Ulrich: Für mehr Miteinander und Respekt

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26. September 2019, 10:46 Uhr

PEllworm | Schon die Einladung zum Vortrag des ehemaligen Landesbischof em. Dr. h.c. Gerhard Ulrich in das Bürgerhaus Danzsool war dazu angetan, große Neugierde zu wecken. Mit einer Textzeile von einem Lied der Rolling Stones aus dem Jahr 1969 warb Ulrich für den Besuch zu seinem Vortrag zum Thema „Kommunizieren und Handeln angesichts klimatischer Veränderungen hier und weltweit“. „You can't always get what You want“ – dieses Song-Text-Zitat stellte der Redner an den Beginn seiner Ausführungen.

Um dann eine Kernaussage seines Vortrages auszusprechen: „Konfrontation mit der Realität ist ein Grundprinzip gelingender Kommunikation.“ Angesichts der sich abzeichnenden Gefährdungen durch die sich vollziehenden, dramatischen Veränderungen des Erdklimas sei es dringend geboten, miteinander ins Gespräch zu kommen, um diese drohenden Gefahren abzuwehren, zu minimieren und – wenn möglich – gemeinschaftlich zu bewältigen.

Es gebe nicht nur den Klimawandel, der den Meeresspiegel ansteigen lässt: auch in der Kommunikation sei eine Art Überhitzung zu beobachten, so Ulrich. „Populistische Parolen prägen die politische und gesellschaftliche Diskussion, die Sehnsucht nach einfachen Antworten in einer immer komplexer werdenden Welt wächst ständig. Und immer häufiger wird dabei im Chor von Fakten-Verleugnung ein Grundsatz sträflich missachtet: Die Würde eines jeden Menschen ist unantastbar.“

„Es scheint etwas Zentrales in uns verlorengegangen zu sein“, erklärte der Landesbischoff. Respekt und Rücksicht auf den anderen. „Erst wenn wir diesem Urgebot menschlichen Zusammenlebens wieder die gebührende Beachtung einräumen, nur dann werden wir die auf uns zu kommenden Herausforderungen erfolgreich bewältigen können.“

Zum Schluss richtete der emeretierte Theologe einen Appell an die Pellwormer: nicht nachzulassen damit, auf die Ernsthaftigkeit aufmerksam machen, mit der die Klimaziele verfolgt werden müssen. Und dann die Lebenswelten gestalten – miteinander, füreinander, nicht gegeneinander: „Es ist nichts gewonnen, wenn einige sich als Sieger fühlen: Dann haben wir alle verloren.“

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