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Finanzspritze für Beratungseinrichtungen : Trotz Sparzwangs mehr Zuschüsse

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Husumer Sozialausschuss hat für zusätzliche freiwillige Leistungen votiert, um Pro Familia und die Frauenberatungsstelle in der Stadt zu bezuschussen. Die Verwaltung hatte empfohlen, das Geld nicht zu bewilligen.

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erstellt am 30.Okt.2014 | 16:30 Uhr

Es war eine drangvolle Enge, in der der Ausschuss für Soziales und Jugend tagte: Der Mädchentreff hatte seine Räume zur Verfügung gestellt und nutzte die Gelegenheit, dem Gremium die Einrichtung vorzustellen. Nicht ganz ohne Hintergedanken, stand doch auf der Tagesordnung auch die Beratung über Zuschüsse an die Gesellschaft Pro Familia, die Träger des Mädchentreffs ist. Und die Vorlage der Verwaltung schlug die Ablehnung der erbetenen 1500 Euro für die Pro-Familia-Beratungsstelle Husum vor. Begründung: Die Bezuschussung sei im Haushaltsentwurf des Sozialzentrums für 2015 nicht vorgesehen und würde – falls gewährt – ein entsprechendes Loch an anderer Stelle reißen. Vor dem Hintergrund der Haushaltskonsolidierung sei diese freiwillige Leistung nicht möglich.

Also eigentlich recht ungünstige Voraussetzungen für die Hoffnung auf mehr Geld. Zumal Pro-Familia-Landesgeschäftsführer Reiner Johannsen zugeben musste, dass im Antrag ein wichtiger Punkt fehlte: nämlich der Finanzierungsplan. „Den würde ich aber zunächst gerne einmal sehen, denn Pro Familia bekommt ja auch vom Land und vom Kreis Geld“, sagte Birgitt Encke (CDU). „Wir sollten die Abstimmung darüber verschieben.“ Tatsächlich, so führte Johannsen aus, sei die Gesellschaft zu 80 Prozent aus Landesmitteln gefördert: „Die restlichen 20 Prozent sind aber Eigenleistung.“ Er sei sich des Versäumnisses bewusst und werde den Plan umgehend nachreichen, so der Geschäftsführer.

Für Torsten Schumacher (SPD) war das akzeptabel. Seine Fraktion hatte einen Gegenantrag zu dem der Verwaltung vorgelegt, der eine Zustimmung zur Bezuschussung vorsah. Und nachdem Enckes Vorschlag zur Verschiebung abgeschmettert worden war, kam die SPD-Vorlage auch durch, zusammen mit der Erhöhung des Zuschusses für die Frauenberatungsstelle um 1600 Euro, den die Verwaltung ebenfalls am liebsten abgelehnt gesehen hätte.

Das Thema hatte allerdings noch zu einer ganz anderen Diskussion geführt, die nach Ansicht des Ausschuss-Vorsitzenden Konrad Görsch (WGH) dringend notwendig sei: „Wir sollten einen Grundsatzbeschluss fassen, der eine jährliche Dynamisierung bei den Personalkosten in den Hilfseinrichtungen vorsieht“, schlug er vor. Alljährlich würden Politik und Verwaltung mit entsprechenden Anträgen eingedeckt, die häufig zu spät kämen und vor der Verabschiedung arbeitsaufwändig in die Haushaltspläne eingepasst werden müssten: „Dann hätten wir Ruhe.“

Und da waren alle dabei, bedeutete es doch für jede Seite – Antragsteller, Politik und Verwaltung – eine echte Arbeitsentlastung. „Das müssen wir vernünftig durch die Fachgremien laufen lassen“, schlug Schumacher sofort vor, und Gleichstellungsbeauftragte Britta Rudolph ergänzte: „Ein guter Vorschlag, um ein strukturelles Problem zu lösen, das wir immer nur an Einzelfällen abarbeiten.“ Eine entsprechende Idee wäre auch schon an den Finanzausschuss herangetragen worden. „Wichtig ist jedenfalls, dass wir das jetzt anschieben“, stellte Görsch fest.

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