gleichzeitig Austragungsort des World Cups ist. „Im vergangenen Jahr habe ich an den Weltmeisterschaften nicht teilgenommen, da dieser Termin mit den Deutschen Meisterschaften kollidierte.“ Bei jenem Wettbewerb errang er den dritten Platz. Doch die Weltmeisterschaften sind eine andere Hausnummer, dessen ist sich Brill sicher. Und sein Surfkamerad stimmt ihm dabei zu. „Allein in der Vorrunde treten die 41 Besten der Weltrangliste gegeneinander an“, fügt der 17-jährige Sportler hinzu.

Der Gymnasiast steht sein fünf Jahren auf dem Surfbrett und ist in diesem Jahr zum vierten Mal beim World Cup dabei. Beide haben sich viel vorgenommen. Brill möchte an sein erfolgreiches Auftreten vor zwei Jahren anknüpfen. „Damals landete ich auf dem 17. Platz.“ Und damit gehörte er zu den erfolgreichsten Kitesurfern in der Weltrangliste. „Wenn ich in diesem Jahr genauso erfolgreich bin, kann ich wirklich zufrieden sein.“ Fest steht, dass er zu den 41 zugelassenen Teilnehmern in der Vorrunde gehört. Dafür mag sein gelungener Auftritt bei den Deutschen Meisterschaften im vergangenen Jahr mit eine Rolle gespielt haben.

Wie viele der Wassersportler haben auch die beiden St. Peteraner Sponsoren an ihrer Seite. Allein das speziell geformte Surfbrett kostet mehrere Tausend Euro, verrät Marcel Kraas. „Aber auch meine Eltern unterstützen mich kräftig“, stellt er klar. Das gleiche gilt für Christian Brill. Er verweist auf die Neopren-Anzüge, die im Jahr mindestens einmal ersetzt werden müssen. „Im Normalfall halten diese Anzüge länger, doch bei stärkerer Belastung werden sie auch schneller abgenutzt.“

Steht noch die Frage im Raum, warum die beiden St. Peter-Ording als Austragungsort bevorzugen. „Die Strandkulisse am Südstrand ist beeindruckend“, sagt Marcel Kraas. „Wir haben hier überwiegend glattes Wasser bei Windstärke vier bis fünf“, fügt Brill hinzu. Selten gebe es Böen. Und auch die erwähnte Windstärke ist für den Student wichtig. „Dann macht das Surfen richtig Spaß.“ Man könne zwar auch bei sechs bis sieben durch das Wasser schlittern, doch dabei werde es ungemütlicher und schwieriger.

Mit einer landläufigen Behauptung wollen die beiden Teilnehmer aber aufräumen. „Es wird immer wieder behauptet, Kitesurfen sei ein gefährlicher Sport.“ Er müsse natürlich von Grund auf, unterstützt von fachkundigen Trainern, erlernt werden. „Und in dieser Phase ist jede Sportart gefährlich“, gibt Brill zu verstehen. Doch wenn man erst einmal die Lernphase hinter sich hat, sei es ungefährlich. „Da gibt es weitaus gefährlichere.“ Marcel Kraas kann dies nur bestätigen. „Es kommt darauf an, wie man sich auf derartige Wettkämpfe vorbereitet. Ich habe mir seit der Teilnahme im vergangenen Jahr einige Tricks angeeignet, die ich diesmal anwenden werde“, verrät er und schmunzelt dabei. „Man darf sich nie auf errungenen Fähigkeiten ausruhen.“ Wie auch im Berufsleben, so gelte es auch hier, sich weiterzubilden. Am liebsten würde er sofort in die am Surfbrett befestigten Schuhe schlüpfen und loslegen. Doch vorher will er sich noch über seine Bewertung informieren. Ob er auch in die Vorrunde platziert wurde, das war für ihn die spannende Frage.

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