Theodor-Storm-Schule in Husum : Todesstoß für die Tafelkreide?

Digitales Lernen mit dem Alleskönner: Schulleiterin Sibylle Karschin zeigt, was die neue Tafel alles kann.
Digitales Lernen mit dem Alleskönner: Schulleiterin Sibylle Karschin zeigt, was die neue Tafel alles kann.

Das Theodor-Storm-Gymnasium verfügt jetzt über drei moderne Active-Boards. Schulleiterin Sibylle Karschin stellt die vielfältigen Möglichkeiten vor.

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25. Februar 2018, 14:00 Uhr

Für die Älteren gleicht es womöglich einer Sciene-Fiction-Show, für die Schüler der Theodor-Storm-Schule (TSS) ist es nun Alltag, erklärt Schulleiterin Sibylle Karschin. Die Rede ist von drei neuen sogenannten Active-Boards, die seit Kurzem das Portfolio der „Schule für digitales Lernen“ schmücken. Eines der Boards hat der Förderverein der Schule gespendet.

Was kann die Tafel des 21. Jahrhunderts? „Man hat alles in einem Gerät“, sagt Nils Peters, IT-Spezialist der TSS. Die Möglichkeiten sind theoretisch unbegrenzt: Auf dem Board kann geschrieben, Tafelbilder können gespeichert oder vorbereitet, Videos abgespielt oder die Hausaufgaben der Schüler vom eigenen Tablet angezeigt werden. Der wesentliche Vorteil zu bisherigen Boards oder modernen Unterrichtsmedien: „Es kann auf den Beamer verzichtet werden, wodurch die gesamte Technik weniger fehleranfällig ist“, sagt Peters.

Die Schulleiterin verspricht sich von der Anschaffung eine Kompetenzerweiterung bei den Schülern: „Sie lernen, die moderne Technik sinnvoll für sich zu nutzen“, erklärt Karschin. Sorgen um Vandalismus an den Geräten hätten sich bisher nicht bestätigt.

Je nach Größe kostet eine Tafel zwischen 6000 und 8000 Euro. Gemeinsam mit dem Schulträger will Sibylle Karschin noch dieses Jahr vier weitere Geräte anschaffen. Um den gesamten Bedarf zu decken, werden in Zukunft noch 20 weitere Geräte benötigt.

Doch die didaktischen Alleskönner bringen auch Schwierigkeiten mit sich: „Die Technik will gepflegt sein. Das kann ein Lehrer alleine nicht bewerkstelligen“, weiß Peters. Daher wird er bei den wartungsintensiven Geräten von Jan Ewers aus der IT-Abteilung der Stadt unterstützt.

Zudem ist die Bedienung der Technik für die Lehrkräfte eine Herausforderung. „Das haben wir aber bereits im Vorwege mit Fortbildungen aufgefangen. Die Kollegen müssen natürlich hinterherkommen“, sagt Karschin.

Wird das Active-Board die Tafel an der Theodor-Storm-Schule langfristig ersetzen? Die Schulleiterin verneint. Auch Überlegungen, ob irgendwann bei so einem technischen Fortschritt der Unterricht zu Hause stattfinden könne, seien hinfällig. „Die Bandbreite der Unterrichtsmedien bleibt trotzdem bestehen, davon bin ich überzeugt“, sagt Karschin und verweist auf die für das Lernen wichtige Lehrer-Schüler-Beziehung. „Bei aller Digitalisierung bleibt der Mensch das Wichtigste.“

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