zur Navigation springen

Erfolgreich beim Weltfest des Pferdesports : Trotz Bronchitis zum Triumph

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die gebürtige Husumerin Kristina Boe hat beim Weltfest des Pferdesports in Aachen abermals überzeugen können.

shz.de von
erstellt am 18.Jul.2017 | 11:00 Uhr

Sie hat es geschafft – und das, obgleich es Kristina Boe zuletzt nicht gut ging, eine Bronchitis um ein Haar ihren Start verhindert hätte (wir berichteten). Umso eindrucksvoller stellte die 29-Jährige beim Concours Hippique International Officiel (CHIO), dem Weltfest des Pferdesports am vergangenen Wochenende in Aachen, ihr außergewöhnliches Können als Voltigiersportlerin unter Beweis. Und ja: Am Ende stand die gebürtige Husumerin einmal mehr auf dem Treppchen.

Schon im vergangenen Jahr hatte die ausgebildete Notfallmedizinerin die Saison als deutsche Meisterin und Vizeweltmeisterin im Einzelvoltigieren beendet. Mit dem Mannschaftssieg in Aachen ist sie nunmehr automatisch für die Europameisterschaften qualifiziert – und das trotz ihrer kurzfristigen gesundheitlichen Kalamitäten.

Die Arena der Albert-Vahle-Halle ist gut gefüllt, als Kristina Boe mit Longenführerin Winnie Schlüter und Turnierpferd Don de la Mar unter tosendem Applaus die Szene betritt. Artig erbieten die beiden Frauen den Kampfrichtern die Ehre. Doch danach scheint sich Kristina genau dorthin zurückziehen zu wollen, woher sie gerade gekommen ist. Aber das täuscht. Während Longenführerin Winnie Schlüter Don de la Mar langsam „auf Touren bringt“, wartet Kristina am Rand auf den weiteren Lauf der Ereignisse. Was spontan, fast spielerisch wirkt, ist über Wochen und Monate einstudiert und vor allem für Ross und Reiter ein Kraftakt, den sie in bemerkenswerter Harmonie elegant und kunstvoll meistern. Am Ende der Choreographie zu dem Cranberries-Song „Zombie“ setzt Kristina Boe im Stile einer Kunstturnerin zum Salto rückwärts an, bevor sie sicher und in aufrechter Haltung auf dem Boden landet. Das Publikum ist begeistert. Und Boe kann es auch sein. Gewiss, eine Spitzensportlerin wie sie wird immer etwas sehen, was sie verbessern kann, aber das CHIO in Aachen ist ja auch keine Kreismeisterschaft. Hier ist die Weltelite am Start.

Am Ende wird nicht nur sie, sondern werden alle deutschen Teams dem Nationenpreis der Voltigierer ihren Stempel aufdrücken. Beide erste Plätze gehen an das Gastgeberland. Das Team Deutschland II mit Janika Derks, Kristina Boe und dem RSV Neuss-Grimlinghausen holt zusammen 26,608 Punkte und geht damit als Gewinner aus dem Wettbewerb. Knapp dahinter auf dem zweiten Platz landet das Team Deutschland I mit Sarah Kay, Erik Oese sowie eine Mannschaft des VV Köln-Dünnwald – mit 26,212 Punkten. Den dritten Platz im Nationenpreis belegt die italienische Auswahl mit 25,531 Punkten.

Ein abermaliger Erfolg nicht nur der Husumerin, sondern des gesamten Teams, das nun gelassen weiteren großen Aufgaben entgegensehen kann.

Übrigens: Mit ihrem Sieg hat Boe natürlich auch ihre Familie verzückt. Durch die Mutter ist sie überhaupt erst zum Voltigieren gekommen, und auch die jüngere Schwester Finja voltigiert seit vielen Jahren. Und die ältere Schwester Andrea war zum Zeitpunkt von Kristinas Triumph sogar in Aachen. Sie moderierte das Turnier.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen