Nächster Versuch : Trommelberg-Projekt geht weiter

Soll künftig zu  einem „allgemeinen Wohngebiet“ gehören: die denkmalgeschützte Pestalozzischule am Trommelberg.
Soll künftig zu einem „allgemeinen Wohngebiet“ gehören: die denkmalgeschützte Pestalozzischule am Trommelberg.

Für den Trommelberg in Husum soll ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Auf Initiative der SPD wird das Grundstück der ehemaligen Pestalozzischule dazu in drei Teilbereiche gegliedert, um unterschiedlich strukturierte Wohngebiete planungsrechtlich vorzubereiten.

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20. Juni 2014, 07:00 Uhr

Für den Trommelberg soll jetzt ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Auf Initiative der SPD wird das Grundstück der ehemaligen Pestalozzischule dazu in drei Teilbereiche gegliedert – mit dem Ziel, gegebenenfalls unterschiedlich strukturierte Wohngebiete planungsrechtlich vorzubereiten.

Vor diesem Hintergrund sieht der anvisierte Bebauungsplan einige Regelungen vor. So soll unter anderem die Fläche, auf der das Gebäude der ehemaligen Förderschule steht, künftig als allgemeines Wohngebiet genutzt werden. Die beiden anderen Gebiete sind ebenfalls für Wohnzwecke vorgesehen – im Wesentlichen in Form von Geschoss- beziehungsweise Mietwohnungsbauten. Für diese beiden Teilflächen ist ein 20-prozentiger Anteil von „Wohnungen zum gleichen Mietzins wie im sozialen Wohnungsbau sicherzustellen und der Vermietung zuzuführen“, heißt es weiter in der Vorlage, für die es einen politischen Konsens gibt.

„Wir wollen aus der Diskussion raus und ins Handeln kommen“, begründete Horst Bauer (SPD) den Vorstoß seiner Fraktion. Die bisherigen Bemühungen auf der Grundlage des Baugesetzbuches hätten sich als nicht zielführend erwiesen, um das Grundstück einer städtebaulich geordneten Erschließung für Wohnzwecke zuzuführen. „Wir brauchen diesen Wohnraum und wollen dafür die Rahmenbedingen schaffen“, so Bauer. Es gehe um eine realistische Perspektive zur Umsetzung eines Wohnprojektes und darum, einen Schritt in Richtung Geschosswohnungsbau zu machen – ein Segment aus der Kategorie günstiger Wohnraum, „das zuletzt nicht ausreichend verfolgt worden ist“.

Für die explizite Ausweisung des früheren Schul-Areals als allgemeines Wohngebiet nach der Baunutzungsverordnung hat sich der SSW stark gemacht – „weil sich dadurch mehr Nutzungsmöglichkeiten etwa durch nicht störende Handwerksbetriebe sowie für kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke ergeben“, so Peter Knöfler in seinem befürworteten Ergänzungsantrag. „Sollte es am Trommelberg doch noch zu der Verwirklichung eines neuen Wohnprojektes kommen, wäre dann zum Beispiel die Einrichtung einer Fahrradwerkstatt ebenso denkbar wie ein Quartier-Mittelpunkt für alle drei Teilbereiche des Grundstücks.“ Bei einem Gebiet für reine Wohnzwecke schränke man kreative Entwicklungsmöglichkeiten von vornherein ein.

Während Alfred Mordhorst (CDU) mit den Worten „Sozialwohnungen in diesem Bereich werden sich gut integrieren“ von einer „feinen Sache“ sprach, geht Rüdiger Hartwigsen (WGH) das Ganze zu weit: Hier werde eine Beschreibung festgelegt, ohne zu wissen, wie sich die beiden anderen Bereiche entwickelten. „Wir sind der Meinung, dass es zu früh ist, schon im Bebauungsplan die Bauflächen festzulegen.“ Frank Hofeditz (Grüne) begrüßte den SPD-Vorstoß ausdrücklich: „Die 20 Prozent müssen an dieser Stelle konkret werden!“ Die Umsetzung der Vorgaben im B-Plan bezeichnete er als große Chance. Bauer versprach am Ende: „Wenn es in den nächsten zehn Jahren nicht gelingt, einen Investor zu diesen Bedingungen zu finden, wird mein Nachfolger nachsichtig sein und davon wieder abrücken.“

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