Zug überrollt Kuh : Unfall auf der Marschbahn-Strecke sorgt für Verspätungen

Erst nach rund zwei Stunden konnte die getötete Kuh abtransportiert werden.

Erst nach rund zwei Stunden konnte die getötete Kuh abtransportiert werden.

Die Feuerwehr musste 500 Meter zu Fuß zur Unfallstelle laufen. Die Bergung der Kuh gestaltete sich schwierig.

shz.de von
14. August 2018, 13:01 Uhr

Koldenbüttel | Stillstand in beide Richtungen auf der Marschbahnstrecke Hamburg-Westerland am Dienstagmorgen: Gegen neun Uhr hatte der aus Richtung Husum kommende Regionalzug RE6 bei Kilometer 149,8 eine Kuh erfasst, die unter den Zug geriet. Die zentrale Rettungsleitstelle Nord in Harrislee wurde über Notruf von dem Vorfall informiert und löste Alarm für die Feuerwehr Koldenbüttel aus. Durch das starke Abbremsen des Zuges wurde keiner der 180 Reisenden verletzt. Auch der Zug blieb fahrbereit.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr, die schwerpunktmäßig für Unfalleinsätze und auch für Unfälle an der Bahnlinie mit Rettungsschere und Spreizer ausgerüstet sind, eilten zum Bahnübergang Norddeich. Eine direkte Anfahrt an den Unfallort war aber nicht möglich; die Feuerwehrleute mussten zu Fuß noch einen halben Kilometer auf den Gleisen zurücklegen, um an den Einsatzort zu gelangen. Mittels Schläuchen und Seilen gelang es den Einsatzkräften, die unter dem Zug liegende und tödlich verletzte Kuh auf die Fläche zwischen beiden Gleisen zu ziehen.

Bundespolizei und Notfallmanager eilten ebenfalls an die Unglücksstelle. Die nächstgelegenen Schranken wurden gesperrt. Feuerwehrleute wiesen den Verkehr zurück. Da kein direkter Zugang zum Unglücksort bestand, musste sich auch der anrückende Traktor auf der Fläche neben den Gleisen bewegen. Nach rund zwei Stunden konnte die Kuh, die nach ersten Erkenntnissen aus einem Maisfeld neben der Bahnlinie aufgetaucht war, in Planen verpackt vom Gleisbett gezogen werden.

Der zuständige Tierhalter wurde durch die Bundepolizei ermittelt und mit der Bergung des Tieres beauftragt. Ein Strafverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr wurde gegen ihn eingeleitet.

Im Bahnverkehr kam es auf der Hauptlinie zu erheblichen Verspätungen. Durch den Vorfall erhielten Sieben Züge insgesamt 140 Minuten Verspätung. Des Weiteren kam es zu drei Teilausfällen und zwei Fahrten von Ersatzzügen.

(mit dpa)

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