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Nordstrand : Treibsel-Zwischenlager in diesem Jahr fertig

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Arbeiten im Beltringharder Koog werden noch 2017 beendet. Mehr als 20 Teilnehmer wurden während der jüngsten Herbstdeichschau gezählt.

Über zu geringe Beteiligung konnte sich der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) bei der gemeinsamen Herbstdeichschau im Bereich von vier Deich- und Hauptsielverbänden (DHSV) nicht beklagen. Mehr als 20 Teilnehmer aus den Verbänden Nordstrand, Husum-Nord, Arlau und Sönke-Nissen-Koog nahmen an der länger als fünfstündigen Sichtung teil.

Mit dabei waren auch der stellvertretende Kreispräsident Nordfrieslands, Siegfried Puschmann, Vertreter von Feuerwehr, aus den Gemeinden, Deich- und Sielverbänden sowie Oberdeich- und Deichgrafen.

Vermisst wurde erneut ein Teilnehmer des Kreisverbindungskommandos der Bundeswehr (KVK). Bereits bei vorausgegangenen Schauen wurde die Abwesenheit des KVK kritisiert. Gerade die Manpower und das Equipment der Bundeswehr seien im Katastrophenfall gefordert, deshalb sollten die dort Verantwortlichen mit den Örtlichkeiten vertraut sein, hieß es.

Unter der Leitung von LKN-Fachbereichsleiter Fabian Lücht und Florian Schröter, dem verantwortlichen Leiter des LKN-Baubetriebs II, starteten die Teilnehmer am LKN-Tonnenhof zu ihrer Rundreise. „Unsere erste Sturmflut im heutigen Sichtungsbereich mit 2,50 Meter über normal haben wir überstanden“, zog Schröter gleich zu Beginn eine positive Bilanz.

Ihren ersten Halt machte die Kommission im Bereich Husumer Dock-Porrenkoog. Dort hat sich die Böschungssicherung an der Innenberme des Porrenkoogs bewährt. Mögliche Setzungen sind aber erst noch abzuwarten. Das soll nach Vermessungen im kommenden Jahr geprüft werden und gegebenenfalls eine Instandsetzung erfolgen, kündigten die LKN-Verantwortlichen an.

Weiter ging es zur erst kürzlich zu der mit dem neuen Klimaprofil fertiggestellten Deichverstärkung Hattstedter Marsch-Geestanschluss Wobbenbüll. Kurz erläuterten die beiden LKN-Fachleute das im Juni 2016 begonnene Bauvorhaben. Im westlichen Abschnitt des 1.000 Meter langen Bauwerks wurde der Deich verstärkt, der östliche Bereich wurde neu gebaut. Ein neues 67 Meter langes Sielbauwerk sichert den Regenwasserabfluss durch den Deich (wir berichteten). „Ganz zufrieden sind wir noch nicht“, machte Schröter deutlich. „Am Deich sind noch Profilierungsarbeiten erforderlich, wir müssen nacharbeiten.“ Möglicherweise muss die Kleiabdeckung verstärkt und die Grasnarbe verbessert werden.

Bei einem kurzen Stopp auf der Hamburger Hallig registrierte die Kommission den anhaltenden Kaninchenbefall, die Tiere sollen auch künftig bejagt werden.

Weiter ging es in Richtung Holmer Siel. Dabei kamen die enormen Treibsel-Mengen – nicht nur im Sönke-Nissen-Koog – und die dadurch entstandenen Schäden an der Grasnarbe zur Sprache. „Wir werden die Räumarbeiten weiter durchführen“, kündigte Schröter an. Das Deckwerk im Beltringharder Koog soll voraussichtlich 2018 instand gesetzt werden. Mit der Fertigstellung des Treibsel-Zwischenlagers im Beltringharder Koog wird noch in diesem Jahr gerechnet.

Nach dem Abschluss der Arbeiten zum Neubau des Klimadeichs Alter Koog auf Nordstrand gab es wiederholt Kritik am Zustand der Grasnarbe (wir berichteten). „Wir haben bereits 1.000 Tonnen Steine aus dem steindurchsetzten Deich entfernt, aber es sind immer noch zu viele in der Kleiabdeckung“, beklagte Nordstrands Bürgermeister Werner Peter Paulsen. „Spätestens im kommenden Jahr haben wir hier eine feste Grasnarbe, nötigenfalls werden wir Soden einbringen“, zeigte sich Schlüter optimistisch. Seit diesem Frühjahr sei bereits viel an der Kleiabdeckung getan worden, erklärte der LKN Baubetriebsleiter, „trotzdem sind noch Nacharbeiten erforderlich“.

Letzte Station der Bereisung war das Siel am Süderhafen. Dort beklagten die Nordstrander Schauteilnehmer die angespannte Entwässerungssituation. Grund dafür ist die zunehmende Versandung im Außentief, die immer mehr Ablagerungen in Hafenbecken und Siel treibt. Bis zu einer bestimmten Wassertemperatur darf der LKN zum Schutz der Fische und anderer Lebewesen dort nicht baggern. „Noch in diesem Herbst und im kommenden Frühjahr werden die Baggerarbeiten beginnen und das Außentief wieder geräumt“, kündigte Florian Schröter an.

In einem Punkt waren sich am Ende alle Kommissions-Teilnehmer einig: „Insgesamt befinden sich die Deiche in einem guten und wehrhaften Unterhaltungszustand.“

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