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Arbeit an Leitbild : Tönning macht sich fit für die Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In mehreren Workshops sollen bis zum Jahresende Ziele für ein Leitbild definiert werden – dabei werden auch Vereine, Verbände und Einrichtungen eingebunden. Die Stadtvertreter haben sich mehrheitlich für dieses Vorgehen ausgesprochen.

„Wie soll Tönning in 15 bis 20 Jahren aussehen“ – mit dieser Frage soll sich ein Arbeitskreis befassen und ein Leitbild für die Eider-Stadt entwickeln. So haben es die Stadtvertreter Anfang des Jahres beschlossen. Die Mitglieder des Hauptausschusses hatten dann auf den Hinweis aus der Verwaltung ergänzend angeregt, Professor Dr. Stefano Di Pietro von der Heider Fachhochschule Westküste als möglichen künftigen Moderator hinzuzuziehen. Der Experte hatte sich vor einigen Jahren schon einmal mit der Thematik befasst. Seine Vorstellungen erläuterte er in der jüngsten Stadtvertreter-Sitzung.

Die Arbeit der Gruppe sollte in sieben Workshops bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Am Ende soll dann ein verbindliches Profilbild herauskommen. „Wichtig ist die Einbindung aller relevanten – entschuldigen Sie den Fachausdruck – Stakeholdergruppen von Anfang an und die Festlegung von Themenfeldern. So wird die Akzeptanz des Leitbildes sichergestellt“, so Di Pietro. Als Stakeholder bezeichne man Menschen, die ein berechtigtes Interesse an einem Ergebnis hätten, schlussendlich alle Bürger. Daher müssten alle Vereine, Verbände, Schulen, Kindertagesstätten, Institutionen, Kirche, Nationalparkamt, Multimar Wattforum und damit zugleich alle Altersklassen, vom Kind bis zum Senior am Findungsprozess teilnehmen, nicht zuletzt die Stadtvertretung. Die Ergebnisse der vor einigen Jahren vorgenommenen Bürgerbefragung sollten mit einfließen. Jeder müsse sich am Ende mit dem Leitbild, dessen Basis die Stärken der Stadt seien, identifizieren können.

Kritisch beurteilte Friedrich Busch (CDU) den Einsatz eines externen Moderators. „Kriegen wir das als Stadtvertretung nicht selbst hin?“, wollte er wissen. Der Fachmann stellte spontan die Gegenfrage: „Was zeichnet Tönning aus?“ Auf die ebenso spontane Aufzählung von Hafen, Packhaus und historische Altbauten antwortete er mit einer weiteren Gegenfrage: „Sehen andere Bürger verschiedenen Alters vielleicht andere Dinge?“ Sicher könne das Vorhaben auch in Eigenregie umgesetzt werden, doch ein Externer sei, so Di Pietro, neutral, er selbst ohnehin, denn als Heider Bürger habe er kein Interesse, in irgendeiner Form zu beeinflussen. Er würde als Moderator für die Professionalisierung des Prozesses und die Ergebnisqualität sorgen. Mery Ebsen (AWT) meldete wegen des kurzen Zeitfensters Bedenken an. „Ich empfehle das aus meiner Erfahrung heraus. Die Aktualität könnte leiden und es besteht die Gefahr, dass manches zerredet wird“, so Di Pietro. „Wir brauchen professionelle Hilfe und ein Leitbild“, fasste Jürgen Ziegert (CDU) zusammen. Dem schlossen sich die Fraktionssprecher von SPD, SSW und AWT an. Mehrheitlich gab das Gremium grünes Licht für die Beauftragung des Professors. Dem Vorschlag Buschs, die Sache noch einmal in den Fraktionen zu diskutieren, wollte niemand folgen, zumal, so hieß es, bereits Einigkeit darüber bestehe, dass ein Leitbild her müsse.




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