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Schaden durch Blitzschlag : Totes Telefon sorgt für Verdruss

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Seit Tagen haben in Tating und Tümlauer-Koog viele Bürger keine Verbindung zur Außenwelt. Am Dienstag (3.) soll der Schaden behoben sein, erklärte die zuständige Telekom auf Anfrage.

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erstellt am 03.Feb.2015 | 11:45 Uhr

„Ihr gewählter Gesprächspartner ist zurzeit nicht erreichbar, versuchen Sie es später noch einmal“ – wer dieser Tage in Tating oder Tümlauer-Koog anruft, bekommt nur diesen Satz zu hören oder sein Telefon meldet „Außer Betrieb“. 200 Haushalte und ein Großteil der Bewohner in der Kooggemeinde sind vom Telefonnetz abgeschnitten. Sie können weder telefonieren, noch faxen oder das Internet nutzen. Und das Handy ist dort keine wirkliche Alternative, weil nur eine sehr schlechte Funkverbindung besteht. Manche warten schon seit dem 29. Januar auf Besserung, andere sind seit dem 31. Januar ohne Verbindung.

„Mir wurde gesagt, dass voraussichtlich Dienstagabend der Schaden behoben sein soll“, berichtet Christian Marwig, Bürgermeister von Tümlauer-Koog. „Oder erst Ende der Woche, wir haben keinen konkreten Termin. Seit Donnerstag, als morgens ein heftiges Gewitter über die Gemeinde zog, haben wir dieses Riesen-Problem.“ Es soll ein Kabel betroffen sein. Und das könnte schwere wirtschaftliche Folgen haben, denn jetzt ist die Zeit, wo die Ferienquartiere für den Sommer gebucht werden, wie Marwig erklärt. „Wenn man da nicht erreichbar ist, schauen sich die Gäste nach was anderem um. Da hat man schnell den Ruf: ‚Die wollen wohl nicht vermieten‘.“ Und was ist im Notfall, wenn jemand einen Arzt braucht oder es brennt? Was ist mit den alten Menschen? „Die Handyverbindung ist hier nicht berauschend“, weiß Marwig. „Ich muss dafür vor die Haustür gehen.“ Aber auch die Handwerker und die Landwirte hätten große Probleme, wie sollen sie Ware, Ersatzteile oder Betriebsstoffe ordern, wie Formulare ausfüllen oder Angebote abgeben?

Große Sorgen um die älteren Bürger macht sich auch Brigitte Kloss aus Tating. „Viele wissen noch gar nicht, warum ihr Telefon nicht funktioniert.“ Und Handys haben viele auch nicht. Nicht nur, weil sie vielleicht die Kosten oder die Technik scheuen, sondern auch weil das Dorf in einem Funkloch liegt. Vor etlichen Jahren war die Installation von Mobilfunk-Sendeanlagen auf dem Kirchturm abgelehnt worden. Brigitte Kloss selbst ist als Ferienquartiers-Vermieterin direkt betroffen. „Ich muss dringend ins Internet, um die Belegzeiten einzutragen. Und natürlich erreicht mich auch niemand, um zu buchen.“ Sie ist seit Sonnabendmittag ohne Anschluss. Brigitte Kloss appelliert an die Telekom, sich mit der Reparatur zu beeilen. Auf die Frage nach Schadenersatz für entgangene Buchungen habe ihr ein Mitarbeiter der Telekom gesagt, dass lediglich die Grundgebühr für die Tage ohne Telefon ersetzt werde. Zufrieden ist sie damit nicht. Für Bürgermeister Hans Jacob Peters, der selbst über LTE telefoniert und daher noch zu erreichen ist, steht fest: „Das Glasfasernetz fehlt auf Eiderstedt.“ Er hofft, dass der Ausbau zügig vorangeht.

Immerhin es gibt einen ganz konkreten Hoffnungsstreifen: Am Dienstag (3.) um 15 Uhr soll der Schaden behoben sein, erklärte eine Pressesprecherin der Telekom, auf Anfrage. Grund der Störung sei ein Fehler im Netz in Höhe der Tatinger Straße 100, dort sei ein Kabel durch Blitzeinschlag beschädigt worden, aber nicht vollständig zerstört. Betroffen seien bei rund 100 Anschlüssen Telefon und Internet. „Die Störungseingrenzung ist sehr aufwendig, aber wir haben die Fehlerstelle lokalisiert, und die Ersatzlänge des Kabels wurde durch unsere Techniker bereits ausgelegt. Das Kabel wird am Dienstag montiert“, so Lisa Machnig.

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