Bredstedt : Unabhängige Beratung für jedermann

Informationen rund die Gestaltung des Älterwerdens gibt es künftig auch im Tondern-Treff: Ulrike Petersen (M., hier mit Margret Werth und Dörte Stöber vom Tondern-Treff) hilft.
Informationen rund die Gestaltung des Älterwerdens gibt es künftig auch im Tondern-Treff: Ulrike Petersen (M., hier mit Margret Werth und Dörte Stöber vom Tondern-Treff) hilft.

Ab Montag gibt Ulrike Petersen im Tondern-Treff einmal monatlich kostenlose Hilfestellung für die Pflege und Versorgung zu Hause.

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01. Juli 2018, 15:00 Uhr

Welche Hilfen stehen mir zu und wer bezahlt sie? Wo und wie bekommt man das alles? Wie fülle ich die Anträge richtig aus? Wie finde ich einen Pflegedienst, und was kostet es? Wichtige Fragen, mit denen sich Betroffene – das sind Menschen mit Behinderungen, Pflegebedürftige, Ältere, deren Angehörige, aber auch Betreuer – häufig allein gelassen fühlen. Dabei gibt es individuelle, unabhängige und kostenlose Hilfe praktisch gleich um die Ecke: die sogenannten Pflege-Stützpunkte. Für alle, denen der Weg in die wöchentliche Sprechstunde im Husumer Gesundheitsamt (donnerstags von 8 bis 11 Uhr) bisher zu weit war, gibt es eine Alternative: Künftig wird eine zusätzliche weitere Sprechstunde angeboten – und zwar an jedem ersten Montag im Monat ab 10 Uhr im Bredstedter Tondern-Treff (Osterstraße 28). Übermorgen, am 2. Juli, geht es los. Jeder Ratsuchende – ob Betroffener, Angehöriger oder Interessierter (das können auch Haupt- und ehrenamtlich Tätige aus de Pflege- und Sozialbereich sowie Organisationen und Institutionen im Pflege und Sozialbereich sein) – ist willkommen. Ansprechpartnerin vor Ort ist Ulrike Petersen. Sie ist für den Bereich Mittleres Nordfriesland sowie Amrum und Föhr zuständig und telefonisch unter 04841/67-731 erreichbar. Hier können mit ihr – und das ist nicht jedem bekannt – nach telefonischer Vereinbarung auch Hausbesuche abgesprochen werden.

Im Tondern-Treff steht Ulrike Petersen an jedem ersten Montag im Monat ein separates Büro zur Verfügung – ein geschützter Raum also, in dem sie sich mit den Anliegen ihrer Klienten ungestört und ungehört auseinandersetzen kann.

Ein Hauptanliegen des Pflege-Stützpunkts ist es, dabei zu helfen, das Bedürftige möglichst lange eigenständig und selbstbestimmt in ihrem Zuhause leben können – und dafür werden Mittel bereitgestellt. Ulrike Petersen: „Die Menschen wollen zu Hause bleiben, und das ist auch meistens möglich.“ Ein Problem: „Seit acht Jahren gibt es das Angebot, doch es ist immer noch kaum bekannt.“ Es werde einfach nicht genügend kommuniziert. Dabei liegen auch Flyer in den Praxen aus, „doch viele Ärzte haben uns noch nicht auf dem Zettel“, bedauert sie. Und viele Bedürftige beschäftigen sich zuwenig mit dem Thema. So entstünden Informations-Defizite. Beispielsweise wissen viele nicht, dass ihnen 125 Euro monatlich für eine Verhinderungspflege oder Umbaumaßnahmen im Haus zustehen. „Oder, dass sie für eine Hilfe zu Hause und eine Tagespflege doppeltes Geld beantragen können.“

„Pflege zu Hause – das bedeutet nicht immer, dass der Betroffene bettlägerig ist“, sagt Ulrike Petersen. Sie gibt auch Hilfsmittelberatung („Viele gibt es über ein Rezept vom Hausarzt“), unterstützt beim Ausfüllen von Anträgen, vermittelt Ansprechpartner bei Beschwerden, hilft bei Fragen zu den Pflegegraden („Wenn ein Pflegegrad abgelehnt wurde, heißt es nicht, dass nichts zu bekommen ist“) und gibt auch Auskunft, wenn es um ehrenamtliches Engagement im Bereich der Pflege geht. In Bredstedt sei eine Sprechstunde wichtig. „Die Stadt boomt.“

Margret Werth und Dörte Stöber vom Tondern-Treff (eine Einrichtung für Bürger über 60 Jahre im gesamten Amtsgebiet, nicht nur für Bredstedter) freuen sich über das neue Angebot im Hause. Der Pflegestützpunkt ergänzt das Programm, zu dem neben Veranstaltungen und Vorträgen auch Sprechstunden des Betreuungsvereins, der Familienbildungsstätte, der Alzheimer Gesellschaft NF, der Deutschen Rentenversicherung Bund, das Trauercafé des Ambulanten Hospiz-Diensts Husum sowie die Handy-Scouts gehören. Informationen, wann und wo diese stattfinden, gibt es in der Tagespresse, im Treff (werktags von 9 bis 11 Uhr) oder unter Telefon 04671/9432696 bzw. E-Mail info@tonderntreff.de.

Gesetzliche Grundlage

Die Pflege-Stützpunkte wurden nach § 92c SGB XI eingerichtet. Je ein Drittel der Kosten tragen Pflege- und Krankenkassen, der Kreis Nordfriesland und das Sozialministerium des Landes Schleswig-Holstein.

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