Neuer Wanderweg : Trockenen Fußes durchs Wilde Moor

Winnerts Bürgermeisterin Jutta Rese und Schwabstedts Gemeinde-Chef Jürgen Meyer öffnen den Wanderweg, Projektleiterin Jutta Walter (r.) schaut zu.
Winnerts Bürgermeisterin Jutta Rese und Schwabstedts Gemeinde-Chef Jürgen Meyer öffnen den Wanderweg, Projektleiterin Jutta Walter (r.) schaut zu.

Der Wanderweg von Hollbüllhuus nach Winnertfeld durch das Wilde Moor läuft jetzt auf einem Damm. Die Stiftung Naturschutz hat rund 400.000 Euro in den Weg und die Vernässung des Moores investiert.

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12. Mai 2015, 15:30 Uhr

Wer den Wanderweg durch das Wilde Moor bei Schwabstedt von Hollbüllhuus nach Winnertfeld nutzt, benötigt bei normaler Witterung nun keine Gummistiefel mehr. Der Weg führt nämlich jetzt auf einem erhöhten Damm mitten durch die einmalige Naturlandschaft. Gebaut wurde er im Auftrag der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein.

Seit Sommer des vergangenen Jahres wühlten bis zu vier Bagger in dem sensiblen Naturschutzgebiet. Doch die Raupenfahrzeuge haben nichts zerstört, sondern mit ihrer Arbeit für den Erhalt des atlantischen Hochmoors gesorgt, das zu den beliebten Ausflugszielen in der Flusslandschaft Eider-Treene-Sorge gehört.

Vorrangiges Ziel der Baggerarbeiten im Moor mit Spezialfahrzeugen, darunter einem Sondermodell mit zwei jeweils 1,20 Meter breiten und gut fünf Meter langen Raupen, war nicht der Bau eines neuen Wanderweges. Ziel, so erläutert Jutta Walter, Projektleiterin der Stiftung, sei die Sicherung des Hochmoores. Da dort früher Torf abgebaut wurde, sei es auch entwässert worden. Bereits vor mehreren Jahren hat die Stiftung daher einen Teil der Entwässerungsgräben zuschütten, beziehungsweise verfüllen lassen, um dem Moor die Chance zu geben, langsam wieder aufzuwachsen. Und ein erster Erfolg sei bereits zu sehen, bis zu 30 Zentimeter hätte die Mächtigkeit des Moores zugelegt.

Insgesamt kostete die Baumaßnahme, der neue Damm für den Wanderweg und die Vernässung des Moores, rund 400.000 Euro. 75 Prozent steuert die EU aus Mitteln für den ländlichen Raum bei, die restlichen 25 Prozent kommen von der Landesregierung, genauer aus dem Topf, in den die Ausgleichszahlungen für den Flächenverbrauch im Land fließen.

Vom Wanderweg aus sind die in den vergangenen Monaten vorgenommenen Vernässungsmaßnahmen gut erkennbar. In einer kleinen Feierstunde wurde der Weg jetzt eingeweiht. Doch damit nicht genug, auch das Informationssystem für die Besucher wurde komplett erneuert und zudem ein kleiner Parkplatz geschaffen. Jutta Rese, Bürgermeisterin der Gemeinde Winnert, und Jutta Walter bezeichneten die Zusammenarbeit mit der Baufirma und untereinander als sehr gut, denn in der Vergangenheit hatte es durchaus einige Differenzen zwischen der Stiftung und der Gemeinde gegeben. Auch Schwabstedts Bürgermeister Jürgen Meyer zeigte sich zufrieden, dass mit dem neuen Wanderweg in dem Moor eine weitere Attraktion für Touristen und Naturfreunde in der Region entstanden sei.

Der alte Wanderweg führte auch schon auf einem Damm entlang, der vor rund 20 Jahren gebaut worden war. Damals wurden als Tragschicht Baumstämme verwendet, die noch relativ gut erhalten aus dem Moor herausgebaggert worden sind. Für den neuen Damm wurde die Deckschicht des alten Weges abgetragen und gelagert. Dann wurde Boden aus der direkten Umgebung aufgeschüttet. Darüber kam ein Vlies und darauf dann die alte Deckschicht. Schließlich sei der Bereich auch noch eingesät worden. Jetzt hat sich der Boden so weit verfestigt und das Gras ist so stark gewachsen, dass der neue Wanderweg von Hollbüllhuus nach Winnertfeld genutzt werden kann.

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