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Starkregen in Nordfriesland : Überschwemmungen in Tönning: „So etwas haben wir noch nie erlebt“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Tönning gleicht einer Seenlandschaft: Heftiger Regen sorgte für einen Großeinsatz bei Feuerwehren und Technischem Hilfswerk.

Tönning | Sturmtief Xavier hatte gestern nicht nur orkanartige Böen mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometer im Gepäck. Zeitweise fielen rund 50 Liter auf dem Quadratmeter, die nicht nur Keller, sondern auch Straßen unter Wasser setzten. Zu den Regionen, die besonders betroffen waren, gehörte Tönning.

Der erste Alarm kam um 11 Uhr – die Schule am Ostertor stand unter Wasser. Hier mussten unter anderem die Toiletten-Anlagen geschlossen werden. „Das Problem war die Martje-Flohrs-Straße“, erläuterte der Hausmeister der Bildungsstätte, Manfred Hartwig. Von dort aus seien die Wassermassen ungehindert in die Schule geflossen. Horst-Werner Knüppel, Leiter der dänischen Uffe-Skolen, machte sich ebenfalls ein Bild vom Ausmaß der Überflutungen an seiner Schule. So wurde unter anderem die Küche, die sich im Kellergeschoss befindet, stark in Mitleidenschaft gezogen. Neben der Freiwilligen Feuerwehr waren auch die Lehrkräfte damit beschäftigt, das Wasser aus den Räumen abzusaugen.

Stundenlang waren die Mitarbeiter der Uffe-Skolen damit beschäftigt, die Schulküche wieder in Ordnung zu bringen.
Stundenlang waren die Mitarbeiter der Uffe-Skolen damit beschäftigt, die Schulküche wieder in Ordnung zu bringen. Foto: hjm
 

Doch das war erst der Anfang: „Im Minutentakt ging es weiter“, schilderte Tönnings Wehrführer Dr. Stefan Klützke die Lage. „Uns wurden gleich mehrere unter Wasser stehende Straßenzüge gemeldet.“ Vor Ort glich Tönning einer Seenlandschaft. Bewohner aus dem Gebiet Skaerbaekvej und den angrenzenden Straßen konnten ihre Grundstücke nicht mehr verlassen – das Wasser stand alsbald mehr als Knöchelhoch. „So etwas haben wir hier noch nie erlebt“, berichtet eine Anwohnerin. Doch sie sei froh, dass so viele Feuerwehren tatkräftig im Einsatz sind.

Mehr als 700 sturmbedingte Einsätze gab es für die Feuerwehren in Schleswig-Holstein. Die Aufräumarbeiten im Video:

 

Einsatzkräfte und Pumpen waren auch dringend erforderlich, denn die Kanalisation konnte diese enormen Wassermengen nicht mehr aufnehmen. Es wurde Großalarm ausgelöst – und die gesamte Feuerwehr-Bereitschaft Nordfriesland rückte aus – das sind Einsatzkräfte aus Emmelsbüll/Horsbüll, Niebüll-Deezbüll, Risum, Bredstedt, Breklum, Viöl, Wittbek, Mildstedt, Wester-Ohrstedt, Garding und Hattstedt. Zusätzlich wurde das Technische Hilfswerk Tönning alarmiert sowie die Feuerwehren aus Tönning, Kating und Oldenswort. Da auch dies nicht ausreichte, wurden weitere Kräfte aus dem Nachbar-Landkreis Schleswig-Flensburg angefordert, die anrückten. Mit Hochleistungspumpen wurde das Wasser abgepumpt. Dankbar sind die Einsatzkräfte dem DRK Tönning, das mit mehreren Fahrzeugen vor Ort war – und Betreuung und die Verpflegung der erschöpften Einsatzkräfte übernahm.

Die Feuerwache in Tönning war ab der ersten Alarmierung ständig mit Einsatzkräften besetzt, ebenso mit dem Büroleitenden Beamten der Stadt, Matthias Haase, und dem Bauhofleiter Cornelius Rudeck. „Es ist gut zu wissen, dass es Menschen gibt, die anderen helfen, wenn Hilfe benötigt wird“, erklärte Kreiswehrführer Christian Albertsen. Vielen sei allerdings nicht bewusst, dass gerade tagsüber die Helfer dafür ihre Arbeit verlassen. Die Zusammenarbeit der vielen unterschiedlichen Einsatzkräfte – rund 170 waren vor Ort bis in den späten Abend hinein beschäftigt – hat nach Worten von Stefan Klützke, der die Oberleitung innehatte, „hervorragend geklappt“.

Auch am Freitag gab es im Zugverkehr massive Probleme in Folge des Sturmtiefs. Alle Informationen dazu lesen Sie HIER.

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