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Neue Leitung : Trachtenmuseum: Es geht weiter

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das kleine Heimat- und Trachtenmuseum in Drelsdorf wird nach dem Tod der bisherigen Eigentümerin nun von ihrem Enkel weitergeführt. Da er selbst leidenschaftlicher Sammler ist, hat er schon eine weitere Tracht organisiert.

„Das ist wirklich toll geworden“, schwärmte nicht nur der Bredstedter Lorenz Peter Volquardsen. So wie er waren viele Gäste aus der ganzen Region im Heimat- und Trachtenmuseum Drelsdorf eingekehrt, um das erste Museumsfest nach dem Tod von Traute Boockhoff vor einem Jahr mitzuerleben. Mancher Kenner des privaten Kleinods hatte sich die Frage nach der Zukunft gestellt. Hatte doch die Sammlerin aus Leidenschaft zusammen mit ihrem Mann Hans-Ingwer seit den 1950-er Jahren unzählige alte Schätze gesammelt und in ihrem Domizil der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Andy Niesche, Enkel der Verstorbenen, fühlte sich wie seine Mutter Annette Niesche in der Pflicht. Sie entschieden: „Es muss weitergehen.“ Das sei zwar mit viel Arbeit verbunden gewesen, so Andy Niesche, doch der Aufwand habe sich gelohnt.

Seine eigene Sammlerleidenschaft sei noch einmal richtig beflügelt worden, nachdem er jedes einzelne Relikt gesichtet, auf Hochglanz gebracht und Texte dazu verfasst habe. Er werde die Sammlung nach und nach erweitern. Eine Homepage gebe es mittlerweile auch. „Ich habe gerade heute eine alte Tracht aus Rhena in Nordhessen erworben“, verkündete er strahlend. Nicht nur Trachten aus Nordfriesland würden gezeigt, sondern aus ganz Deutschland. „Gut, dass es weitergeht“, meinte Hannelore Ohlsen aus Flensburg. Schon oft sei sie im Museum eingekehrt. Dort könne jeder die Liebe zur Sache spüren. Heute wolle sie erneut in die Vergangenheit eintauchen und sich auf dem hauseigenen Flohmarkt inspirieren lassen. Besonders angetan sei sie jedes Mal von den vielfältigen Trachten und Puppen, aber nicht minder den Küchengeräten und Bestecken aus verschiedenen Epochen, diversen Schmuckstücken und Gebrauchsgegenständen. „Hier kann man sehen, wie unsere Vorfahren gelebt haben“, so ihr Fazit.

Hingucker für die meisten waren die Kameras aus der Anfangsphase bis in die heutige Zeit. Auf Höhepunkte, wie die friesische Stubeneinrichtung aus dem Jahr 1930 und der Gründerzeit nach 1870, eine Truhe aus dem Jahr 1699 oder einen Schrank aus der Barockzeit, bemalt 1812, wies Niesche die Besucher gern hin. Selbst steinzeitliche Artefakte, darunter mehr als 70 000 Jahre alte Haselnüsse – von Archäologen nachgewiesen – konnten bewundert werden. „Der Ausflug hat sich wieder gelohnt“, so die Flensburgerin. Nach dem Bummel durch das Haus, genoss sie Leckereien an der von Familienmitgliedern und Helferinnen aus der „Original Trachtengruppe des Kirchspiels Drelsdorf“ gedeckten Kaffeetafel. Das Museum kann kostenlos nach Voranmeldung besichtigt werden. Info: www.trachtenmuseum-drelsdorf.de, Telefon 04843/1421 oder 813 (Niesche).







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