Ü-Eier : Überraschung am Strand von St. Peter-Ording

Der Sturm der vergangenen Tage hat die Ü-Eier bis nach Nordfriesland getrieben.
Der Sturm der vergangenen Tage hat die Ü-Eier bis nach Nordfriesland getrieben.

Die Ü-Eier von Langeoog hat die Nordsee jetzt bis nach St. Peter-Ording getragen. Der Biologe Rainer Schulz entdeckte sie am Strand des Badesortes.

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13. Januar 2017, 19:00 Uhr

Dank des Sturms der vergangenen Tage haben die bunten Überraschungseier von Langeoog nun auch St. Peter-Ording erreicht. Rainer Schulz von der Schutzstation Wattenmeer entdeckte beim Strand-Spaziergang einige Exemplare nördlich der Badbrücke, zusammen mit allerlei anderen Zivilisationsresten. „Leider kann man die Eier nur als Plastikmüll entsorgen“, sagt er. Ohne Aufdruck der Kunststoff-Sorte seien sie für Plastik-Deckel-Sammlungen zu Gunsten karitativer Projekte nicht geeignet.

Beim Strandfunde-Portal BeachExplorer.org können die Ü-Eier aber als „Plastikdeckel“ gemeldet werden: Unter dem Link https://www.beachexplorer.org/arten/ospar-kategorie-15-2/steckbrief, als Kommentar „Überraschungsei“ vermerken und gern auch Fotos mitschicken. „Das hilft uns und anderen Wissenschaftlern, mehr über die Ausbreitung von Kunststoffmüll im Wattenmeer zu erfahren“, so Schulz weiter.

Die Plastikeier waren zu Jahresbeginn beim Sturmtief „Axel“ mit einem Container über Bord gegangen. Am 4. Januar wurden sie massenhaft an der ostfriesischen Insel Langeoog angetrieben und später auch in der weiteren Umgebung des Eilands gefunden. Am 10. Januar wurden die ersten Ü-Eier von Helgoland gemeldet. Ob sie der Vogelwelt gefährlich werden können, weil die Tiere sie mit Nahrung wie Eier oder Muscheln verwechseln könnten, darüber gibt es noch keine Erkenntnisse. Wenn, dann werde es sich bei der Untersuchung von toten Vögeln im Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung in Büsum herausstellen, sagt Rainer Schulz. Wie viel Plastik bereits in der Natur ist, hat einmal mehr der Sturm ans Tageslicht gebracht, wie der Biologe an den meterhohen Abbruchkanten der Dünen von St. Peter-Ording beobachtet hat. „Da guckt einiges an Müll raus. Der muss so 20 Jahre alt sein.“


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