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Rotter Abendmahlschrank: : Ungebetenem Besuch auf der Spur

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Er hat gelitten im Laufe der Jahre, deshalb soll der Rotter Abendmahlschrank aufwändig restauriert werden. Schlechte klimatische Bedingungen im Ostenfelder Bauernhaus hatten ihm arg zu gesetzt. Im Nordsee-Museum wird der Schrank nun gründlich untersucht.

Wegen schlechten klimatischen Bedingungen wurde der sogenannte Rotter Abendmahlschrank im vergangenen Jahr vom Ostenfelder Bauernhaus ins Nordsee Museum gebracht. Dort wurden umfangreiche Reinigungs- und Restaurierungsarbeiten vorgenommen, die im Februar durch die Holzrestauratorin Kristin Goda und die Metallrestauratorin Corinna Krömer ihren vorläufigen Abschluss fanden.

Bevor das Möbelstück in den Ausstellungsräumen gezeigt werden kann, muss jedoch ein Monitoring zeigen, ob es noch holzzerstörende Insekten beherbergt. Da diese naturgemäß von April bis Juli ihre Ausflugszeiten haben, konnte die Untersuchung erst jetzt durch die Diplom-Restauratorin Stephanie Schipper vorgenommen werden. „Auf dem weißen Papier, das vor Monaten unter und im Schrank ausgelegt wurde, war Holz-Mehl zu finden, was eindeutig auf einen akuten Befall mit Schädlingen hinweist“, erklärte Stephanie Schipper.

Drei Maßnahmen kommen ihrer Ansicht nach dafür in Betracht, die Insekten unschädlich zu machen. „Bei der thermischen Behandlung wird das Möbel für zwei bis sechs Tage in einer Klimakammer auf 65 Grad erhitzt, wobei die Luftfeuchtigkeit stets überwacht und angepasst wird“, so die Fachfrau. Etwa vier bis sechs Wochen dauere die Begasungs-Methode, bei der in einer Stickstoff-Kammer der Sauerstoff in den Holzporen durch Stickstoff ersetzt wird. Als letztes käme die chemische Behandlung, bei der ein flüssiger Chitin-Synthese-Hemmer mit einer Spritze in die Ausflugs-Löcher injiziert wird, in Betracht. „Die Letztere ist jedoch nicht unbegrenzt umweltverträglich, deshalb würde ich davon absehen“, verdeutlichte Stephanie Schipper.

Ob die thermische Behandlung überhaupt in Frage kommt, muss eine Rücksprache mit Kristin Goda zeigen. Sollte der Lack der mehr als 370 Jahre alten sogenannten Schenkschieve wachshaltig sein, kann diese nicht in die Klimakammer, denn das Wachs würde weich werden. „Die Begasung ist zwar nicht die preiswerteste, aber sicherlich die beste Variante, um dieses imposante Kunstwerk der Nachwelt zu erhalten“, so Stephanie Schipper. „Wir sind sehr glücklich darüber, mit der Fielmann AG einen Sponsor zu haben, ohne dessen Engagement die Restaurierung nicht möglich gewesen wäre“, sagte die Museums-Volontärin Franziska Horschig.

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erstellt am 26.Aug.2013 | 12:59 Uhr

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