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Husumer Nachrichten

25. November 2017 | 12:33 Uhr

Trotz aller Proteste: Der Wald ist weg

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

shz.de von
erstellt am 14.Nov.2017 | 15:22 Uhr

Jetzt nützen keine rechtlichen Scharmützel mehr, keine beschwörenden Appelle, keine Friedensgebete und kein Nachtreten gegen Beteiligte – das „Preesterholt“, der kleine Wald von Gintoft, ist Vergangenheit. Als in der vergangenen Woche zwei Männer mit Kettensägen anrückten, hatten die Mitglieder der Bürgerinitiative „Schönes Angeln“ noch die vage Hoffnung, es sollten nur einige Bäume fallen, doch am Wochenende wurde nun das ganze Ausmaß der Arbeiten sichtbar: Der Wald ist verschwunden. Der Eigentümer der Fläche hat nur noch einige Bäume an der Ostseite des rund zwei Hektar großen Geländes in Steinbergkirche stehen gelassen – gerade einmal genug, um nicht mit der Unteren Naturschutzbehörde in Konflikt zu geraten, die ein kleines Gewässer inklusive Uferstreifen unter Schutz gestellt hat. Die Rodung des Waldes ist der Endpunkt eines erbitterten Streits zwischen dem Landwirt und der Bürgerinitiative, der sich über Monate hingezogen hatte. Letztlich sah sich auch das Umweltministerium nicht in der Lage, die einmal erteilte Genehmigung zum Abholzen des Waldes zu widerrufen. Innerhalb weniger Tage scheiterten dann noch drei Versuche von Bürgerinitiative, Anwohnern und Gemeinde, beim Verwaltungsgericht eine einstweilige Anordnung zu erwirken. Alle, so das Gericht, waren gar nicht antragsberechtigt. Dann kamen die Kettensägen zum Einsatz.

Die Reaktionen bei der Bürgerinitiative schwankten zwischen Resignation, Wut und Zynismus. Manfred Lurz, einer der Sprecher der Gruppe, warf dem Verwaltungsgericht vor, nach Gründen für die Ablehnung gesucht zu haben und forderte Umweltminister Robert Habeck zum Rücktritt auf. Sein Kollege Geert-Henning Schauer merkte an, dass die örtliche Bevölkerung die Entscheidungen nicht verstehe – wo doch in den meisten Gemeinden um jeden Baum gerungen, der Artenschwund bei Insekten beklagt werde.

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