Nordsee-Akademie Leck : Treffpunkt für junge Europäer

Unterhielten sich auf  russisch: Assel Tulepova aus Kasachstan und Nico Weirich. Fotos: Karin Johannsen
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Unterhielten sich auf russisch: Assel Tulepova aus Kasachstan und Nico Weirich. Fotos: Karin Johannsen

20 Teilnehmer aus acht Nationen nehmen am 27. Sommerkursus an der Nordsee-Akademie in Leck teil. Bei einem "Abend der Begegnung" stellten sie sich und ihre Länder den Förderern des Projektes vor.

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22. August 2008, 11:41 Uhr

Leck | Unterhaltsam, informativ, fröhlich und von vielen Gesprächen geprägt war der "Abend der Begegnung" in der NordseeAkademie. Als kleines Dankeschön hatten die 20 Teilnehmer des 27. Internationalen Sommerkurses Sponsoren eingeladen. Die jungen Leute aus acht Nationen stellten sich und ihre Länder in Wort und Bild sowie mit landestypischen Spezialitäten vor.

Der Leiter der Nordsee Akademie, Oke Sibbersen, hob hervor, dass die Stunden mit den Förderern immer etwas Besonderes für Mitarbeiter und Teilnehmer seien. "Es ist jedes Mal etwas aufregend." Seit 27 Jahren gebe es den Sommerkurs - und doch sei der jüngste Kursus immer wieder der erste, denn es gebe keine Routine. "Die einzige Verlässlichkeit sind die Förderer. Diese Finanzkraft ist bedeutend und wichtig, ohne die der Internationale Kurs nicht stattfinden oder einigen die Teilnahme nicht ermöglicht werden kann", betonte der Akademieleiter.
"Hier findet Europa zueinander."
Dafür wollten die jungen Europäer jetzt Dank sagen und sich auch "vorzeigen". Dreieinhalb Wochen lebten und lernten sie unter einem Dach. Sie übten Verständnis füreinander, pflegten Kontakte. "Hier findet Europa zueinander", waren sie sich einig. Die deutsche Sprache ist ihr Hobby oder ihr Studienfach. Verständigungs-Probleme gab es unter den jungen Frauen und Männern aus allen Ecken Europas nicht. Oleg aus Transnistrien beispielsweise bewies das mit Leichtigkeit: Sprichwörter hatte er im Gepäck, auch nichtalltägliche Worte wie "nichtsdestotrotz" kamen ihm über die Lippen. Gemeinsam mit Tatjana stellte er ihrer beider Heimatland Transnistrien, den östlich des "Dnestr" gelegenen früheren Teil Moldawiens, vor. Die etwa 650 000 Einwohner haben sich nach Auflösung der Sowjetunion von der Republik Modavien gelöst.

Die größte Fraktion stellten Katya, Sergey, Igor, Tanja, sowie die beiden Olgas aus Russland. Sie zeigten beeindruckende Fotos von Städten ihrer Heimat.
"Das tragen bei uns die Männer."
"Die Reise war weit und lustig", erinnerte sich Assel Tulepova aus Kasachstan an ungefähr sechs Flugstunden, die Fahrt mit dem Zug nach Niebüll und die Anreise nach Leck. Eine Kappe hatte sie sich auf ihr Haupt gestülpt: "Das tragen bei uns die Männer." Ein Landsmann von ihr, Nico Weirich, lebt seit 1993 in Deutschland und ist im Lecker Buchherstellungs-Unternehmen "Clausen & Bosse" angestellt. Gern nutzte er die Chance, an diesem Abend vorbeizuschauen.

Die spendablen Gäste erfuhren viel über Belarus mit seinen mehr als 20 000 Flüssen und Bächen. Anna erzählte über Polen und schickte mit einem Augenzwinkern hinterher: "Ploty ist natürlich die schönste Stadt." Das freute die Gäste der Partnerstadt Niebüll, darunter Bürgermeister Wilfried Bockholt. "Wir haben eine Brüderschaft mit Leck", vervollständigten Asta Daudaite und Lukas Malikaunas aus dem litauischen Birstonas ihren Vortrag. Einen Baumkuchen mit bizarren Umrissen, einen Käse und "Midus", ein alkoholisches, traditionelles Getränk reichten sie.
Wasser, Berge und Astrid Lindgren
Fast schon "eingebürgert" ist Jonas Magnussen aus Schweden. 1993 kam er erstmals nach Leck und dann jedes Jahr wieder. Heute gehört er zum bewährten Team mit der Dozentin Jutta Nissen und Herbert Friedrichsen, die den internationalen Kursus betreuen. Jonas unterrichtet an der Heimvolkshochschule in Jönköping, mit der die Nordsee-Akademie eine Kooperation eingegangen ist, Politologie, Volkswirtschaft und Deutsch. Mit seiner Landsmännin Maria stellte er die Frage: "Wer weiß etwas über Schweden?" Die Antworten kamen spontan: Das Land habe eine nette Königin, viel Wasser und Berge. Auch der Name der Kinder- und Jugendbuchautorin Astrid Lindgren war allen ein Begriff.

Das achte Teilnehmerland in der Runde war Deutschland mit Carola aus Leck, Frederike aus Risum-Lindholm und Wienke aus Flensburg. "Sie spielen eine wichtige Rolle, denn es soll nicht nur eine internationale Begegnung zwischen anderen Ländern, sondern auch mit Deutschland sein", unterstrich Oke Sibbersen.

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