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Salvatorabend 2016 : Tradition in Weiß und Blau

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Zum Salvatorabend in der Husumer Fliegerhorstkaserne kamen 260 Gäste und als Festredner der Ministerpräsident. Der befand sich allerdings in seiner Fastenwoche – und verzichtete auf Bier und Haxe.

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erstellt am 14.Mär.2016 | 09:00 Uhr

Einmal im Jahr wird’s bayerisch in der Storm-Stadt: Wenn das Flugabwehrraketengeschwader 1 und die Traditionsgemeinschaft Jagdbombergeschwader 41 gemeinsam zum Salvatorabend laden, gibt es für die Gäste aus Bundeswehr, Politik, Verwaltung und öffentlichem Leben Haxe und Leberkäs’, süffiges Bier und jede Menge weiß-blaue Girlanden in der Fliegerhorstkaserne. Und natürlich einen besonderen Gastredner, meist von hohem Stande, denn der Salvatorabend in Husum hat einen Ruf, der weit über die Grenzen Nordfrieslands hinaus hallt – in diesem Jahr wieder bis in die Landeshauptstadt Kiel. Nachdem 2009 sein CDU-Amtsvorgänger Peter Harry Carstensen die Gäste mit zahlreichen Döntjes in Stimmung brachte, gehörte das Mikro dieses Mal Ministerpräsident Torsten Albig (SPD). Das Gerät jedoch zeigte sich zunächst widerspenstig. Was den Landesvater zu der Bemerkung veranlasste, dass man zwar zum Mars fliegen könne, es für die Menschheit aber ein viel schwereres Problem sei, „bei solchen Veranstaltungen ein funktionierendes Mikrofon oder einen Beamer bereitzustellen“.

Ein weiteres schwereres Problem hatte sich Albig selbst zuzuschreiben: Er befand sich in seiner Fastenwoche und beschränkte sich daher auf ein Süppchen und Wasser, während um ihn herum genussvoll Deftiges als Grundlage für die Alkoholaufnahme der kommenden Stunden vertilgt wurde. Was ihn jedoch nicht davon abhielt, in seiner Rede einen Exkurs über die verschiedenen Landstriche Deutschlands und deren Biersorten einzubauen.

Ansonsten war sein Vortrag ernsthafteren Themen vorbehalten. Er, der in Bremen geboren und an der Ostsee aufgewachsen war – „in Heiligenhafen übrigens an der Ecke Theodor-Storm-Straße“ –, freue sich immer wieder, an die Westküste und insbesondere nach Husum zu kommen, wo mit der Windenergie ein wichtiges Thema für die Entwicklung des Landes sein Zentrum habe. Auch schätze er die direkte Art der Nordfriesen: „Man trifft in der Politik selten auf Menschen, die sagen, was sie denken – und einem Politiker auch klarmachen, was geht und was nicht. Meistens sogar freundlich.“ Das Wasser würde hier an der Westküste zwar immer wieder weggehen. „Aber die netten Menschen, die bleiben.“

Der Truppe fühle er sich besonders verbunden, so der Regierungschef: „Das ist heute der 23. Termin mit Soldaten aus Schleswig-Holstein in meiner Amtszeit“, ließ er die rund 260 Gäste im vollbesetzten Saal des Unteroffizierheims wissen. Der letzte davor sei der Appell nach dem Türkei-Einsatz für die Soldaten des Flugabwehrraketengeschwaders 1 im mecklenburg-vorpommernschen Sanitz gewesen. „Das war ein bewegender Moment, die Rückkehrer wieder in der Heimat begrüßen zu dürfen.“ Dass er dem öffentlichen Gelöbnis auf dem Marktplatz vor zwei Wochen ferngeblieben sei, hätte an einem anderen wichtigen Termin gelegen. Aber er erinnere sich gerne an die Fahnenbandverleihung im vergangenen Jahr in Husum zurück, wo deutlich geworden sei, wie fest die Stadt und ihre Bürger hinter ihren Soldaten stehen. In diesem Zusammenhang verwies er auch auf die unschätzbare Hilfe, die die Bundeswehr bei der Betreuung der Flüchtlinge leiste, und forderte, die Ausrüstung der Truppe „auf den bestmöglichen Stand zu bringen, auch wenn das Geld kostet, denn davon hängt das Leben unserer Leute im Einsatz ab“.

Oberst Bernd Stöckmann, der Kommodore des Geschwaders, hielt seine Begrüßung gewohnt kurz und bedankte sich bei den Mitgliedern der Traditionsgemeinschaft für das Engagement, die Institution Salvatorabend über so viele Jahrzehnte fortzuführen – es war immerhin schon der 47. Abend dieser Art, was Wolfgang Grapentin, der Vorsitzende der Traditionsgemeinschaft, in seinem Grußwort betonte. Und mit Generalmajor a.  D. Jürgen Schlüter und den beiden Obersten a.  D. Hans-Dietert Rulle und Dirk Weimar waren gleich drei ehemalige Kommodores des früheren Jagdbombergeschwaders vertreten, ebenso Generalstabsarzt a.  D. Dr. Detlev Fröhlich, früher Fliegerarzt und Chef der Sanitätsstaffel in Husum.

Oberst Stöckmann nutzte den festlichen Rahmen zudem, um Oberstleutnant Markus Müller in eine Planstelle der Besoldungsstufe A  15 einzuweisen und Hauptmann Benjamin Deus zum Major zu befördern, was für beide eine Beteiligung an den Kosten der Getränke bedeutete. Die flossen hauptsächlich in Form von Gerstensaft bis halb vier Uhr morgens, als die letzten mehr oder minder Aufrechten den Heimweg per Bundeswehr-Taxi antraten. Übrigens nicht nur Soldaten und Ehemalige: Auch einige Honoratioren aus Politik und Wirtschaft hatten tapfer bis zum Schluss durchgehalten.

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