Fürs Leben lernen : Tönninger Grundschule ausgezeichnet

Auch die Erstklässler machten bei der Projektwoche Wattenmeer mit.
Auch die Erstklässler machten bei der Projektwoche Wattenmeer mit.

Mit ihrem Streitschlichtungs-Programm und Wattenmeer-Projekten punktet sie als Einrichtung der Zukunft. Die Nordsee war jetzt auch Thema einer Projektwoche.

shz.de von
04. Juni 2015, 07:00 Uhr

Die Schule am Ostertor in Tönning ist stolz: Sie ist in den Reigen der Zukunftsschulen im Land aufgenommen. Ihr Konzept überzeugte die Jury des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen (IQSH). Damit eifert sie den Grundschulen in Witzwort und Garding nach, die diese Auszeichnung bereits erworben haben. Zukunftsschulen setzen sich für eine nachhaltige Bildung ein. Sie profitieren von guten Ideen, erfahren vielfältige Unterstützung für ihre Unterrichtsgestaltung und genießen engen Kontakt zu außerschulischen Partnern, um die Qualität des fachlichen Lernens im eigenen Haus zu steigern, so die IQSH auf ihrer Internetseite.

Die Tönninger Grundschule hat sich mit Projekten zu zwei Themenkomplexen – Lebensräume gestalten sowie Mitbestimmen und Mitgestalten – beworben, wie Christina Suchand erläutert. Sie bildete mit Cornelia Jagda und Reinhold Haase das Koordinationsteam. Unter Mitbestimmen und Mitgestalten punktete die Schule am Ostertor mit ihrem Programm Streitschlichtung. „Wir sind eine der wenigen Schulen im Land, die das Thema schon integriert habe“, sagt Christina Suchand. Die Kinder werden in der dritten Klasse ausgebildet und übernehmen die Aufgabe dann in der vierten Klasse. Unter dem Stichwort „Lebensräume gestalten“ meldete sich die Schule mit ihren Projekten zum Thema Wattenmeer. So hat jede Klasse ein Klassentier im Multimar Wattforum und befasst sich im Sachunterricht intensiv mit dem Thema, jetzt gab es sogar eine Projektwoche.

Alle 170 Schüler inklusive denen aus dem integrierten Förderzentrum haben teilgenommen. „Wir haben fünf klassenübergreifende Gruppen gebildet. Jeder durfte sich aussuchen, womit er sich beschäftigen wollte. Alle Kinder waren sehr motiviert“, berichtet Christa Suchand. Sie selbst habe sich mit ihrem Team um den Schweinswal gekümmert. Dazu sei sie mit den Kindern im Multimar gewesen. Es sei gebastelt worden. Viele Informationen von den Schülern dargestellt, finden sich am Abschlusstag auf den Tafeln wieder.

Zudem habe es die Gruppen „Müllkippe Nordsee“, „Eidersperrwerk“, „Helgoland“ und ein Projekt „Wir tanzen das Meer“ gegeben. Vor-Ort-Termine seien ein Muss gewesen, wie die Fahrt mit einem Schiff zum Eidersperrwerk oder nach Helgoland sowie Erkundungstouren in das Watt. Immer dabei gewesen seien Fotoapparate, Ferngläser und Schreibblocks. „Willst Du mal was sehen?“ fragt Timo aus der dritten Klasse den sechsjährigen Nick. Der überlegt nicht lange und folgt ihm auf den Schulhof. Drei große Müllhaufen liegen dort. „Das haben wir alles im Katinger Watt gefunden. Unmöglich, wie wir das Meer verschmutzen und die Tiere umbringen“, erklärt Timo sichtlich betroffen. Viel Plastik, alte Netze und sogar Paraffin, also Ölreste, sind dabei. Die Vögel würden die giftigen Öl-Rückstände fressen und elendig sterben. Um die Stände in den Fluren herum bilden sich im Laufe des Nachmittages richtige Menschentrauben.

Die Gruppe „Eidersperrwerk“ hat ihre Besichtungstour akribisch mit der Kamera festgehalten und alle wichtigen Daten zu Papier gebracht. „Wir durften alles besichtigen, auch den Kontrollturm“, berichtet eine Schülerin. Viel Beifall ernten die 16 Kinder der Tanzgruppe. „Wir tanzen das Meer“ haben sie ihre selbst erarbeitete Performance genannt. Und auch der stellvertretende Schulleiter Wolfgang Jannsen ist mit dem Ablauf sehr zufrieden.

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