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Berufliche Eingliederung : Tragendes Projekt auf Kurs

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Landungsbrücken Husum: Bei einer Präsentation im Binnenhafen gab es für das instand gesetzte Holzschiff „Leala“ Lob von allen Seiten.

„Für diese Arbeit könnt Ihr Euch feiern lassen“, sparte Uwe Schmitz nicht mit Lob. „Was von den Jungs geleistet wurde, ist ganz großes Kino.“ Der Bürgermeister war sichtlich angetan vom Anblick der instand gesetzten „Leala“, die 1950 bei der englischen Werft David Hillyard vom Stapel lief. Seitdem das Schiff Ende 2011 in Bremen erworben wurde, bringen es im Rahmen des Projektes „Landungsbrücken Husum“ abwechselnd etwa 50 Teilnehmer unter Anleitung von Zimmermann Thorsten Schnoor (39) auf Vordermann. Kürzlich wurde das Holzschiff zu Wasser gelassen – und nun schon mal am Kai vor dem Rathaus präsentiert.

Drei Jahre dauert diese berufliche Eingliederung, bei der das Diakonische Werk Husum als Projekträger mit dem hiesigen Sozialzentrum zusammenarbeitet. Offensichtlich erfolgreich, wie nicht nur der Verwaltungs-Chef feststellen konnte. Bei aller Begeisterung schob Schmitz jedoch zugleich hinterher, dass Lob nicht heißt, sich auf den Lorbeeren auszuruhen, sondern weiter zu lernen und zu arbeiten. Denn durch die fachliche Qualifikation, die man sich auf diesem Wege aneigne, verbessere sich die Perspektive der Beteiligten auf dem Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt.

Dieter Pelties legte sein Hauptaugenmerk zunächst darauf, die Teilnehmer zu motivieren. „Sie kommen oftmals aus instabilen familiären Verhältnissen, haben häufig ihre Ausbildungen abgebrochen“, erklärte der Leiter des Diakonischen Werkes. Fachmann Schnoor gab daher gleich zu Anfang eine Struktur vor: morgens pünktlich erscheinen, sich anbieten, Arbeit sehen – oder sich ordentlich krankmelden. Danach ging es dann in der Praxis um das fachliche und persönliche Rüstzeug.

Im ersten Bauabschnitt wurden die Bodenwrangen durch neue Querverstrebungen aus Eichenholz ersetzt. Zudem wurden fünf Planken aus Mahagoni ausgetauscht und die Spanten erneuert. Im zweiten Bauabschnitt bogen die Teilnehmer, von denen derzeit zehn im Einsatz sind, unter anderem mittels einer sogenannten Dampfkiste Planken, um sie danach anzubringen. Die Fertigstellung ist laut Pelties für das kommende Frühjahr geplant. „Wir suchen aber noch einen Motor“, rief Schnoor bei dieser Gelegenheit in die Runde.

Abschließend konnten die Gäste auf einer Fotowand den Werdegang der „Leala“ nachverfolgen und sich von den Teilnehmer ihr jeweiliges Tagwerk schildern lassen.

Unterdessen wurde dem Projekt „Landungsbrücken Husum“ ein weiteres Schiff vom Jugendhilfeverein Husum zugeführt. Der Marinekutter ist auch unter dem Namen Jugendwanderkutter bekannt.

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erstellt am 29.Aug.2014 | 13:00 Uhr

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