SHZ-Fussballsommer : TSV Garding: Gepflegter Rasen für Hannover 96

Im freien Spiel der Kräfte überzeugt der Platz Nils, Jan und Uwe Michalski sowie Louis Petersen (v. l.).
Im freien Spiel der Kräfte überzeugt der Platz Nils, Jan und Uwe Michalski sowie Louis Petersen (v. l.).

Fußballer haben vor dem Spiel der Eiderstedt-Auswahl gegen die Bundesligisten ein Auge auf das Grün im Stadion.

shz.de von
04. Juli 2018, 05:52 Uhr

Garding | Uwe Michalskis Blick schweift prüfend über das Spielfeld im Stadion des Gardinger Sportzentrums. In sattem Grün liegt der Rasen vor ihm. Er bückt sich und greift in die kraftvoll sprießenden Halme. Für diesen Check hat der Leiter der Fußballsparte des TSV Garding seine Arbeit als selbstständiger Dachdecker unterbrochen, nimmt er doch seine Verantwortung für die Bespielbarkeit des Platzes besonders ernst.

Schließlich läuft am Donnerstag Abend um 18.30 Uhr kein Geringerer als der Bundesligist Hannover 96 in Garding auf und spielt dort im Rahmen des sh:z-Fußballsommers gegen eine Eiderstedt-Auswahl, die von Dennis Witt gebildet worden ist. Die Hannoveraner mit Trainer André Breitenreiter zogen am Mittwoch zum Trainingslager in St. Peter-Ording ins Hotel Strandgut Resort und bleiben bis Sonntag.

Viel Liebe für das Grün

Schon vor längerer Zeit waren Schadstellen im Gardinger Rasen mit Soden ausgebessert und Unebenheiten vor den Torräumen mit Boden aufgefüllt worden – somit ist längst frisches Gras über die Sache gewachsen. Danach ist kräftig gedüngt worden, und aktuell wird bei den hohen Temperaturen sogar Tag und Nacht bewässert. Sauber heben sich im Gelände die Streifen ab, die der Rasenmäher hinterlässt. Für diese Aufgabe ist extra der Greenkeeper eines benachbarten Golfplatzes um Unterstützung gebeten worden. Seinem kritischen Auge für ebenen und gesunden Rasen entgeht nichts. „Wir sind absolut zuversichtlich, dass der Platz den Hannoveranern gefallen wird“, betont Michalski und erinnert daran, dass der Bundesligist im Vorjahr in einem ähnlichen Sommerlager auf dem Platz trainiert hat. Dieses Jahr wird das getoppt durch das Spiel gegen die Eiderstedter, wobei mit Nils und Lars auch zwei Jungs von Uwe Michalski mitspielen. „Das wird allen im Team als Highlight in Erinnerung bleiben.“

Kriterien für einen guten Rasen

Die Deutsche Rasengesellschaft vergibt jedes Jahr den Titel Pitch of the Year (Spielfeld des Jahres) für exzellente Qualität des Grüns in Fußballstadien. Für die abgelaufene Bundesliga-Saison ging der Preis an Bayer 04 Leverkusen mit der BayArena und in der zweiten Bundesliga an den 1. FC Heidenheim 1846 mit der Voith-Arena. Harald Nonn, Präsident der Rasengesellschaft, beschrieb am Dienstag gegenüber den Husumer Nachrichten das Verfahren. Die Deutsche Fußball-Liga hat einen Katalog von Kriterien festgelegt, zu denen Narbendichte, Wasserdurchlässigkeit und die Ebenheit zählen. Zudem werde messtechnisch die Scherfestigkeit untersucht – der Widerstand der Halme gegen das Gleiten und Rutschen der Kickerschuhe.

Mag sein, dass die Qualität des Grüns im Gardinger Stadion nicht ganz DFL-Kriterien genügt, doch Michalski schaut zufrieden über das Spielfeld. Profis wie die Niedersachsen würden sich bei einer solchen Begegnung ohnehin auf die regionalen Gegebenheiten einstellen können.

Volksnahe Hannoveraner

Der Spartenleiter hebt hervor, dass die Gardinger E-Jugend zwei Teams bilden wird, die das Vorspiel gestalten. Danach läuft der Nachwuchs mit den prominenten Sportkollegen zum Spiel der Auswahl auf – „für die Jungs ein Erlebnis, das sie ihr Leben lang nicht vergessen werden.“

So geht es auch Jens Iwersen. Er kann sich noch gut daran erinnern, wie er im Alter von Anfang 20 für Bredstedt sowohl gegen den Hamburger SV als auch gegen St. Pauli gespielt hat. Seit bald eineinhalb Jahrzehnten sorgt er für den organisatorischen Rahmen der zahlreichen Begegnungen im Fußball-Sommer des sh:z. Die fanden in den Vorjahren unter anderem auch in Husum und Leck enormen Zuspruch, manchmal mit mehr als 6000 Zuschauern. Ein Besuch lohnt sich vor allem auch, weil die Hannoveraner nach Jens Iwersens und Uwe Michalskis Kenntnis ausgesprochen volksnah sind und sich nach dem Spiel noch Zeit für die Fans nehmen.

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