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Probe für den Ernstfall : Tönning plant eine große Übung

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Feuerwehr wird am 28. September die Stöpen am Hafen schließen. Viele am Katastrophenschutz beteiligten Organisationen wirken mit. Viele sind gespannt darauf, wieviele Stöpen in welcher Zeit geschlossen werden können.

Die Hochwasserlage in Deutschland im Juni 2013, die insbesondere die Bundesländer Sachsen und Sachsen-Anhalt, aber auch Schleswig-Holstein im Bereich des Kreises Herzogtum Lauenburg stark getroffen hat, zeigt wieder einmal, welche Naturgewalten möglich sind. Sie hat uns aber auch gezeigt, dass tausende von Helfern Hand in Hand gegen das Wasser ankämpfen.

Genauso besteht eine latente Gefahr für die gesamte Nordseeküste, auch wenn die letzte schwere Sturmflut schon viele Jahre zurückliegt. Durch den Bau des Eidersperrwerkes 1973 wurde die Gefahr von Sturmfluten für den Bereich Eiderstedt und Norderdithmarschen verringert. Auch ein gleichmäßiger Wasserstand auf der Eider wird durch das Sperrwerk gewährleistet.

„Der sehr unwahrscheinliche Fall eines Bruchs des Eidersperrwerkes oder eines Deiches daneben kann für die Stadt Tönning verheerende Auswirkungen haben“, teilt Bürgermeister Frank Haß mit. Daher plant die Stadt Tönning eine Katastrophenschutzübung, bei der die Stöpen am Tönninger Hafen geschlossen werden sollen. Die Anregung, eine Katastrophenschutzübung durchzuführen, stammt vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN). Sven-Thomas Schmidt-Knäbel vom LKN berichtet von der Sturmflut 1962. Danach lag der höchste Wasserstand in Tönning bei 5,21 Meter über NN. Die Markierungen an einigen Häusern am Tönninger Hafen weisen auf das Unvorstellbare hin. Die Unterhaltung der Deiche und Stöpen obliegt dem Deich- und Hauptsielverband. „Für die Schließung der Stöpen ist die Feuerwehr Tönning verantwortlich“, so Schmidt-Knäbel.

Es wurde ein Arbeitskreis gebildet, der sich aus Vertretern sämtlicher auf Eiderstedt vorhandenen Hilfskräften sowie der Kreisverwaltung zusammensetzt. Bürgermeister Haß weist jedoch darauf hin, dass der Arbeitskreis bereits vor der Hochwasserlage im Juni ins Leben gerufen wurde. „So eine Übung ist nicht mal schnell gemacht“, sagt der Bürgermeister. „Die Vorbereitung bedeutet einen erheblichen Planungsaufwand. Gerade durch die vielen aus verschiedenen Organisationen stammenden Helfer, von denen jeder seine Aufgabe hat, ist eine Menge zu koordinieren“.

Oberdeichgraf Jan Rabeler ist es wichtig, festzustellen, dass „die Stöpen im Tönninger Hafen in einem guten Zustand sind und regelmäßig überprüft und gewartet werden“.

Am Sonnabend, 28. September, wird die Feuerwehr die Stöpen schließen. Die Übung beginnt um 8 Uhr. Interessant wird sein, wie viele Stöpen in welcher Zeit geschlossen werden können. „Die Tönninger Feuerwehr ist durchaus in der Lage, die Schließung der Stöpen umgehend zu gewährleisten“, teilt der Wehrführer der Ortswehr Tönning, Dr. Stefan Klützke, mit. Besonders freut er sich darüber, dass er in den vergangenen Wochen neun neue Feuerwehrleute in Tönning begrüßen konnte. Über weitere Mitglieder würde er sich freuen, denn: „Gerade bei Naturkatastrophen wird jede helfende Hand benötigt.“ Viele Schwierigkeiten, die im Vorwege nicht bedacht worden sind, kämen erfahrungsgemäß erst während der Übung zum Vorschein. Deshalb sei eine Nachbearbeitung wichtig. Dort werden Fehler und Schwachstellen aufgedeckt.

Kurz vor dem Termin wird noch bekannt gegeben, wie die Verkehrsführung im Bereich des Hafens sein wird.



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