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Mehr Sicherheit für Offshore-Techniker : Überleben selbst in tosender See

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Was zunächst wie eine Wasserballett-Choreografie anmutet, gilt als Vorbereitung auf den Ernstfall. In Enge-Sande ist ein europaweit einzigartiges Maritimes Trainings-Centrum eröffnet worden.

Sirenen heulen über unruhiger See. „Achtung, das ist ein Notfall. Verlassen Sie bitte umgehend die Arbeitsplattform“, schallt es über die Anlage. Techniker springen in voller Montur ins Wasser, finden sich zusammen, bilden eine Schwimmkette, um Wärme und Energie zu sparen. Szenenwechsel: Ein Hubschrauber stürzt ins offene Meer, die Kanzel dreht sich sofort kopfüber, an Bord sind Offshore-Service-Techniker, die sich jetzt aus ihrem Unterwasser-Gefängnis befreien müssen. Dieses Evakuierungs-Szenario gab es nicht in der Nordsee zu sehen, sondern bei der Einweihung des Maritimen Trainings-Centrums (MTC) in Enge-Sande.

Damit erweitert das Unternehmen Offtec-Base nach neunmonatiger Bauzeit den Kreis der Rettungs- und Sicherheitstrainings: Zu den Bereichen Feuer, Luft und Boden ist nun die Komponente Wasser hinzugekommen. „Diese Kombination an einem Standort ist europaweit einzigartig“, sagte Geschäftsführer Marten Jensen.

Zwei Meter hohe Wellen, Wind, Donner, Blitz, Regen und Nebel bei Tag oder Nacht: In der neugebauten Halle auf der ehemaligen Bundeswehrliegenschaft können realistische Bedingungen wie auf hoher See simuliert werden. Mit der Einweihung des MTC bietet OffTec jetzt alle erforderlichen Schulungsmaßnahmen für maritimes Personal sowie Fachkräfte der Windtechnik an. Von Oktober an können diese künftig in der vier Millionen Euro teuren Anlage, in die 525.000 Euro Fördermittel flossen, ein Sicherheits-, Rettungs-, und Techniktraining absolvieren. Und zwar dank Wellenanlage, Windturbinen, Helikopter-Kanzel und Deckenkran so realitätsnah wie möglich. „Denn trotz aller Erfahrungen ist auf hoher See niemand davor gefeit, in Gefahr zu geraten“, erklärte Matthias Volmari, ebenfalls Geschäftsführer. „Auch wenn wir dies nicht vermeiden können, so können wir zumindest dafür sorgen, dass das Personal die beste Ausbildung für diesen Fall erhält.“

Dr. Frank Nägele, Staatssekretär im Landesministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie, lobte die Geschäftsführer für ihren Mut, eine derartige Einrichtung auf die Beine zu stellen. „Es ist ein Beispiel für ein gelungenes Konversionsprojekt“, so der Staatssekretär. „Und es kann zum Exportschlager für Schleswig-Holstein werden.“ Auch Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen fand vor den rund 200 Gästen lobende Worte und überreichte als Zeichen der Verbundenheit eine Kreisflagge an Marten Jensen. Nordfriesland sei die Region der Energiewende und das Trainings-Centrum zukunftsweisend. Harrsen: „Und dass ich jede Woche so etwas Besonderes einweihe, das kann ich nicht gerade sagen.“ Wer sich selbst ein Bild von dem MTC machen will, hat am Sonnabend, 20. September, Gelegenheit dazu: Dann gibt es von 10 bis 17 Uhr einen Tag der offenen Tür mit Trainingsdemonstrationen und vielen Aktionen rund um das Thema Gesundheit.

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erstellt am 13.Sep.2014 | 07:00 Uhr

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