Drillinge in Bredstedt : Und plötzlich waren sie zu fünft

Die Drillinge Nele, Jule und Sünje (v. l.) auf den Armen ihrer Eltern Sonja und Oliver Marx.
Die Drillinge Nele, Jule und Sünje (v. l.) auf den Armen ihrer Eltern Sonja und Oliver Marx.

Sonja und Oliver Marx sind Eltern von Drillingen geworden. Bis zum sechsten Schwangerschaftsmonat waren die Ärzte noch davon ausgegangen, dass sie Zwillinge bekommen würden. Darauf stellte sich das junge auch Paar ein.

shz.de von
19. Juli 2015, 16:00 Uhr

Zuerst war es ein kurzer Schock, gibt Oliver Marx zu. „Der hat aber nur für wenige Stunden angehalten, danach war nur noch Freude da.“ Erst Anfang des sechsten Schwangerschaftsmonats bekamen seine Frau Sonja und er die Nachricht, dass sie keine Zwillinge erwarten – sondern Drillinge. „Das war eigentlich eine ganz normale Routineuntersuchung, plötzlich war der Schatten eines dritten Kopfes zu sehen“, erinnert sich der 32-Jährige. Ein weiterer Termin bei einem Ultraschall-Spezialisten gab ihnen dann die Gewissheit – obwohl er auch dann noch leichte Zweifel hatte. „Wer weiß, bei der Geburt hätten es ja auch vier sein können“, sagt er und lacht.

Doch dazu kam es dann nicht. Am 29. Mai, um 8.52, 8.53 und 8.54 Uhr, erblickten Nele, Jule und Sünje in der Diako Flensburg gesund und munter das Licht der Welt. Gut fünf Wochen blieb Sonja Marx noch mit ihren drei Frühchen dort, seit vergangener Woche sind sie zu Hause in Bredstedt. Und dort musste sich kurz vorher noch einiges ändern.

Nur wenige Wochen zuvor war das Paar noch davon ausgegangen, bald eine vierköpfige Familie zu sein – jetzt waren sie allerdings zu fünft. Die beiden hatten gerade begonnen, das Kinderzimmer für Zwillinge herzurichten – hatten Betten, Wippen und weiteren Babybedarf für zwei Kinder eingekauft und sich außerdem ein neues Auto angeschafft. „Wir haben uns extra einen Kombi gekauft, in den wir auf der Rücksitzbank problemlos zwei Kindersitze unterkriegen“, sagt Oliver Marx. Doch auch drei Sitze passen erst mal rein und sogar der große Kinderwagen findet im Kofferraum Platz. „Irgendwann muss dann wohl aber doch ein Kleinbus her.“

Die Renovierungsarbeiten brachen sie vorerst ab, zogen mit dem Elternschlafzimmer in das eigentliche Kinderzimmer um und begannen nun, den größeren Raum für Nele, Jule und Sünje herzurichten. „Wir hatten zum Glück noch keine Tapete mit bunten Kindermotiven an der Wand“, sagt Sonja Marx lachend. „Und zum Glück haben wir den Platz“ – bis der Nachwuchs alt genug ist und vielleicht jeder sein eigenes Zimmer haben möchte. „Aber das kriegen wir dann auch hin“, sind sich die beiden sicher.

Insgesamt wirken die jungen Eltern überaus entspannt und scheinen sehr souverän mit ihrer neuen Situation klarzukommen. Etwa alle vier Stunden wollen die Mädchen gefüttert und frisch gewickelt werden: Eineinhalb bis zwei Stunden sind ihre Eltern dann mit der Nahrungszubereitung, Fütterung, Windeln wechseln, aufräumen und abwaschen beschäftigt. „Da kommt man fast gar nicht hinterher – wir haben gerade erst mal wieder Nachschub an Fläschchen geholt“, sagt Oliver Marx. Etwa 130 bis 140 Windeln pro Woche verbrauchen sie momentan.

Zugute kommt ihnen, dass die beiden eineiigen Drillinge Jule und Sünje fast denselben Rhythmus haben, wann sie schlafen wollen und wann sie hungrig werden. Aber auch der zweieiige Drilling Nele passt sich langsam seinen Schwestern an. „Nele ist sowieso die Ruhigste, die können wir problemlos zuletzt füttern. Sünje dagegen ist zwar am kleinsten – dafür aber auch die aktivste. Und Jule ist eine Mischung aus den beiden“, sagt Oliver Marx. „Ich glaube ehrlich gesagt, dass es kein großer Unterschied ist, ob man Zwillinge oder Drillinge hat. Aber wir haben auch Glück. Die meinen das wirklich ganz gut mit uns.“

Zusätzlich bekommen die beiden viel Hilfe von der Familie, von denen die meisten ganz in der Nähe wohnen. „Die muss man nicht mal fragen – die freuen sich, wenn sie helfen können“, freuen sich die jungen Eltern. Und auch Freunde unterstützen sie, wo sie können – und lassen sie sonst auch mal in Ruhe. „Es ist zum Glück nicht so, dass uns jetzt alle die Bude einrennen“, sagt der 32-jährige Vater. „Das läuft alles ganz dezent.“

Ob sie sich vorstellen können, noch weitere Kinder zu bekommen? „Gerade ist der Wunsch noch nicht da“, sagen sie übereinstimmend. „Aber für irgendwann würden wir es auch nicht ausschließen.“

Zuerst genießen sie aber die Zeit mit Nele, Jule und Sünje und freuen sich auf die nächsten Jahre. „Ich stelle mir jeden Tag vor, wie es in Zukunft wird“, sagt der Vater – „wenn sie zwei Jahre älter sind, wenn sie erwachsen sind. Oder aber auch, wie es wird, wenn die drei Mädchen alle zu gleichen Zeit in die Pubertät kommen.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen