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Wir in Mildstedt : Umfrage: Mildstedter wünschen sich Bürgertreff

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

150 Haushalte beteiligten sich an der Aktion „Wir im Quartier – wir in Mildstedt“ von Gemeinde und Arbeiterwohlfahrt. 95 Prozent gaben an, gute Nachbarn zu haben.

Die Einladung kam frühzeitig – die kompetenten Teilnehmer ebenfalls. Nachdem bereits zwei Bürgerversammlungen mit jeweils weit mehr als 100 Teilnehmern stattgefunden hatten, folgte nun das erste Netzwerktreffen in der fast 4000 Einwohner zählenden Gemeinde. Ein Rückblick: Unter der Gesamtüberschrift „Wir im Quartier – wir in Mildstedt“ hatten Gemeinde und Arbeiterwohlfahrt (Awo) zwei Bürgerversammlungen abgehalten und Fragebögen an alle Haushalte verschickt.

Im Kern geht es um das Miteinander in der Gemeinde – um Wünsche und Erfahrungen. 150 Fragebögen, der an 1600 Haushalte verteilten Schriftstücke, sind bis zum Stichtag am Freitag (9. Oktober) zurückgegeben worden – „und damit haben wir gut 300 Einwohner erreicht“, zeigte sich der Awo-Vorsitzende Hans-Peter Henkens am Montag (12. Oktober) zufrieden.

Die Kieler Koordinatorin des Projekts Quartiersentwicklung von der Awo Pflege, Gesa Wulff, umschrieb das Vorgehen für damit, dass nur mit vielen anderen zusammen etwa passiere– nicht allein. Mit der Bezeichnung Quartier ist Mildstedt gemeint. Um das Projekt umzusetzen, gehört professionelle und ehrenamtliche Hilfe zum Plan. „Es ist ein Antrag auf Fördergelder für einen Quartiersmanager beim Deutschen Hilfswerk zu stellen“, beschreibt Gesa Wulff den nächsten Schritt. Dazu sei eine Bedarfsanalyse erforderlich. Diese habe mit der Bürgerbefragung bereits stattgefunden. „Dass wir rund zehn Prozent der Fragebögen zurückerhalten haben, halte ich für ein ziemlich gutes Ergebnis – die Angelegenheit ist ja schließlich keine Kommunalwahl“, beurteilt die Koordinatorin. Von dem Vorhaben der Awo können laut Gesa Wulff letztlich alle profitieren. Der TSV Mildstedt ist erster Kooperationspartner. „Zwölf Teilnehmer zwischen 68 und 90 Jahren nehmen das TSV-Angebot gerne an. Es haben bereits drei Termine stattgefunden“, verrät Susanne Eisenstein, Leiterin des Awo Service- und Wohnzentrums.

Die Kieler Koordinatorin stellte nachfolgend den Fragebogen und die daraufhin erhaltenen Auskünfte detailliert vor: Positiv fiel das Ergebnis bei der Frage „Können Sie sich vorstellen, als ältere Person in Mildstedt zu leben?“ aus: 77 Prozent sagten „Ja“. Und dass vielen Mildstedtern ist ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn wichtig ist, drückten 67 Prozent der Befragten positiv aus. „95 Prozent haben in Mildstedt prima Nachbarn“, signalisierte die Projektleiterin, „das Verhältnis scheint gut zu sein. Aber 53 Prozent fragen ihre Nachbarn eher selten bei Problemen.“ Was bei einer weiteren Frage allerdings gewünscht werde. Denn bei „Wie wichtig wäre eine organisierte Nachbarschaftshilfe?“ votierten 29 Prozent mit „sehr wichtig“ und 50 Prozent halten sie für „wichtig“.

„Diese Fragebögen repräsentieren aber jeweils einen Haushalt und nicht eine Einzelperson“, unterstrich Awo-Vorsitzender Hans Peter Henkens. Und schließlich wird auch gefragt, „welche Unterstützung denn gewünscht wird?“ Ganz oben mit 18 Prozent stand die Antwort, dass bei Gartenarbeiten Hilfe gewünscht sei. 14 Prozent wünschten sich eine Hilfe im Haushalt. Zwölf Prozent wünschten sich hingegen gelegentliche Fahrdienste. Neun Prozent wünschten sich handwerkliche Hilfen, sieben Prozent hätten gerne einen Besuchsdienst, fünf Prozent eine Einkaufshilfe und neun Prozent Hilfe beim Umgang im Internet.

Und schließlich wären da noch die Angebote, die in Mildstedt vermisst werden: 40 Prozent der Befragten wünschten sich eine Begegnungsstätte – beispielsweise ein Dorfcafé oder einen Bürgertreff. „Viele hatten das Wort Dorfcafé extra noch zusätzlich unterstrichen“, vermerkte die Projektleiterin. Weitere Wünsche ließen sich vielleicht realisieren: Informationen zum altersgerechten Wohnen oder Austausch zwischen den Generationen zählten unter anderem dazu.

Der Projektleiterin ist freilich bekannt, dass es in Mildstedt schon ein Netzwerk gibt, was der TSV-Vorsitzender Michael Franzke damit bestätigte, dass es in den Sparten bereits zwölf Angebote für Senioren gebe. Auch Pastorin Marion Munske verwies auf einen monatlich stattfindenden Spielenachmittag. Und die Awo sowie die Kirchengemeinde bieten jeweils einmal monatlich ein Essen in Gemeinschaft an. Aber Gesa Wulff ist wichtig, dass jeder davon weiß. „Wer kennt alle Angebote und Anbieter?“, fragte sie in die Runde.

„Unser Jugendtreff ist ja jeden Nachmittag besetzt. Bei Anruf könnte ich beispielsweise zwei Jugendliche losschicken, die bei einer älteren Person zuhause die Glühbirne wechseln oder Spinnennetze entfernen“, bot die Leiterin des Jugendzentrums, Maike Francke spontan an. Gesa Wulff und Susanne Eisenstein antworteten darauf: „Wir nehmen das Angebot des Jugendtreffs gern an und ich könnte mir auch vorstellen, dass die Kindergartenkinder mal zum Vorsingen kommen.“ Ein erster Schritt ist getan.

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