Windhundetreffen in Bredstedt : Treffen der sanften Riesen

Gemeinsame Spaziergänge und Gedankenaustausch waren auf dem Gelände angesagt.
Gemeinsame Spaziergänge und Gedankenaustausch waren auf dem Gelände angesagt.

Windhunde im Mittelpunkt: Aus dem ganzen Land gaben sich die Besitzer mit ihren Vierbeiner in Bredstedt ein Stelldichein.

shz.de von
26. August 2018, 19:51 Uhr

Sie sind die sanften Riesen unter den Hunden, die so schnell sein können wie Geparden: die Windhunde. Sie gaben sich mit ihren Besitzern, beim 4. Bredstedter Windhundetreffen, organisiert von den Ehrenamtlern des gemeinnützigen Vereins Hundefreilauf Bredstedt auf dem 6000 Quadratmeter großen Areal am Stadtrand, direkt am Hochfahrweg, ein Stelldichein.

Aus dem ganzen Land kamen sie an zwei Tagen mit ihren Vierbeinern vorbei. Schon früh herrschte Betrieb auf dem Gelände. „Ich freue mich, dass die Veranstaltung wieder gut angenommen wird. Das ist für mich schon eine kleine Erfolgsgeschichte“, so der Vereins-Chef Wolfgang von Eyß. Hauptsächlich – und das sei auch Sinn und Zweck – werde das Treffen genutzt, um sich in Ruhe in geselliger Runde auszutauschen und dafür, ihren Lieblingen genügend Auslauf, frei von Leinenzwang zu geben.

Besucher suchten meist das Gespräch mit Vereinsmitgliedern und Hundebesitzern, um mehr über die grazil dahin laufenden Tiere zu erfahren. „Vor einem halben Jahr habe ich Ivy, eine Greyhound-Hündin aus Irland über den Tierschutz bekommen. Ihr Vorgänger ist leider verstorben, berichtet Walter Stollberg aus dem Cecilienkoog. Er schätze Windhunde ob ihres ruhigen Wesens. „Sie sind sanft, sensibel und menschenbezogen“, schwärmt er. Er sei öfter mit dem Tier auf dem Gelände, denn Windhunde sollten sich einmal am Tag richtig auslaufen und rennen. Bis zu 80 Kilometer pro Stunde schafften sie locker.

Ein Spaziergang sei fast wie eine Meditation, denn Hund und Herrchen werden irgendwie eine Einheit. Das bestätigt auch die Sonderpädagogin Sina Barth aus Stadum. Sie war Mitbegründerin des Vereins. Wenn sie mit Kindern arbeite, hole sie manchmal ihren Rüden dazu. Sie würden dann immer sehr ruhig und ihre Aufnahmefähigkeit wachse. Windhunde seien keine Beißer. Sie stünden sozusagen über den Dingen und betrachten zunächst die Situation und ihr Gegenüber, ob Tier oder Mensch. Völlig unaufdringlich suchten sie dann Kontakt oder auch nicht. Seit einigen Jahren habe ihr Mann zwei Möpse. „Windhunde und Möpse passen sehr gut zusammen. Wenn die Möpse zu flippig werden, bringen sie die Windhunde automatisch auf ein ruhiges Level. Inzwischen haben wir vier Windhunde“, informiert sie. „Eigentlich sind meine Hündinnen Noemi und Alva Couch-Potatoes. Sie bevorzugen in der Wohnung eine ruhige Ecke. Aber wenn sie dann von der Leine losgelassen werden, wird ihr Jagdtrieb geweckt und sie werden zu Highspeedrennern“, erzählt der Vereins-Chef. Hans-Martin Hansen aus Niebüll war mit seiner sechsjährigen Leila, einer spanische Galgo da. Vor zwei Jahren habe er sie über den Tierschutzverein TSV Galgo-Friends e.V. erhalten. „Sie muss Schlimmes erlebt haben. Anfangs war sie scheu und ich durfte ihr nicht zu nahe kommen. Dann verkroch sie sich unter dem Tisch. Inzwischen hat sie Vertrauen und weicht mir nicht von der Seite“, erzählt der Rentner. Er wolle auf seine sanftes „Powerpaket“ nicht mehr verzichten. „In der Wohnung und auf der Straße sind Windhunde ruhig und bewegen sich elegant. Ich lasse meine beiden am liebsten am Hundestrand rennen“, erzählt Leopold Stenger aus St. Peter-Ording. Er war mit seinen Hunden Nele (7), und Savanna (11) dabei. Er sei durchaus öfter in Bredstedt, weil der Platz vorbildlich gepflegt werde.

Wer mit dem Gedanken spielt, sich einen Windhund anzuschaffen, der erhält im Verein wichtige Ratschläge. Seit 2012 gibt es den Hundefreilauf in Bredstedt. Dort sind alle Hunderassen vertreten und willkommen.










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