Gegen den Demografischen Wandel : Tönning in Schwung bringen

Mit einer Vielzahl von Vereinen und Institutionen hat Therese Zink bereits Kontakte aufgenommen.
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Mit einer Vielzahl von Vereinen und Institutionen hat Therese Zink bereits Kontakte aufgenommen.

Verschiedene Projekte sollen in der Eiderstadt dem demografischen Wandel entgegenwirken. Das Diakonische Werk Husum hat die Trägerschaft übernommen.

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10. Januar 2018, 10:00 Uhr

Was ist zu tun, damit ländliche Räume für Menschen jeden Alters und jeder Interessenslage ein attraktives, lebenswertes Umfeld bieten? Aus dem viel diskutierten demografischen Wandel heraus, der sich auf dem platten Lande besonders bemerkbar macht, ist im Jahre 2015 das Bundesprogramm „Ländliche Entwicklung“ entstanden. Es soll die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Bedürfnisse der Landbevölkerung sicherstellen. Innerhalb dieses Programms ist das Modell „Land auf Schwung“ für besonders strukturschwache Regionen zwar „nur“ ein einzelner Baustein, inhaltlich jedoch von großer Bedeutung.

Seit Mai 2017 wird dieses Projekt für Tönning und Umgebung umgesetzt – in der Trägerschaft des Diakonischen Werks Husum (DW) und mit viel zeitlichem Vorlauf, wie dessen Geschäftsführer Volker Schümann sagte. Doch jedes Projekt braucht jemanden, der den Überblick und die Fäden in der Hand hält: Dafür ist eine auf zweieinviertel Jahre befristete Koordinierungsstelle im DW geschaffen worden. „Dafür konnten wir unsere langjährige Mitarbeiterin, Diplom-Sozialpädagogin Therese Zink, gewinnen. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat zur Finanzierung des Projekts rund 174.000 Euro beigesteuert“, berichtete Adelheit Marcinczyk, Leiterin des Geschäftsbereichs Arbeit und Soziales beim DW.

Therese Zink hat bereits verschiedene Aktivitäten angeschoben, wie sie sagt: „Ich habe zunächst eine Sozialraumanalyse vorgenommen, um zu sehen, welche Strukturen es in Tönning gibt, wie zufrieden die Einwohner mit ihrem Umfeld sind und welche Wünsche sie haben. Daher habe ich mit vielen Vereinen und Institutionen Kontakt aufgenommen.“ Nach sechs Monaten Arbeit hat Therese Zink ein Fazit gezogen: „Tönning hat auf den zweiten Blick etwas von einem Edelstein – die Bürger engagieren sich in rund 60 Vereinen und Institutionen.“ Wichtige Grundlage für jedes weitere Prozedere ist der Aufbau von Netzwerken mit verschiedenen Kooperationspartnern zur Bündelung von Ideen und Ressourcen. Mittlerweile haben verschiedene Veranstaltungen stattgefunden, unter anderem eine Sommerferienfreizeit für Mütter mit Kindern. Daraus sind ein Nähkreis sowie ein Montagstreff entstanden, in Kooperation mit der evangelischen Kirche. Auch am Runden Tisch Migration ist Therese Zink beteiligt. Im diesem Jahr geht es weiter mit dem Auf- und Ausbau von Netzwerken und mit der Installierung verschiedener Aktivitäten: Schlagwörter sind Inklusion und Mobilität, unter anderem soll die Zusammenarbeit mit politischen Gremien gefördert werden.

Bürgermeisterin Dorothe Klömmer freut sich über die Initiative des Diakonischen Werks Husum. „Tönning hat Ausstrahlung auf das Umland. Von der Entwicklung innerhalb Tönnings profitiert die gesamte Region. Es geht um Zusammenführung der Ressourcen und nicht um gegenseitige Verdrängung.“ Herbert Lorenzen, Amtsdirektor von Eiderstedt, hob die anerkennenswerte Leistung vieler ehrenamtlich tätiger Menschen hervor, die aber nur auf gesunden Strukturen gedeihen kann: „Ehrenamt braucht Hauptamt – für diese Struktur ist in den vergangenen Jahren die Grundlage geschaffen worden.“

Außerhalb des Projektes „Land auf Schwung“ gibt es ferner ein breites Spektrum verschiedener weiterer Maßnahmen, um deren Förderung sich der Kreis Nordfriesland beworben hat.

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