Trecker und Technik aus der alten Zeit

Die Besucher konnten den Oldtimern bei der Arbeit zuschauen. Foto: hem
Die Besucher konnten den Oldtimern bei der Arbeit zuschauen. Foto: hem

Herbstpflügen des Oldtimer-Clubs zog zahlreiche Besucher an / Ein Renault-Traktor von jungen Damen gesteuert

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18. September 2012, 07:36 Uhr

Simonsberg | Da ziehen sie die Reihen fauchend und röhrend gemächlich das Feld hinauf und hinab - Furche für Furche, 400 Meter je Richtung. Aber das Rattern, Fauchen, Dröhnen und Tuckern sorgt nicht nur bei den Mitgliedern des Oldtimer-Club Simonsberg für Begeisterung. Auch die zahlreich erschienenen Zuschauer staunen am Feldrain und beobachten das Pflügen in der Nähe der hohen Deiche und noch weitaus höheren Windkraftanlagen. 22 historische Traktoren samt Pflügen mit historischer Technik zuckeln vor allerneuesten "Windspargeln" entlang.

Während am Vormittag noch die Sonne das Treiben begleitet, arbeiten die Veteranen am späten Nachmittag gegen heranrückende schwarze Wolken. Oldtimer-Club-Chef Herwig Feddersen ist aber zufrieden: "Vor neun Jahren ist unser Club mit 17 engagierten Mitgliedern gestartet, heute zählen wir über 100." Und die bieten allerlei betagte Schlepper auf. Angefangen vom blauen Ford 2000 mit 38 PS aus dem Jahr 1968 mit 14-Zoll Dreischar-Pflug über den rasanten roten Massey-Fergusson mit 65 Pferdestärken Baujahr 1959 mit angehängten Bovlund-Pflug aus Dänemark bis hin zum hellgrünen Deutz mit 52 PS aus 1962.

Natürlich ist auch das Schmuckstück des Clubs, ein auffallend knallroter Massey-Fergusson (35 PS, Baujahr 1968) wieder mit dabei. Das NF-Fähnchen und ein weiteres mit Aufschrift "Nordsee" im Westwind flatternd. Besitzer Erich Schernik, der aus Hessen in den Norden zugezogen ist, zeigt bei allen Treffen immer wieder "tüchtig Flagge".

Etwas aus dem Rahmen fällt der rote Renault-Traktor 651/4F (65 PS), der von jungen Damen gesteuert wird und die Runden mit Bravour nimmt, ohne im schweren Marschboden hängenzubleiben. Dafür gibt es Beifall.

An Pflugfläche fehlt es nicht. Diese ist vorhanden, so weit das Auge reicht. "Das Land stellt uns unser örtlicher Kröger Hans-Jürgen Petersen zur Verfügung", erklärt der Vereinsvorsitzende Feddersen. Bei ihm habe man auch das Clublokal, wo die monatlichen Treffen stattfinden.

Beim Anblick der Oldtimer-Parade schlägt so manches junge und ältere Herz höher. "Eigentlich sind es jene Traktoren, mit denen ich in meiner Jugend- und Lehrzeit umgegangen bin", sagt Landmaschinen-Mechanikermeister Feddersen, der diesmal seinen blauen Ford 2000 fährt. Immer dabei ist auch Thorsten Bruhns, der technische Leiter und Anpflüger des Clubs. Im großen Zelt wird derweil gegessen. Für Gäste und Mitglieder stehen Kaffee und Kuchen sowie Bratwurst und Grillsteaks bereit.

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