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Husumer Nachrichten

13. Dezember 2017 | 05:21 Uhr

Kult im Kirchspiel : Tradition in Trachten

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Gruppe des Kirchspiels Drelsdorf feiert am Sonnatg, 28. September, ihr rundes Bestehen mit Gleichgesinnten aus dem ganzen Kreis. Aktive Gastgruppen von den Inseln Sylt und Pellworm sind ebenso dabei wie Warnemünder.

von
erstellt am 19.Sep.2014 | 07:30 Uhr

Knapp 100 Tänzer präsentieren sich in Schale geworfen am Sonntag (28.) ab 13 Uhr in Drelsdorf, wenn die Original Trachtengruppe des Kirchspiels ihr 30-jähriges Bestehen feiern wird. Von den Drelsdorfern zeigen 13 aktive Tänzer ihr Können. Insgesamt sind 15 Frauen und zwei Männer – inklusive des Vorsitzenden Andy Niesche – im Verein. Die anderen Aktiven stoßen von den Gastgruppen hinzu: eine Hooger Trachtentänzerin, die Sylter Kinder- und Jugendtrachtengruppe des Söl‘ring Foriining, die Trachtengruppe des TSV Pellworm, der Tine-Tanzkreis Husum/Schobüll, die Tanz- und Trachtengruppe des Friesenvereins Bredstedt, der Langenhorner Trachtenverein, die Volkstanzgruppe Bordelum, die Stapelholmer Tanz- und Trachtengruppe, die Volkstanzgruppe Südangeln sowie die Warnemünder Trachtengruppe.

Zunächst veranstalten die Ausrichter einen Wolgaster bevor die Traditionalisten gemeinsam einen ersten Einblick in ihr Repertoire geben werden: Auftanz, Tampet, Maike, Sprötzer Achterrüm, Lange Reihe, Fenster und Hetlinger Bandriter stehen an.

Der Vorsitzende Andy Niesche lebt Tradition. Seit 23 Jahren tanzt er mit, bevor er vor zwei Jahren aufgrund des Todes seiner Oma auch Vereinschef wurde. Unter seiner Führung konnte er sogar seine Mutter animieren, sich aktiv zu beteiligen: „Vorher habe ich nur die Kasse geprüft und verwaltet“, ergänzt Annette Niesche. Den Vater konnten beide bislang noch nicht überzeugen, mitzumachen. Er leistet aber trotzdem einen wichtigen Job – als Hausmeister. „Aber ich bin guter Dinge, dass er auch noch aktiver wird“, prophezeit der 30-Jährige. Auch ohne Spenden schaffen es die Drelsdorfer seit ihrer Gründung, ihr Hobby und die Tradition zu leben. „Wir sind immer klein gewesen, aber wir kämpfen uns alleine durch“, betont der Vorsitzende.

Alle zwei Jahre feiert das Trachtenmuseum mit historischen Trachten, Schmuck und Gebrauchsgegenständen aus Norddeutschland, direkt in einer Scheune neben dem Hof der Niesches gelegen, sein Fest. Die Mitglieder helfen beim Kaffee- und Kuchenverkauf. Der Erlös geht dann in die Vereinskasse. Mit dem Geld finanzieren sich die Drelsdorfer ihre Reisen. In diesem Jahr besuchte die Trachtengruppe des Kirchspiels einen Verein in Warnemünde und einen in Mecklenburg-Vorpommern. Zudem traten die Tänzer bei den Pellwormer Rosentagen sowie beim Hooger Trachtensommer auf. „Es war ein schöner Tag – besonders mit den Franzosen“, beschreibt Andy Niesche seine Eindrücke von Hooge. „Man kann gemeinsam tanzen, ohne die gleiche Sprache zu sprechen“, ergänzt er freudestrahlend.

Freilich generieren die Drelsdorfer ihre Einnahmen nicht nur aus ihrem Museumsfest, sondern vielmehr aus privaten oder öffentlichen Auftritten. Der Vorsitzende spricht vom Viöler Bauernmarkt, den Bredstedter Markttagen oder den Husumer Werkstätten als Referenz. Jedoch fahren die Frauen und ihr Chef auch häufig zu Hochzeiten oder Geburtstagen. „Einen Auftritt gibt es für 20 Euro. Echt günstig“, findet Niesche. Denn es gebe ein halbstündiges Programm mit verschiedenen Tänzen. „Aber es darf jeder geben, was er möchte – also jenseits der 20 Euro“, erklärt der Disponent eine Tarper Firma.

Kreisweit sind laut Niesches Betrachtung alle Trachtengruppen klein. „Außer die Föhrer, die sind groß. Die leben die Tradition noch mehr als die Aktiven auf dem Festland“, beschreibt er. Denn 60 Mitglieder sind für ihn schon eine beachtliche Zahl. Bundesweit hält Niesche jedoch Bayern und Hessen für herausragende Traditionalisten: 3000 Mitglieder – davon 300 aktive Tänzer.

Für den kommenden Sonntag (28.) würde sich der Vereinschef freuen, wenn sich inklusive Tänzer die Besucherzahl auf diesem Niveau bewegen würde. Vielleicht erfüllt sich dann auch ein weiterer Herzenswunsch. „Mehr Tänzer und auch mehr Auftritte würden mich sehr freuen“, verrät Andy Niesche.

Dann erhöht sich bestimmt auch die Anzahl auf mehr als 100 Aktive beim nächsten Jubiläum – um dann gemeinsame Tänze zu veranstalten wie Geestländer Quadrille, Föhringer Kontra, Holsteiner Dreitour, Sonderburger Doppelquadrille oder Sternpolka, die es nächstes Wochenende zu „betrachten“ geben wird.

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