Deutsch-Dänische Konferenz : Umdenken für gerechtere Gesellschaft

Drei für Nachhaltigkeit: (v. l.) Dr. Matthias Hüppauff, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland, Minister Dr. Robert Habeck und Landrat Dieter Harrsen.
Drei für Nachhaltigkeit: (v. l.) Dr. Matthias Hüppauff, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland, Minister Dr. Robert Habeck und Landrat Dieter Harrsen.

Um nachhaltiges Arbeiten und Wirtschaften drehte sich eine deutsch-dänische Konferenz im Nordsee-Congress-Centrum in Husum. Minister Robert Habeck setzt jetzt auf eine grenzübergreifende Ideensammlung.

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22. November 2013, 12:00 Uhr

Eine kurvige Straße kann ein Baugebiet nachhaltiger machen, denn sie bewirkt automatisch, dass Autos langsamer fahren. Das führte Torben Jarlstrøm Clausen von der Kommune Odense als Beispiel dafür an, wie der größte Ort auf der dänischen Insel Fünen den sperrigen Begriff der Nachhaltigkeit in konkretes Handeln übersetzt. Mit Hilfe eines Puzzlespiels, bei dem auf jedem Puzzlestück ein Nachhaltigkeitsaspekt steht – von barrierefrei bis klimafreundlich – wird in Odense jedes Bauvorhaben und jede Änderung der Verwaltungsstruktur auf Nachhaltigkeit geprüft, und es werden Ideen gesammelt, wie es noch besser gemacht werden könnte. „Das kostet vielleicht am Anfang, aber auf lange Sicht spart man Geld“, betonte Clausen.

Er folgte damit als einer von vielen Referenten bei einer Nachhaltigkeitskonferenz für die deutsch-dänische Region dem Aufruf des Ministers Dr. Robert Habeck: „Wirtschaftswachstum allein kann es nicht sein, aber Lebenszufriedenheit ohne Wirtschaftswachstum kann es auch nicht geben. Also lassen Sie uns Ideen sammeln, wie wir eine qualitativ hochwertige Prosperität erreichen und wie sich das in konkreten Projekten niederschlagen kann.“ Über Habecks Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Schleswig-Holstein war die Konferenz zusammen mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland im Husumer Nordsee-Congress-Centrum organisiert worden. Zu den Mitveranstaltern zählten die Beratungsstelle Frau & Beruf Nordfriesland und der Deutsche Gewerkschaftsbund Schleswig-Holstein Nordwest. „Hauptsponsoren“ der Veranstaltung waren die grenzübergreifenden Projekte „Die Deutsch-Dänische Region“ und Vækstcentret/ Wachstumszentrum.

Fabian Tellmann vom Wachstumszentrum präsentierte ein Konzept zum nachhaltigen Zusammenwachsen der Wirtschaftsräume beiderseits der Grenze. Dafür ist „Die Deutsch-Dänische Region“ als Marke entwickelt worden, um die Unternehmensnetzwerke und insbesondere gemeinsame Tourismusprojekte zu fördern.
Als Titel hatten die Veranstalter „Da geht noch was! Nachhaltige Entwicklung in der deutsch-dänischen Region“ gewählt. „Ein gutes Geleitwort, denn da geht noch viel mehr, nicht nur in dieser Region“, stimmte Dr. Günther Bachmann vom Rat für Nachhaltige Entwicklung aus Berlin zu. Für ihn ist Nachhaltigkeit „eine Lebensweise, mit der die Gesellschaft zusammenwächst und nicht auseinanderdriftet“. Sein Institut habe deshalb den Deutschen Nachhaltigkeitskodex für Unternehmen entwickelt. „Darin gehen wir weg von der Diskussion um die Kosten und Risiken der Nachhaltigkeit, stattdessen sprechen wir über Ertrag und Nutzen.“ Der Kodex sei auch für Kommunen geeignet.

Im weiteren Verlauf der Konferenz ging es mit Vorträgen und in Diskussionsrunden um nachhaltiges Management, verantwortungsvolle Ernährungswirtschaft und Beispiele aus der Praxis. Von der nordfriesischen Genossenschaft „eE4mobile“ wurde ein Elektroauto für Probefahrten zur Verfügung gestellt und das Projekt „Nationalpark-Partner“ für nachhaltigen Tourismus vom Landesamt für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz vorgestellt.

Dass auch Kunst unter nachhaltigen Aspekten funktioniert, zeigte die gebürtige Flensburgerin Christiane Limper, die sich in ihren Arbeiten vorwiegend mit dem Umgang mit Ressourcen beschäftigt.

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