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Im Kampf gegen Kinderlähmung : Tönninger Schüler sammeln für Impfprojekt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Klasse 6a war fleißig: Sie hat 50.000 Flaschendeckel aus Kunststoff zusammengetragen. Damit unterstützt sie eine Benefiz-Aktion des Rotary-Clubs Brunsbüttel.

Was tun mit den täglichen Kunststoffdeckeln? Bundesweit werden zigtausende in den dafür vorgesehenen Müll geworfen. Doch dass damit Leben gerettet werden kann, hört sich im ersten Moment fast märchenhaft an. Der Rotary-Club Brunsbüttel rief im Frühjahr die Aktion „Deckel gegen Polio“ ins Leben.

Das Projekt „Sammeln Sie Deckel und helfen Sie im Kampf gegen Polio“ stieß bei den Schülern der Eider-Treene-Schule in Tönning auf offene Ohren. „Die Schüler entwickelten hierfür eine unglaubliche Dynamik und Fantasie, um so viel wie möglich bis zu den Sommerferien zusammenzubekommen“, berichtete die Lehrerin der Klasse 6a, Ulrike Ehlers-Pusch. Dabei nutzten die Schüler ihre guten Beziehungen unter anderem auch zur Meierei Witzwort. Von dort brachten sie an manchen Tagen kistenweise des hochwertigen und recyclingfähigen Materials. Ganze Schulklassen taten sich zusammen und lieferten die wertvolle Fracht in der Schule ab. „Wir hatten uns das Ziel gesetzt, bis zu den Sommerferien 25.000 Kunststoffdeckel zu sammeln“, so die Lehrerin. Die Schüler waren so begeistert, dass sie bis zum Spätherbst weitermachten. Vor wenigen Tagen nahm der Past-Präsident des Rotary-Clubs Brunsbüttel, Jörg Lassen, 50.000 Deckel von den stolzen Schülern in Empfang nehmen. „Ich bin unglaublich begeistert und beeindruckt von den Jungen und Mädchen, die sich trotz Lernstress sich an dieser Aktion beteiligten.“ Landesweit seien mehr als drei Millionen Deckel inzwischen zusammengekommen, rechnete er vor und erläuterte die Aktion.

So ergeben 500 Deckel etwa einen Kilogramm kochwertigen Kunststoff. Mit dem Verkauf an Recyclingfirmen könne damit eine Polio-Impfung finanziert werden. „Mit ihrer Lieferung haben die Tönninger Schüler 100 Impfungen finanziert, dafür gebührt ihnen großen Respekt und Anerkennung.“ Das Ziel der Rotary-Clubs sei es, die Kinderlähmung, auch Polio genannt, bis 2018 zu bekämpfen.

Die schon fast ausgerottete Krankheit ist im vergangenen Jahr wieder in zehn Ländern ausgebrochen, berichtete Lassen. So zum Beispiel auch in dem Bürgerkriegsland Syrien. Nur mit einer Polio-Impfung kann ein lebenslanger Schutz vor dieser unheilbaren Krankheit erreicht werden.

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