Dreijähriges Kind : Unfall an Badestelle Schlüttsiel gibt Rätsel auf

Dieses 60 Kilogramm schwere Geländer kippte aus bisher  ungeklärter Ursache um und traf einen Dreijährigen am Kopf.
Dieses 60 Kilogramm schwere Geländer kippte aus bisher ungeklärter Ursache um und traf einen Dreijährigen am Kopf.

Ein dreijähriges Kind war an der Badestelle Schlüttsiel verunglückt. Ein 60 Kilogramm schweres Geländer stürzte um und traf das Kind am Kopf. Bislang hat niemand eine Erklärung dafür, wie das passieren konnte. Ein Sachverständiger hat Spuren gesichert.

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06. Juni 2014, 12:30 Uhr

Der Schreck sitzt Claudia Weinbrandt noch immer in den Gliedern. Der Badeunfall am Fähranleger Schlüttsiel, bei dem ein dreijähiger Junge schwer verletzt wurde, beschäftigt die Bürgermeisterin der kleinen Nordsee-Gemeinde Ockholm ohne Unterlass. „Wir wissen echt nicht, wie das passieren konnte“, sagt sie.

Wie berichtet, war am Montag gegen 16.45 Uhr ein 60 Kilogramm schweres Geländer, das als Handlauf vom Badestrand ins Wasser führt, umgestürzt. Es traf das Kind am Kopf. Der kleine Junge wurde mit Verdacht auf Schädelbasisbruch mit dem Rettungshubschrauber in die Klinik nach Heide geflogen.

„Wir sind sowas von froh, dass es dem Kind inzwischen wieder besser geht“, so Claudia Weinbrandt gestern. Sie hatte am Mittwoch kurz mit dem Vater im Krankenhaus telefonieren können.

Die Bürgermeisterin von Ockholm ist gleichzeitig Vorsitzende des Zweckverbandes Schlüttsiel, der auch für die Badestelle am Fähranleger zuständig ist. „Seit mehr als 20 Jahren betreiben wir die, und es ist noch nie etwas passiert“, berichtet sie. Erst am 24. Mai, also neun Tage vor dem Unfall, sei die Badestelle eingerichtet worden. Wie immer hatte das Ordnungsamt geprüft, ob alle vorgeschriebenen Einrichtungen wie Rettungsring und Hinweistafeln, auf denen nachzulesen ist, was im Notfall zu tun ist, vorhanden sind. „Es gab keine Beanstandungen“, so Ose Martensen vom Amt Mittleres Nordfriesland. Allerdings gehört die Überprüfung von Geländern nicht zu den Punkten auf dem Standard-Formular, das die Mitarbeiterin auszufüllen hat. Abteilungsleiter Arno Hansen: „Wir werden in einer Runde mit dem Zweckverband klären, was man künftig machen kann.“ Eines stehe fest: „Wir müssen achtsamer sein.“ Wie es zu dem Unglück kommen konnte, ist für alle ein Rätsel und bietet Raum für Mutmaßungen. „Da sind viele Fragezeichen“, so Hansen. Wurde das Geländer fachgerecht montiert? Haben Unbekannte an den Bolzen gedreht? Und wenn Mutwilligkeit dahintersteckt – kann man sowas in Zukunft verhindern?

Ein Sachverständiger war am Dienstag vor Ort und hat Spuren gesichert. Das Geländer ist inzwischen wieder montiert – mit noch dickeren Bolzen als zuvor.

Die von dem Unglück betroffene Familie stammt aus Nordrhein-Westfalen. Mutter und Kind wollten sich beim Kuraufenthalt in Nordfriesland erholen.

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