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Geheimnisvoller Pflanzenschwund : Treene-Ufer in Gefahr

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Angelvereine sorgen sich um den Pflanzenrückgang, der auch die Sicherheit der Deiche gefährdet. Die Hintergründe sind noch unbekannt. Aber auch zu schnell fahrende Freizeitboote verursachen Erosion an den Ufern.

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erstellt am 13.Okt.2014 | 11:00 Uhr

Der Zusammenschluss der Angler, die die Treene von der Quelle bis zu ihrer Einmündung in die Eider bei Friedrichstadt bewirtschaften, traf sich im Rahmen der Treenekonferenz zum sechsten Mal. Der Vorsitzende des Kreisanglerverbandes Nordfriesland, Jürgen Töllner, berichtete von einer Veranstaltung zum Zustand der Gewässer in Schleswig-Holstein, die im Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) stattgefunden hatte. Tenor: Die Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie würden bis 2015 nicht erfüllt werden. Der ökologische Zustand der Gewässer sei durchweg schlechter als vor Inkrafttreten der Richtlinie. Vor allem zu starke Nährstoffeinträge hätten zu dieser Verschlechterung geführt.

Die Vertreter der Angelvereine an der Treene kamen in Friedrichstadt zu der Einschätzung, dass die Datenbasis zur Bewertung der chemischen Wasserqualität der Treene nach wie vor nicht ausreiche, um überhaupt gesicherte Aussagen zum derzeitigen Zustand des Gewässers zu machen. Die LLUR-Messungen zur Wasserqualität seien einfach nur als lückenhaft zu bezeichnen. Nahezu befremdlich sei es daher, dass die Behörden keinen Schulterschluss mit den im Naturschutz engagierten Angelvereinen an der Treene suchten. Die Vereine hätten in den vergangenen Jahren ihre Messungen optimiert und auch deren Dokumentation verbessert. Von daher sei es völlig unverständlich, dass die Behörden nicht darauf zurückgreifen.

Der Fischereibiologe des Landessportfischerverbandes, Martin Purps, der als Berater der Treenekonferenz fungiert, zeigte den Konferenzteilnehmern eine Visualisierung ihrer Messdaten auf einer Übersichtkarte. Damit können Nährstoffeinträge relativ genau verfolgt werden. Damit die Gewässerwarte der Treenevereine noch genauer und schneller Messungen an dem Fluss vornehmen können, wurden sie mit vier neuen Geräten ausgestattet, die über die Fischereiabgabe des Landes finanziert wurden.

Große Sorgen bereitet den Gewässerwarten weiterhin der starke Rückgang der Wasserflora in der Treene. Vor allem Reet-, Seerosen- und Binsenbestände, aber auch große Kalmusflächen seien einfach verschwunden, ohne dass ein direkter Verursacher identifiziert werden konnte. Der Rückgang der Wasserpflanzen hat vielerorts zu einer Auswaschung an Böschungen geführt. Teilweise reicht die Treene schon direkt an den Deich heran. An einigen Stellen wurden deshalb Schutzbauten errichtet, um die Erosion an den Deichfüßen einzudämmen. Am Toten Arm in Friedrichstadt seien zusätzlich Steinschüttungen notwendig geworden.

Mittelfristig ist diese Entwicklung aber nach Ansicht der Gewässerwarte nur dann aufzuhalten, wenn sich Wasserpflanzen erneut ansiedeln.

Als einen Faktor, der die Uferregionen schädigen würde, nannten die Gewässerwarte den Wellenschlag durch eindeutig zu schnell fahrende Freizeitboote. Die Angler an der Treene – so das Fazit der Konferenz in Friedrichstadt – werden sich auch künftig für den Erhalt ihres Gewässers und seiner Bewohner stark machen. Als Nächstes planen sie eine Einführungsveranstaltung zum Umgang mit den neuen Messgeräten.

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