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Aktion gegen Gewalt in Nordfriesland : Tütenweise die Hemmschwellen überwinden

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Mit einer besonderen Aktion wird auf das Thema Gewalt gegen Frauen und Kinder hingewiesen. Die Akteure verteilen Brötchen-Tüten mit einem entsprechenden Aufdruck – und kostenlosem Backwerk.

Gewalt gegen Frauen und Kinder – auch in Nordfriesland findet sie in den eigenen vier Wänden statt – und das in allen gesellschaftlichen Schichten. In Deutschland ist fast jede vierte Frau von häuslicher Gewalt betroffen. Jährlich fliehen rund 45 000 Betroffene mit ihren Kindern in Frauenhäuser.

Zum elften Mal informieren in einer gemeinsamen Aktion das Sozial- und Gleichstellungsministerium, der Landesinnungsverband des Bäckerhandwerks, die Gleichstellungsbeauftragten und das lokale Bündnisse gegen häusliche Gewalt über die aktuelle Situation. Landesweit werden rund 340 000 Brötchentüten mit dem Aufdruck „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ von mehr als 60 Bäckereien kostenlos verteilt.

Auch in Nordfriesland beteiligen sich wieder Institutionen an der Aktion. Bereits zum sechsten Mal sind angehende Bäckerei-Fachverkäuferinnen der Beruflichen Schule Husum mit Lehrerin Ursula Aleidt mit von der Partie. Die Klassen der Auszubildenden erhielten von der Kooperations- und Interventionskonzept-(KIK)-Koordinatorin Petra Stadtländer in einem Workshop Hintergrundinformationen und setzten sich mit dem Thema auseinander. Zudem stellen Schüler des Ausbildungsvorbereitenden Jahres (AVJ) der Beruflichen Schule in Husum Pausensnacks her und verkaufen diese in der Aktionstüte unter dem Slogan „1000 Tüten gegen Gewalt“.

„Es ist erschreckend, wie viele Frauen auch im ländlichen Raum von körperlicher oder psychischer Gewalt betroffen sind“, sagt Christine Friedrichsen. Betroffenen falle es schwer, sich dann Hilfe zu suchen, so die Gleichstellungsbeauftragte des Amtes Mittleres Nordfriesland weiter. Bei den Opfern herrsche ein großes Schamgefühl. „Ich würde mir wüschen, dass wir mit der Aktion Frauen die Hemmschwelle nehmen, sich an Hilfestellen zu wenden.“ Gerade die anonyme und kostenlose Zugangsmöglichkeit sei ein guter Weg, sich Rat zu suchen, so Friedrichsen.

Auf den Brötchentüten findet sich neben dem Aktionsnamen auch die Nummer des Hilfstelefons sowie die Internetadresse www.hilfetelefon.de. Für Friedrichsen ist es eine erste Hilfe zur Selbsthilfe. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen vom Frauennotruf steht sie jederzeit als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

Infostände, Gesprächsmöglichkeit und Verteilaktionen gibt es in Husum, Bredstedt, Leck, Niebüll und Westerland. Heute von 10 bis 13 Uhr vor der Bäckerei Meyer am Marktplatz in Bredstedt. Morgen (26.) von 9.30 bis 12 Uhr im Eingangsbereich des Famila-Markt in Leck. Ebenfalls morgen von 10 bis 13 Uhr in Westerland vor der Bäckerei Raffelhüschen in der Friedrichstraße 24. Am Donnerstag (27.) von 8.30 bis 12 Uhr in Husum vor dem Husumer Kaufhaus in der Großstraße sowie am Sonnabend (29.) von 8.30 bis 12 Uhr während des Wochenmarktes in Niebüll.

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erstellt am 25.Nov.2014 | 07:00 Uhr

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