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29 Lastwagen nach Sotschi : Tönninger Technik für Olympia

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Moderne LED-Hinweistafeln aus Eiderstedt sollen für den reibungslosen Verkehr während der 22. Winterspiele in Russland sorgen. Um die 58 Systeme ans Ziel zu bringen, waren 29 Fahrten mit 40-Tonnern einer russischen Spedition nötig.

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erstellt am 21.Jan.2014 | 11:30 Uhr

Mit großer Spannung blickt die Welt auf das russische Sotschi. Dort werden am 7. Februar offiziell die 22. Olympischen Winterspiele eröffnet, obwohl einige Wettbewerbe bereits einen Tag vorher starten. Noch viel früher, im Spätsommer des vergangenen Jahres, haben die Spiele im nordfriesischen Tönning für einen kleinen Beschäftigungsboom gesorgt. Bei der Adolf Nissen Elektrobau GmbH + Co. KG wurden zehn neue Mitarbeiter eingestellt, damit in Sotschi während der Spiele der Verkehr reibungslos läuft.

Das Unternehmen ist nämlich europäischer Marktführer in der Verkehrs-Sicherungstechnik. Produziert werden mittlerweile außer im Tönninger Stammwerk auch in mehreren europäischen Niederlassungen nicht nur einfache Signallampen und Hütchen, sondern auch hochkomplexe Systeme. Und ein solches wurde für die Winterspiele bestellt. Geschäftsführer Dieter Wade ist zufrieden, denn die Geschäftskontakte wurden erst während einer Verkehrs-Messe in Moskau im Frühjahr 2013 geknüpft. „Wir haben einen russischen Mitarbeiter, das machte die Gespräche natürlich viel einfacher“, sagt er. Im Spätsommer kam dann schließlich die Order für 40 mobile Signaltafeln. Dabei handelt es sich nicht um einfache Blechschilder, die von Ort zu Ort transportiert werden können, sondern um eigenständige Fahrzeuge. In Tönning selbst gefertigte Anhänger sind der Träger des Systems, darauf aufgebaut ein Diesel-Stromerzeuger und ein bis auf fünf Meter Höhe ausfahrbarer Metallmast. Damit lässt sich die zwei mal drei Meter große und mit 45.000 vier farbigen Leuchtdioden ausgestattete Tafel in jede gewünschte Position bringen. „Es lässt sich nahezu alles anzeigen, von Symbolen über Schriften bis hin zu Bildern“, sagt Wade und berichtet, dass erst im Herbst eine zweite Order über weitere 18 Systeme aus Russland bei ihm eingegangen sei. Es wurde schon eng, räumt der Geschäftsführer ein, denn erst gestern, knapp drei Wochen vor den Spielen, wurden die letzten Systeme per Lkw von einer russischen Spedition abgeholt. Via Moskau geht es dann in das von der Hauptstadt nochmals rund 3000 Kilometer entfernte Sotschi. Jeweils zwei Hänger mit Mast und Tafel können auf einen 40-Tonner geladen werden, so dass insgesamt 29 Lkw Tönning in Richtung Sotschi verlassen haben.

Das nordfriesische Leitsystem soll während der Olympischen Winterspiele die Verkehrsströme zu und von den Wettkampfstätten lenken. Zwei Tage kann es autonom mit dem Dieselvorrat arbeiten, dann muss getankt werden. Gesteuert wird es via Telefon von der russischen Verkehrszentrale. Ganz schnell könne so reagiert werden, beschreibt Wade das Tönninger Produkt.

Nach den Spielen sollen die Systeme in St. Petersburg zum Einsatz kommen. „Und“, so Wade, „wir hoffen auf Folgeaufträge.“ Die zehn neuen Arbeitsplätze in der Eiderstadt bestehen weiterhin, auch wenn die Olympia-Lieferung seit gestern abgeschlossen ist. Denn, so der Tönninger Geschäftsführer, die Auftragsbücher seien unter anderem mit Aufträgen für England gut gefüllt, so dass die insgesamt 230 Beschäftigten weiterhin alle Hände voll zu tun haben, den Verkehr sicherer zu machen.

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